Hanf; auch zusammenfassende Bezeichnung für die illegalen Rauschdrogen Marihuana und Haschisch, die v. a. aus den Triebspitzen bzw. dem Harz des Indischen Hanfs (Cannabis sativa) gewonnen werden. Diese Cannabisprodukte enthalten verschiedene halluzinogene Cannabinoide mit dem Hauptwirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) und werden meist geraucht. Ihr Konsum führt zu einer ausgelassenen, leicht euphorischen Stimmung bis hin zu Halluzinationen und Steigerung des Appetits. Eine körperliche Abhängigkeit (Sucht) bildet sich nicht aus, bei Dauergebrauch kann sich jedoch eine psychische Abhängigkeit entwickeln. Das Stoffwechselprodukt wird im menschlichen Körper lange gespeichert und kann zu Halluzinationen ohne erneute Drogeneinnahme führen sowie in Blut und Urin nachgewiesen werden.
Derzeit wird diskutiert, ob sich Cannabisprodukte zur medizinischen Behandlung einsetzen lassen, da einige Inhaltsstoffe evtl. gegen Schmerzen oder den grünen Star wirken. Der Industriehanf zur Flachs- und Hanfölgewinnung kommt aufgrund seines nur geringen Gehalts an stimulierenden Cannabinoiden nicht als Rauschdroge infrage. Trotzdem ist sein Anbau in Deutschland nur ausnahmsweise und unter strenger Kontrolle gestattet.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 07.12.2010
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