Grand-Mal-Anfall,
[grãˈmal‐ , französ. ], tonisch-klonischer Krampfanfall:epileptischer Krampfanfall, der mit typischen Bewegungsabläufen und vorübergehendem Bewusstseinsverlust einhergeht (Epilepsie). Dem Anfall kann eine Aura vorangehen, z. B. ein Wärme- oder Beklemmungsgefühl, das von der Magengegend zum Hals aufsteigt. Der Betroffene stürzt bewusstlos zu Boden, wobei er oft einen Schrei ausstößt (Initialschrei). Die folgende tonische Phase dauert meist nur einige Sekunden und ist gekennzeichnet durch eine anhaltende Anspannung der Muskulatur, die zu einer Überstreckung der Gliedmaßen führt. Der Betroffene atmet nicht mehr, das Gesicht verfärbt sich blau, die Pupillen sind weit und lichtstarr. In der sich anschließenden klonischen Phase treten rhythmische, rasch aufeinander folgende Zuckungen am ganzen Körper auf, dabei kommt es oft zu unwillkürlichem Urin- und Stuhlabgang. Nach wenigen Minuten hören die Zuckungen auf, es schließt sich eine längere Schlafphase an (Terminalschlaf). Der Kranke erinnert sich später nicht an den Anfall.
Obwohl es nicht so aussieht, sind diese Anfälle für den Betroffenen meist ohne unmittelbare schädliche Folgen. Die größte Gefahr besteht in Verletzungen, die durch den Sturz auftreten, oder in Knochenbrüchen (z. B. an den Wirbelkörpern) durch die Muskelanspannung. Rückblickend kann bei einer unklaren Bewusstlosigkeit auf einen Grand-Mal-Anfall geschlossen werden, wenn eine Bissverletzung an der Zunge (Zungenbiss) vorliegt. Gefährlich sind ungewöhnlich lange Krampfphasen (Status epilepticus), die zu Dauerschäden am Gehirn infolge Sauerstoffmangels führen können, sowie Lungenentzündungen durch das Einatmen von Erbrochenem.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 15.09.2011
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