vermehrte Ausschüttung des Mineralokortikoids Aldosteron aus der Nebennierenrinde.
Ursache: Beim primären Aldosteronismus (Conn-Syndrom) liegt eine Nebennierenrindenüberfunktion vor, die fast immer durch gutartige Tumoren (Aldosteronome) oder beidseitige Gewebsvermehrung (Hyperplasie) der Nebennierenrinde bedingt ist.
Der sekundäre Aldosteronismus ist verursacht durch eine übermäßige Aktivierung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Mechanismus, z. B. bei Therapie mit harntreibenden Mitteln oder einer Verengung der Nierenarterien. Ein dem Aldosteronismus ähnliches, doch weniger ausgeprägtes Beschwerdebild (Pseudo-Conn-Syndrom, Lakritzensaftsyndrom) kann durch übermäßigen Lakritzgenuss hervorgerufen werden.
Befund: Typischerweise haben die Betroffenen einen Bluthochdruck, bei längerem Bestehen mit entsprechenden Folgeerkrankungen. Als Folgen der Elektrolytstörungen entwickeln sich Verstopfung, Muskelkrämpfe, Muskelschmerzen und -schwäche bis hin zu Lähmungen und Missempfindungen wie Kribbeln v. a. in Händen und Füßen. Im Blut zeigen sich erniedrigte Kalium-, Magnesium-, und Chloridspiegel sowie erhöhte Konzentrationen von Natrium und Aldosteron. Mithilfe von Ultraschall, Szintigrafie, Computer- oder Kernspintomografie lassen sich Aldosteron produzierende Tumoren lokalisieren.
Behandlung: Bei Tumoren wird die betroffene Nebenniere entfernt, bei Gewebsvermehrung wird die Wirkung des Aldosterons medikamentös unterdrückt. Bei sekundärem Aldosteronismus muss die Grunderkrankung therapiert werden.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 07.12.2010
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