Die deutschen Frauen: nicht zu begreifen. Wie sie sich gehen lassen! Kaum Make-up, wenig Parfüm. Und dass sie sich so wenig Zeit für ihre Körperpflege nehmen! Nur 30 Minuten am Tag, Schminken inbegriffen. Die Japanerin dagegen verbringt im Schnitt zwei Stunden mit Waschen, Cremen, Pflegen, Entgiften und Massieren.
Niemals würde sie ohne perfekt geschminkten Teint das Haus verlassen. Und ganz sicher nicht – wie zum Beispiel Brasilianerinnen – am Strand in der prallen Sonne brutzeln. Im Gegenteil! In Japan gilt ein heller Porzellanteint als Schönheitssymbol.
Schönheitsideale und Pflegerituale weichen weltweit gelegentlich stark voneinander ab – und stoßen auf gegenseitiges Missverständnis. Was steckt dahinter, dass Japanerinnen nichts mit deutschem Pflege Laissez-faire anfangen können – und wir nur wenig mit stundenlangen täglichen Aufenthalten im Badezimmer?
„Der Grund dafür sind kulturelle Motive und Werte“, erklärt Europa Bendig, Geschäftsführerin der Hamburger Trend- und Marktforschungsagentur „Sturm und Drang“. Ihre Aufgabe besteht darin, Beauty-Produkte international auf verschiedenen Märkten zu etablieren. Dabei kommt es auch darauf an, die richtige Landes-Sprache zu treffen.
Das Aussehen folgt inneren Werten
Jede Nation, so zeigen sozialwissenschaftliche Studien, hat ihren eigenen kulturellen Code, eine Art unausgesprochene Übereinkunft, welche Werte als wichtig gelten.
Deutschland zum Beispiel pflegt eine „Wahrheits-Kultur“: „Wir sind das Land der Dichter und Denker“, meint Bendig, „auf der Suche nach Erkenntnis.“ Dieser nationale Code prägt auch die Vorstellung von Schönheit und Pflege. Deutsche Frauen mögen es natürlich, sie wollen sich nicht verstellen, setzen auf Charisma und innere Ausstrahlung.
Amerikanerinnen dagegen folgen dem Ideal der Freiheit. Sie betonen deshalb gerne ihre Individualität, setzen sich auffällig in Szene und mögen es in puncto Schminke und Duft gern knallig.
Das Schönheitsideal der Japanerinnen wiederum folgt dem „Unschuldsprinzip“ – und das hat auch mit der Rolle der Frau in der Gesellschaft zu tun. „Die Frau verschönert sich für den Mann, tritt niedlich und weiblich auf“, erklärt Bendig. In Brasilien wiederum leben Frauen einen wahren Körperkult, setzen auf Kurven und Haut.
Weltweit gut gepflegt
Welche Konsequenzen haben diese Schönheits- Codes für die Kosmetik der Frauen verschiedener Nationen? Das lesen Sie auf den nächsten Seiten. Dazu erfahren Sie, was sich von diesen Idealen lernen lässt.
Globale Gesetze
Allen kulturellen Unterschieden zum Trotz eint ein Ideal alle Völker: Makellose Haut ist eines der Hauptmerkmale von Schönheit. Mit Cremes lässt sich zwar nicht erreichen, dass Falten verschwinden, gut gepflegte Haut sieht aber jünger und straffer aus.
Die Gesichtscreme für tagsüber sollte Wirkstoffe enthalten, die hautschädliche Einflüsse mildern, etwa Vitamin C und E oder Hyaluronsäure. Sonnenschutz ist ebenfalls wichtig. Nachts braucht der Teint reparierende Wirkstoffe, zum Beispiel Nachtkerzenöl, Harnstoff, hauteigene Lipide oder Sheabutter.
Achten Sie auch darauf, die Pflege auf den Hautzustand abzustimmen. Ihre Apotheke hilft Ihnen weiter.
Anne-Bärbel Köhle, Apotheken Umschau;
20.08.2010, aktualisiert am 20.08.2010
Bildnachweis: Thinkstock/Stockbyte
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