Wie Sie die Abwehrkräfte der Haut stärken

Die Haut muss täglich vielen Belastungen standhalten. Die richtige Pflege stärkt ihre Abwehrkraft

von Angelika Bauer-Delto, 04.01.2016

Sensible Hülle: Die Haut ist vielen Widrigkeiten ausgesetzt

W&B/Forster & Martin

Milliarden Keime besiedeln die Hautoberfläche. Zudem strapazieren Kälte und trockene Heizungsluft, Wasser und Seife das größte Organ des Menschen. Doch unsere Haut ist gut gerüstet. Den äußeren Schutzwall bildet die Hornschicht. "Die Haut erneuert diese Barriere ständig", erklärt Professorin Christiane Bayerl, Leiterin der Klinik für Dermatologie und Allergologie an den Horst-Schmidt-Kliniken in Wiesbaden. Hautzellen wandern an die Oberfläche, verhornen und ersetzen abgestorbene Zellen in der Hornschicht.


Haut ist wichtige Schutzbarriere

Während sie reifen, bilden die Hautzellen Fettsubstanzen wie freie Fettsäuren, Cholesterin und Ceramide sowie Eiweiße wie Filaggrin. Diese wirken als Kittsubstanz zwischen den Hornzellen und machen die Haut geschmeidig und widerstandsfähig. Voraussetzung dafür, dass dieser Lipidstoffwechsel gut funktioniert, ist ein leicht saurer pH-Wert der Hornschicht. Das saure Milieu hält auch die Hautflora im Gleichgewicht.

Darüber hinaus stellen Hautzellen Substanzen her, die gegen Mikroorganismen wirken. Diese Stoffe sind ein Teil des Immun­systems. Sie kontrollieren Wachstum und Zusammensetzung der Hautflora und verteidigen die Haut gegen Attacken von Erregern wie Bakterien, Viren oder Pilzen. Können Krankheitserreger die Barriere überwinden, wird das Immunsys­tem aktiv. Die Haut verfügt über spezielle Zellen, die weitere Zellen der Abwehr mobilisieren.

Die Abwehrfunktion der Haut stärken

Bei Menschen mit Allergien reagiert das Immunsystem jedoch auf eigentlich harmlose Umwelteinflüsse mit ­einer überschießenden Abwehr, die zu juckenden Rötungen und Hautausschlag führt. Zu den häufigsten Allergieauslösern an der Haut zählen Duftstoffe. Ist ihre Barri­ere beeinträchtigt, verliert die Haut Feuchtigkeit und trocknet aus. Sie wird anfälliger für Reizungen und Entzündungen. In die nun spröde, rissige Hornschicht können Krankheitskeime und Allergene leichter eindringen.

"Regelmäßige Pflege stärkt die Barrierefunktion und trägt dazu bei, dass die Haut gesund bleibt", sagt Bay­erl. Dem Haut­zustand angepasste Produkte halten den Fett-Feuchtigkeits-Haushalt im Gleichgewicht. Das spürt man nach dem Auftragen: Die Haut spannt nicht mehr und wirkt geschmeidig.

Die richtige Hautpflege finden

Normale Haut benötigt Feuchtigkeitspflege auf der Basis einer leichten Öl-in-Wasser-Emulsion. Bei trockener Haut sollte das Produkt stärker rück­­fetten. Der Apotheker Dr. Andreas Hünerbein aus Naumburg empfiehlt ­­Präparate mit Mandel-, Nachtkerzen-, Borretsch- oder Olivenöl, die reichlich ungesättigte Fettsäuren enthalten.

Günstig sind auch Inhaltsstoffe wie Ceramide und Cholesterole. Feuchthaltefaktoren wie beispielsweise Harn­stoff, Glyzerin oder Milchsäure tragen dazu bei, dass trockene Haut besser Wasser bindet. Panthenol und Thermalwasser haben einen be­ruhi­gen­­den Effekt. Pflegeprodukte für empfindliche Haut sollten keine Emulgatoren, Duft- oder Konservierungsstoffe enthalten.



Bildnachweis: W&B/Forster & Martin

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