Schwangerschaft, bei der sich das befruchtete Ei außerhalb der Gebärmutter einnistet. Bei ca. 1–2 % aller Schwangerschaften liegt eine Extrauterinschwangerschaft vor. Begünstigende Faktoren sind z. B. vorangegangene Entzündungen von Eierstöcken und Eileitern, durch die Verklebungen entstanden sind, und das Tragen einer »Spirale«. Auch Frauen, die bereits früher eine Extrauterinschwangerschaft hatten, sind erneut anfällig. Um eine Extrauterinschwangerschaft möglichst früh zu erkennen, wird bei der ersten Schwangerenvorsorge eine Ultraschalluntersuchung durch die Scheide durchgeführt. Dabei kann der Ort der Einnistung genau bestimmt werden.
Eileiterschwangerschaft (Tubargravidität, Tubenschwangerschaft): Die Einnistung des befruchteten Eis hat auf dessen Weg vom Eierstock in die Gebärmutter stattgefunden. Geschieht dies im weiten Teil des Eileiters, hat die Frucht zunächst Platz zu wachsen. Erst zwei Wochen nach Ausbleiben der Periode stirbt der Embryo durch Mangelernährung ab. Er wird dann meist in die freie Bauchhöhle ausgestoßen (Tubarabort). Die Betroffene leidet unter Blutungen und krampfartigen Unterbauchschmerzen, evtl. kann sich ein Kreislaufversagen einstellen. Hat sich das Ei im engen Teil des Eileiters eingenistet, kommt es meist schon sehr früh zum Platzen des Eileiters (Tubarruptur) durch den wachsenden Embryo mit Blutung in den Bauchraum. Wird eine Eileiterschwangerschaft im Frühstadium erkannt, kann die Frucht mittels Bauchspiegelung aus dem Eileiter entfernt werden; im Spätstadium (bei geplatztem Eileiter) ist die Entfernung des Eileiters erforderlich.
Eierstockschwangerschaft (Ovarialgravidität): Das befruchtete Ei hat sich im Eierstock eingenistet. Etwa zwei Wochen nach Ausbleiben der Regelblutung setzen z. T. starke Bauchschmerzen ein. Die Frucht muss entfernt werden.
Bauchhöhlenschwangerschaft (Abdominalgravidität): Das Ei siedelt sich auf dem Bauchfell an. Die Beschwerden sind nicht typisch, da zunächst genügend Platz für die wachsende Frucht vorhanden ist. Meist stirbt der Embryo nach einigen Wochen durch Unterversorgung an Nährstoffen ab. Auch hier besteht die Behandlung in der operativen Entfernung der Frucht.
Zervixschwangerschaft: Sehr selten nistet sich das befruchtete Ei in den Gebärmutterhals ein. Dies kann zu sehr starken Blutungen führen.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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