knotenförmige Erweiterungen der gemischt arteriell-venösen Gefäßknäuel im Analkanal.
Ursache: Hämorrhoiden entstehen durch Blutrückstau in die Blutgefäße des Analrings. Hierzu kommt es durch starkes Pressen beim Stuhlgang (z. B. aufgrund chronischer Verstopfung), bei vorwiegend sitzender Tätigkeit und in der Schwangerschaft.
Befund: Dem Betroffenen fallen v. a. hellrote Blutungen am Ende des Stuhlganges auf, die z. T. tropfend oder spritzend sind. Auch Juckreiz, Brennen oder Nässen sind häufige Beschwerden, selten treten dumpfe Schmerzen auf. Symptome und Ausprägung variieren je nach Stadium: Im Stadium I sind Hämorrhoiden nur leicht vorgewölbt und nicht sicht- oder tastbar. Im Stadium II sind Knoten tastbar, die beim Pressen nach außen hervortreten, sich bei Entlastung aber wieder zurückziehen. Im Stadium III bleiben die Hämorrhoiden außerhalb der Analöffnung, können jedoch mit dem Finger noch zurückgeschoben werden, im Stadium IV ist dies nicht mehr möglich. Durch die Spannung im Schließmuskel können die Hämorrhoidalknoten eingeklemmt und von der Blutversorgung abgeschnitten werden, was Geschwüre und Entzündungen zur Folge hat. Auch Blutgerinnsel können entstehen, die unter heftigen, plötzlich einsetzenden Schmerzen die Blutgefäße verstopfen. Der dauerhafte Vorfall von Hämorrhoiden kann das Ausstülpen der gesamten Analwand nach sich ziehen. Da Hämorrhoiden in direkter Verbindung mit arteriellen Gefäßen stehen, kann es im Stadium III und IV zu bedrohlichen Blutungen kommen. Diese können bis zu einem Blutverlust von 500–1000 ml unbemerkt bleiben, da sich zunächst die Enddarmampulle mit Blut füllt. Weniger auffällige Blutungen führen über einen längeren Zeitraum zu Blutarmut. Die Diagnose wird mittels einer Tastuntersuchung des Mastdarms und Spiegelung des Analkanals (Proktoskopie) gestellt.
Behandlung: Begleitende Entzündungen und Schwellungen, die für einen Großteil der Beschwerden verantwortlich sind, können durch Salben oder Zäpfchen (Hämorrhoidenmittel) behandelt werden.
Zusätzlich erfolgt bei Hämorrhoiden des Stadiums I–II eine Verödung (Sklerosierung, Infrarotkoagulation). Ab Stadium III wird eine Hämorrhoidektomie durchgeführt. Dabei werden die Hämorrhoiden abschnittsweise vom Schließmuskel gelöst und abgetragen, nachdem die versorgenden Blutgefäße unterbunden wurden. Als Komplikation kann es nach der Operation zu Blutungen und sehr selten zu einer eingeschränkten Kontrolle über die Stuhlentleerung (Stuhlinkontinenz) oder einer Enge im Afterbereich kommen.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 29.03.2011
Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Diabetes Ratgeber mit den Schwerpunkten Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit
BABY und Familie mit Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vorsorge, Kinderkrankheiten, Homöopathie und Erziehung