körpereigenes Hormon, das beim Menschen in allen Körpergeweben vorkommt und v. a. in spezialisierten weißen Blutkörperchen, Mastzellen und basophilen Granulozyten gespeichert wird. Es gehört zu der Gruppe der natürlich vorkommenden Amine und ist als Überträgerstoff (Mediator) an zahlreichen Reaktionen im Körper beteiligt. Histamin ist der wichtigste juckreizerzeugende Stoff. Die verschiedenen Wirkungen werden von den Histaminrezeptoren (H1-, H2-Rezeptoren) in den Zielgeweben, an die das Histamin bindet, vermittelt. Dabei kommt es zu verschiedenen Effekten: In der Lunge führt die Freisetzung von Histamin zur Kontraktion der Bronchialmuskulatur (z. B. beim Asthma). Im Magen ist Histamin über die H2-Rezeptoren an der Regulierung der Säureabsonderung beteiligt, im Darm verstärkt es die Darmbewegung. Die Wirkung des Histamins auf Herz und Kreislauf besteht in einer Verengung der großen Blutgefäße, einer Erweiterung der kleinen Blutgefäße mit Hautrötung, Steigerung der Gefäßdurchlässigkeit und Veränderung der Herzleistung. Eine wesentliche Rolle spielt es bei der Allergie, wo es Gefäßerweiterung, Hautrötung, Quaddelbildung und Juckreiz verursacht. Der Histaminschock ist eine lebensbedrohliche Reaktion infolge Erweiterung der Kapillaren (Haargefäße) nach krankhafter Freisetzung körpereigenen Histamins, z. B. bei Verbrennungen und schweren allergischen Reaktionen (anaphylaktischer Schock 3).
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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