Crohn-Krankheit,
Ileitis terminalis, Enteritis regionalis:häufige chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die hauptsächlich im unteren Dünn- und im Dickdarm auftritt; prinzipiell ist jedoch ein Befall des gesamten Magen-Darm-Trakts möglich. Die Crohn-Krankheit betrifft (im Ggs. zur Colitis ulcerosa) alle Schichten der Darmwand.
Ursache: Die Entstehungsmechanismen der Crohn-Krankheit sind noch nicht genau bekannt. Es wird eine genetische Veranlagung und eine Störung des Immunsystems (Autoimmunerkrankung) vermutet; außerdem wird eine Auslösung durch Infektionen diskutiert.
Befund: Die Erkrankung beginnt meist allmählich und verläuft typischerweise in Schüben. Die Betroffenen haben über einen längeren Zeitraum 3- bis 6-mal täglich Durchfälle und krampfartige Bauchschmerzen, v. a. im rechten Unterbauch, gelegentlich auch Fieber. Aus den entzündeten Darmabschnitten können die Nährstoffe nur unzureichend aufgenommen werden. Darüber hinaus essen die Betroffenen aus Angst vor den Schmerzen, die der Nahrungsaufnahme folgen, zu wenig. Daher kommt es sehr oft zu einem Gewichtsverlust. Häufig sind auch andere Organe entzündlich verändert, insbesondere die Haut (Erythema nodosum), die Gelenke und die Augen, seltener die Gallenwege. Gefährliche Komplikationen sind narbige Darmverengungen, Abszesse, Übergreifen der Entzündung auf Nachbarorgane und Fisteln.
Die Diagnose wird durch Spiegelung des unteren Dünn- und Dickdarms mit Gewebeentnahme oder auch mit einer Röntgenuntersuchung gesichert.
Behandlung: Die Crohn-Krankheit wird so lange wie möglich mit entzündungshemmenden Medikamenten (z. B. Kortikoide, Immunsuppressiva) behandelt; nur bei Komplikationen muss der betroffene Darmabschnitt operiert werden. Schwere Schübe können eine künstliche Ernährung erforderlich machen. Bei höhergradiger Aufnahmestörung des Darms ist zusätzlich der Ersatz von Vitaminen und Spurenelementen erforderlich. Auch unter einer Dauertherapie neigt die Crohn-Krankheit zu immer wieder neuen Schüben. Eine psychotherapeutische Behandlung und der Kontakt zu Selbsthilfegruppen sind hilfreich. Für die Ernährung gibt es keine allgemein gültigen Regeln, die individuelle Verträglichkeit muss ausgetestet werden.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 04.05.2012
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