aktives und passives Training der Muskulatur des Beckenbodens. Insbesondere nach Geburten, größeren Operationen im Beckenbereich (z. B. bei Prostatakarzinom) oder bei beginnender Senkung des Beckenbodens ist eine spezielle Gymnastik sinnvoll, um einer Verlagerung der Organe des kleinen Beckens, z. B. einer Gebärmuttersenkung, und den daraus resultierenden Beschwerden wie evtl. Harninkontinenz vorzubeugen bzw. entgegenzuwirken. Bei der aktiven Beckenbodengymnastik werden Scheidenkegel unterschiedlichen Gewichtes wie ein Tampon in die Scheide eingeführt. Durch Anspannen der Beckenbodenmuskulatur soll ein Herausrutschen der Kegel verhindert werden. Wirkungsvoll sind auch aktive Anspannungsübungen. Besonders frisch operierte ältere Frauen und Wöchnerinnen sollten zur Anregung der Beckenbodenmuskulatur eine passive Beckenbodengymnastik durchführen, bei der ein Krankengymnast gezielt den Übungsablauf steuert bzw. unterstützt. Nach einer Operation sollten die Übungen der Beckenbodengymnastik 2–3 Monate lang durchgeführt werden, bei Tendenz zur Harninkontinenz auch über Jahre.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 07.12.2010
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