vollständige Entfernung eines Körperteils oder Organs. Eine Amputation geschieht entweder verletzungsbedingt (traumatisch) oder ist eine notwendige Behandlungsform bei schwerer Erkrankung des betroffenen Körperteils.
Verletzungsbedingte Amputation
Unter günstigen Bedingungen, d. h., wenn es sich um eine glatte Abtrennung ohne ausgedehnte Weichteilschäden und eine saubere Wunde handelt, keine Gefäßerkrankungen vorliegen und es zu keiner zusätzlichen Schädigung des Amputats durch den Transport gekommen ist, kann die Gliedmaße wieder angenäht (replantiert) werden. Dabei werden die zusammengehörenden Strukturen, wie z. B. Gefäße, Nerven, Sehnen, einzeln miteinander verbunden. Auch wenn die Gliedmaße anwächst, bleiben häufig deutliche Funktionseinbußen zurück. Kann das Amputat nicht replantiert werden, muss die Wunde am Stumpf versorgt werden. Dabei werden offene Gefäße unterbunden und die Wunde nach Möglichkeit durch eine Naht verschlossen.
Therapeutische Amputation
Gründe: Die Amputation einer Gliedmaße wird in Deutschland meist aufgrund einer Durchblutungsstörung (AVK) oder wegen schwerer Gefäßveränderungen aufgrund eines Diabetes mellitus notwendig, seltener bei Verletzungen, Entzündungen oder bösartigen Tumoren. Organe werden häufig wegen eines bösartigen Tumors entfernt (z. B. Rektumamputation).
Durchführung: Grundsätzlich wird so viel wie möglich von einer Gliedmaße oder einem Organ erhalten, um eine gute Restfunktion zu gewährleisten. Bei der Grenzzonenamputation der Hand oder des Fußes wird bis zu der Stelle amputiert, wo eine ausreichende Durchblutung zu erkennen ist. In allen übrigen Fällen wird die Amputationshöhe gewählt, die für eine spätere Versorgung mit einer Prothese günstig ist.
Komplikationen: Als Komplikationen sind Nachblutungen, Wundheilungsstörungen, Schwellungen und Entzündungen möglich. Längerfristig kann es zu einer Dauerverkürzung der im Vergleich zur Streckung kräftigeren Beugemuskulatur kommen. Dies erschwert das Gehen mit einer Prothese erheblich, weshalb schon kurz nach dem Eingriff auf eine Lagerung in Streckstellung und frühzeitige krankengymnastische Behandlung geachtet werden muss. Auch Hautprobleme im Stumpfgebiet, Schmerzen und ein Phantomempfinden können auftreten, wobei Schmerzen in dem verloren gegangenen Körperglied empfunden werden (Phantomschmerz). Bei einem Stumpfneurom kommt es zu einer geschwulstartigen, druckschmerzhaften Verdickung von Nervenenden im Narbenbereich.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 07.12.2010
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