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Blutgruppe

Einteilung von Eigenschaften des Blutes anhand erblicher Oberflächenmerkmale der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und anderer Blutbestandteile. Es gibt mindestens 300 verschiedene Blutgruppensysteme. Die beiden wichtigsten sind das AB0-System und das Rhesussystem.

AB0-System

Jeder Mensch besitzt eine der vier Blutgruppen A, B, AB oder 0, die nicht miteinander verträglich sind. Diese Blutgruppennamen bezeichnen jeweils bestimmte immunologische Eigenschaften der Erythrozyten, die für das gesamte Leben bestehen und nach festen Regeln vererbt werden. Die vier Blutgruppen finden sich in verschiedener Häufigkeit in der Bevölkerung. In Deutschland ist die Blutgruppe A mit 44 % in der Bevölkerung vertreten, Blutgruppe 0 mit 42 %, Blutgruppe B mit 10 % und Blutgruppe AB mit 4 %.

Blutgruppenantigene: Der jeweilige Grundtyp des Blutes wird durch das Vorhandensein bzw. Fehlen verschiedener Antigene auf der Oberfläche der Erythrozyten, im Fall des AB0-Systems der Antigene A bzw. B, bestimmt. Die Antigene der Erythrozyten sind große Zucker-Eiweiß-Verbindungen (Glykoproteine), deren unterschiedliche Zuckerketten den Erythrozyten bzw. dem Blut spezifische immunologische Eigenschaften verleihen. Die Antigene A und B bezeichnen Blutgruppeneigenschaften des Menschen, die für sich allein (Blutgruppe A, Blutgruppe B) vorhanden sein können, gemeinsam vorkommen (Blutgruppe AB) oder ganz fehlen können (Blutgruppe 0).

Blutgruppenantikörper: Jeder Mensch entwickelt Antikörper, die gegen die Blutgruppenantigene gerichtet sind, die er nicht besitzt. Im AB0-System befinden sich im Blutplasma der Blutgruppe A Antikörper gegen Antigene der Blutgruppe B (Anti-B), im Blutplasma der Blutgruppe B Antikörper gegen Antigene der Blutgruppe A (Anti-A). Das Blut der Blutgruppe AB enthält keine dieser Antikörper, während Blut der Blutgruppe 0 Anti-A und Anti-B enthält. Wird bei Transfusionen das Blut einer anderen Blutgruppe übertragen, so treffen die körpereigenen Blutgruppenantikörper und die Blutgruppenantigene mit den zugeführten fremden Erythrozyten zusammen. Dies führt zu einer Antigen-Antikörper-Reaktion, deren Folge die Verklumpung von Erythrozyten mit lebensbedrohlichen Folgen für den Empfänger ist. Diese Verklumpung bezeichnet man als Agglutination, die Antikörper werden deshalb auch Agglutinine genannt.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 07.12.2010

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