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Brustamputation

Brustamputation,
Ablatio mammae, Mammaamputation, Mastektomie:

operative Entfernung der weiblichen Brust bei Brustkrebs.

Durchführung: Eine Brustamputation erfolgt, wenn nachgewiesen ist, dass ein Tumor bösartig ist und aufgrund seiner Größe oder seines Wachstumsmusters die Entfernung der ganzen Brust erforderlich ist. Sie wird auch notwendig, wenn sich nach einer brusterhaltenden Operation zeigt, dass der Tumor nicht ausreichend entfernt werden konnte. Gleichzeitig wird ein Teil der Achsellymphknoten entfernt. Bei der subkutanen Brustamputation (Mastektomie) werden Haut und Brustwarze belassen und eine Prothese zur Rekonstruktion eingesetzt. Wenn aufgrund der Tumorgröße bzw. -lage eine brusterhaltende Operation nicht durchführbar ist und mit der betroffenen Frau die Entfernung der gesamten Brust vereinbart wurde, besteht jedoch meist die Möglichkeit einer Rekonstruktion.

Komplikationen: Ein Lymphödem und Sensibilitätsstörungen des Armes der betroffenen Seite können vorkommen, bessern sich jedoch meist unter der Behandlung. Zur Vorbeugung eines Lymphödems sollte der Arm der betroffenen Seite leicht abgespreizt und erhöht auf einem Kissen gelagert werden. Frühzeitige Bewegungsübungen beugen einem Lymphödem und einer Einsteifung des Schultergelenks vor, Überbelastung und monotone Bewegungen sollten jedoch vermieden werden. Beim Ankleiden ist es günstig, mit der kranken Seite, beim Auskleiden mit der gesunden Seite zu beginnen.

Rekonstruktion der Brust: Als rekonstruktives Verfahren kommt die Verpflanzung körpereigenen Gewebes, z. B. die Verlagerung eines Teils des langen Bauchmuskels (transversaler Rektuslappen) oder des breiten Rückenmuskels (Latissimus-dorsi-Lappenplastik) zur Formung einer Brust (Mammaplastik) infrage. Der an einem Blutgefäßstiel hängende Hautlappen wird unter einem Hauttunnel hindurchgeführt und an der Entnahmestelle der Brust zu einem neuen Brustkörper modelliert. Weiterhin kann die entfernte Brust durch Implantation einer Prothese (Brustimplantat) nachgebildet werden. Hierzu wird je nach Größe der Prothese diese direkt nach der Brustentfernung eingesetzt. Es kann auch ein Dehnkörper unter dem Brustmuskel eingebracht werden, der im Verlauf von einigen Monaten mit Flüssigkeit aufgefüllt wird, damit die Haut sich so weit dehnt, dass in einer weiteren Operation die Prothese eingesetzt werden kann. Die Nachbildung einer Brustwarze und des Warzenvorhofs kann z. B. durch Teilung der anderen Brustwarze oder durch ein Hauttransplantat von den Oberschenkelinnenseiten vorgenommen werden.

Externe Brustprothese: Nicht jede Frau wünscht sich eine Rekonstruktion der entfernten Brust. Um optimalen Tragekomfort und optisch gute Resultate zu erzielen, stehen verschiedene Modelle von Prothesen zur Verfügung. Büstenhalterprothesen, die in BH oder Badeanzug eingelegt oder mit einem Haftstreifen direkt am Körper befestigt werden, sind einfach zu handhaben und haben mit Ausnahme von gelegentlich auftretenden Hautreaktionen auf den Haftstreifen kaum Nachteile. Für das Anlegen einer Klebeprothese wird zunächst ein mit einem Klettband versehener Haftstreifen vom Brustbein her auf die Haut geklebt und dann daran die Prothese fixiert.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 07.12.2010

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