Wie Sportler im Winter ihre Haut pflegen

Kälte auf der Piste, Heizungsluft im Fitnessstudio, gechlortes Wasser im Hallenbad: Wer im Winter Sport treibt, fordert die Haut. Mit diesen Tipps bleibt sie zart

von Katrin Neubauer, aktualisiert am 08.01.2016

Sonne, kalte Luft, Wind: Das reizt die Haut

W&B/seasons.agency / Andre Reinke

Auf der Piste, im Hallenbad, bei einem Waldlauf oder im Fitnessstudio – auch im Winter will man seinen Körper fit halten. Für die Haut hat das – im wahrsten Sinne des Wortes – einen besonderen Reiz. Extreme Temperaturwechsel und heiße Duschen nach dem Auspowern können unserer Hülle ganz schön zusetzen.

"Heizungsluft, Wind und Kälte entziehen der Haut im Winter Feuchtigkeit. Das stellt höhere Anforderungen an die Pflege als im Sommer", sagt Ina Bartels, Apothekerin in Hannover. Bei niedrigen Temperaturen verteilt sich die schützende Talgschicht nicht mehr so leicht auf der Oberfläche. Die Haut wird trockener und empfindlicher. "Umso wichtiger ist es, sie nach dem Sport mit ausreichend Fett und Feuchtigkeit zu versorgen, damit sie nicht spannt, juckt oder schuppt", sagt Bartels.


Auf der Skipiste: Haut braucht UV-Schutz und viel Feuchtigkeit

Beim Skifahren beginnt gute Pflege damit, sich vor UV-Strahlen und der schneidenden Kälte zu schützen. Bevor es auf die Piste geht, sollte man die Haut mit Fett und Sonnenschutz rüsten und sie danach mit Feuchtigkeit verwöhnen. "Fetthaltige Cremes verhindern wie ein Handschuh zu starkes Austrocknen", sagt Dr. Kathrin Büke, Apothekerin in Berlin. Lippen und Ohren dabei nicht vergessen. Lippenstifte mit Sonnenschutzfaktor und natürlichen Fetten wie Kakao- oder Sheabutter helfen zusätzlich. Achtung: Zinksalbe eignet sich nicht als Alternative. Sie hält zwar UV-Strahlen ab, trocknet aber aus.

Nach der letzten Abfahrt braucht das windgepeitschte und sonnenverwöhnte Gesicht vor allem Feuchtigkeit. Die steckt zum Beispiel in Produkten mit Aloe vera. "Je nach Hautzustand sind Cremes mit einem Fettanteil von 25 bis 35 Prozent zu empfehlen", sagt Apothekerin Bartels. Bei einem leichten Sonnenbrand kühlen jetzt feuchte Umschläge – etwa mit einem Thermalwasserspray. Und After-Sun-Präparate lindern die Hautschäden. Der Inhaltsstoff Panthenol hemmt Entzündungen und fördert die Wundheilung. Auch aufgesprungene Lippen erholen sich mit Panthenolpräparaten schnell.

Nach der Pflege sollte die Haut nicht glänzen. Sonst waren die verwendeten Produkte zu reichhaltig und sind nicht optimal eingezogen. Nach einem Tag in den Bergen verlangt unsere Hülle eher nach Feuchtigkeit als nach Fett. "Produkte mit Glyzerin und Harnstoff (Urea) versorgen die Haut damit besonders gut", sagt Apothekerin Büke. Allerdings kann Harnstoff auf rissiger Haut brennen. "Am effektivsten gegen Austrocknung zeigten sich in Studien Präparate mit fünf Prozent Urea und zehn Prozent Glyzerin", erklärt die Berliner Expertin. Ähnlich effektiv wirke außerdem Hyaluronsäure.

Dr. Marion Moers-Carpi, Hautärztin in München, ergänzt: "Neben Cremes kann auch eine feuchtigkeitsspendende Gesichtsmaske helfen, den angegriffenen Hydrolipidfilm zu regenerieren." Dieser schützt die Haut vor Eindringlingen wie Keimen.


Joggen im Winter: Haut nicht austrocknen lassen

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Auf der Joggingstrecke: Gesicht mit Cold Cream schützen

Auch wenn es draußen eisig kalt ist – wer läuft, schwitzt trotzdem. Das trocknet die Haut aus. "Das Gesicht ist der Kälte besonders ausgesetzt. Schützen Sie es während des Trainings am besten mit einer Cold Cream", rät Apothekerin Bartels. Also mit einer speziellen, sehr reichhaltigen Schutzsalbe.

