Anmelden | Registrieren
Drucken

Fazialislähmung

Fazialislähmung, Fazialisparese, Gesichtslähmung:

Lähmung der vom Nervus facialis versorgten mimischen Gesichtsmuskulatur, die in zwei durch unterschiedliche Schädigungen hervorgerufenen Formen auftritt.

Ursache und Befund: Bei der zentralen Fazialislähmung liegt der Schädigungsort meist im Großhirn. Sie tritt z. B. bei Halbseitenlähmung nach Schlaganfall auf. Es kommt zu einer Störung der mimischen Muskulatur v. a. im Mundbereich; das Stirnrunzeln ist weiterhin möglich. Die periphere Fazialislähmung ist dagegen durch eine direkte Schädigung des Nervus facialis bedingt und führt zu einer die gesamte mimische Muskulatur einer Gesichtshälfte betreffenden Lähmung.

Am häufigsten ist die idiopathische periphere Fazialislähmung, deren Ursache letztlich nicht geklärt ist. Vermutet wird, dass sie Folge einer Infektion ist. Seltener ist sie Begleiterkrankung bei bestimmten Krankheiten des Nervensystems, z. B. Borreliose, multiple Sklerose, oder Erkrankungen im Bereich des Mittelohres und der Ohrspeicheldrüse. Meist entwickelt sich innerhalb von Stunden eine unvollständige oder vollständige, meist einseitige Gesichtslähmung. Gleichzeitig können Geschmacksstörungen und evtl. eine gesteigerte Hörempfindung bestehen. Hinzutreten können Störungen des Empfindens von Berührung, Schmerz oder Temperatur und der Tränen- und Speichelsekretion auf der betroffenen Seite. Ist die Lähmung so ausgeprägt, dass das Augenlid nicht mehr geschlossen werden kann (Lagophthalmus), besteht die Gefahr einer Hornhautentzündung. Die Heilungschancen sind gut, allerdings kann sich diese Form über Monate hinziehen und eine leichte einseitige Schwäche der Gesichtsmuskulatur zurücklassen.

Behandlung: Regelmäßiges Training der mimischen Muskulatur vor dem Spiegel (anfangs unter krankengymnastischer Anleitung) und der Verzicht auf Rauchen und Kosmetika stehen im Vordergrund der Behandlung. In jedem Fall muss eine umfangreiche Diagnostik zum Ausschluss anderer Grunderkrankungen erfolgen, die entsprechend behandelt werden müssen.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 04.08.2011

Medíkamente

 Wechselwirkungs-Check

Alle Krankheiten von A bis Z

Leicht verständliche Informationen zu Ursachen, Symptomen, Diagnose und Therapie von über 700 Krankheiten – alphabetisch sortiert von A wie Allergie bis Z wie Zahnfleischentzündung  »

Experten-Sprechstunde

Kompaktes Expertenwissen in über 1000 Fragen und Antworten: Unsere aktuelle Rubrik "Experten-Sprechstunde" bietet Informationen aus erster Hand zu den Gesundheitsproblemen unserer Zeit »

Symptome

Suchen Sie hier nach Symptomen und ihren Ursachen alphabetisch von A bis Z. Beachten Sie bitte auch den Hinweis rechts »

Laborwerte

Von CRP über TSH bis PSA – hier können Sie nachlesen, was häufige Abkürzungen und Fremdwörter in Ihrem Laborbericht bedeuten »

Diagnose-Vefahren

EKG, CT, MRT: Was verbirgt sich hinter solchen Kürzeln? medizinische Untersuchungen einfach erklärt – von Röntgen bis Herzkatheter »

Therapien von A bis Z

Von Chemotherapie über Logopädie bis Akupunktur: Wichtige Behandlungsverfahren im Überblick »

Laborwerte

Von CRP über TSH bis PSA – hier können Sie nachlesen, was häufige Abkürzungen und Fremdwörter in Ihrem Laborbericht bedeuten »

Das Heilpflanzen-Lexikon

Hier finden Sie einen Überblick über wichtige Arzneipflanzen von A bis Z »

© Wort & Bild Verlag GmbH & Co KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages

Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Diabetes Ratgeber mit den Schwerpunkten Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit
BABY und Familie mit Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vorsorge, Kinderkrankheiten, Homöopathie und Erziehung