Nach der Joggingrunde idealerweise erst einmal eine Pause einlegen und genügend trinken. "Wer mit stark durchbluteter Haut sofort duscht, schwitzt hinterher weiter", sagt Bartels. Pflegepräparate ziehen dann schlecht ein. Bäder mit Rosmarin- oder Kampferöl können Muskelkater lindern. Sie fördern die Durchblutung, deshalb nicht sofort nach dem Training baden, nicht zu heiß und nicht länger als 15 bis 20 Minuten. Ölbäder halten die Haut weich, ersetzen aber nicht das Eincremen.


Im Fitnessstudio: Milde Reinigungsprodukte verwenden

Beim Gewichtestemmen oder Crosstraining im beheizten Fitnesscenter gerät die Haut unter Stress. "Sie wird durch trockene Luft, Staub und Schweiß strapaziert. Es kann zu Irritationen kommen", so Apothekerin Bartels. Danach solle man Schweiß und Schmutz mit milden Produkten gut abwaschen, damit die Poren nicht verkleben und Pflegepräparate gut einziehen können.

"Frischen Schweiß bekommt man mit Wasser allein weg", sagt Dermatologin Moers-Carpi. "Mit zu viel Duschgel wäscht man den Lipidfilm ab, deshalb sparsam und nur an manchen Stellen verwenden – etwa unter den Achseln." Schminke und Make-up lassen sich mit Reinigungsmilch sanft entfernen. "Rouge oder Make-up-Puder verstopfen die Poren und lassen den Schweiß schlecht abfließen", sagt Bartels. Verzichten Sie beim Sport besser darauf. Eine mögliche Alternative: getönte Cremes, die sich dem Farbton des Gesichts anpassen.

Nach dem Training braucht die Haut Lotions mit viel Feuchtigkeit. Wer zusätzlich hautstraffende Cremes aufträgt, sollte wissen: Sie wirken nur in Kombination mit viel Bewegung und gesunder Ernährung. Und nur wenn man regelmäßig cremt, also möglichst zweimal täglich.


Schwimmen im Winter: Milde Pflege wichtig

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Im Schwimmbad: Chlor gut abwaschen

Schwimmen oder Toben bei angenehmen 30 Grad Wassertemperatur – im Winter geht das in unseren Breiten nur im gechlorten Wasser von Hallenbädern. Wasser wäscht jedoch den schützenden Lipidfilm der Haut ab. Je länger man badet, desto mehr öffnen sich zudem die Poren. "Chlor kann leichter einziehen und die Haut zusätzlich reizen", sagt Apothekerin Bartels.

Die Chemikalie sollte hinterher unter der Dusche mit einem milden Produkt gut abgewaschen und auch das Gesicht nicht vergessen werden. Ebenso müssen die Haare gründlich gereinigt werden, am besten mit einem mildem Shampoo, das möglichst wenige Duftstoffe enthält. Mitunter kann auch eine Pflegekur strapaziertem Haar nach dem Sport guttun.

"Ein leicht rückfettendes Duschöl oder Duschgel hilft der Haut, ihren natürlichen Schutzfilm wieder aufzubauen", sagt Apothekerin Bartels. Seifen haben beim Reinigen unter der Dusche einen kontraproduktiven Effekt. Sie greifen den ohnehin ausgedünnten Säureschutzmantel der Haut nur zusätzlich an. Zu den milderen Reinigungspräparaten gehören etwa Waschemulsionen mit Zuckertensiden. "Die schäumen und reinigen trotzdem schonend", erklärt Apothekerin Büke.

Nach dem Duschen sollte man die Haut mit dem Handtuch abtupfen, nicht abrubbeln. Und anschließend mit rückfettenden Substanzen pflegen. Körperlotions mit Mandel-, Aprikosen-, Jojoba- oder Avocadoöl dämpfen mitunter auftretenden Juckreiz und versorgen die Haut nach dem Baden oder einem Saunagang mit ausreichend Fett. Da die Poren geöffnet sind, lassen sich Öle jetzt besonders gut einmassieren. "Meist genügt nach der Sauna aber eine leichte, nicht zu fetthaltige Körpermilch", sagt Expertin Bartels. Empfindliche Haut können Präparate mit Süßholzextrakten beruhigen.



Bildnachweis: Banana Stock/RYF, Thinkstock/iStockphoto, W&B/seasons.agency / Andre Reinke

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