Migräne
Bei der Migräne kommt es attackenweise zu heftigen, häufig einseitigen und pulsierenden Kopfschmerzen, die bei körperlicher Betätigung zunehmen können. Ein Drittel der Patienten klagt über Schmerzen im gesamten Kopf. Die einzelnen Attacken können begleitet sein von Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Lichtscheu und Lärmempfindlichkeit sowie Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Gerüchen.
Wenn die Kopfschmerzen einseitig auftreten, können sie innerhalb eines Anfalls oder von Attacke zu Attacke die Seite wechseln. Die Dauer der Schmerzen beträgt nach der Definition der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft zwischen vier und 72 Stunden.
Die Migräne kann sich mit bestimmten Symptomen ankündigen. Betroffene bemerken zum Beispiel Sehstörungen, noch bevor die Schmerzen einsetzen. Solche Phänomene bezeichnet man als Aura.
Die Migräne mit Aura betrifft ungefähr 20 Prozent aller Migränepatienten. Sie ist durch begleitende Reiz- und Ausfallerscheinungen der Nerven gekennzeichnet, die sich langsam über 5 bis 20 Minuten entwickeln und bis zu 60 Minuten dauern. Zu den typischen Aurasymptomen gehören Sehstörungen (visuelle Aura), einseitige Störungen der Sensibilität (zum Beispiel Taubheitsgefühl oder Kribbeln), vorübergehende leichte Lähmungserscheinungen sowie Sprachstörungen.
Eine häufige Form der visuellen Aura ist das Flimmerskotom, eine Flimmerempfindung vor dem Auge. Dieses Skotom geht in der Regel von einem Punkt aus und vergrößert sich langsam. Die Randzonen stellen sich gezackt und flimmernd dar. Eine visuelle Aura dauert zwischen 5 bis 30 Minuten. Die Störungen der Wahrnehmung (Sensibilität) verteilen sich typischerweise einseitig auf die Mund- und Handregion. Bewegungseinschränkungen beziehungsweise Lähmungserscheinungen sind eher selten.
Eine Migräne kann aber auch ohne Aura beginnen. Ein- und dieselbe Person kann sowohl unter Attacken mit als auch ohne Aura leiden. Manche Menschen erleben eine Aura, ohne dass sich anschließend das Vollbild der Migränekopfschmerzen entwickelt. Da anhand der Symptome dann nicht klar ist, ob es sich nicht auch um eine andere Erkrankung handeln könnte, müssen diese Personen genauer untersucht werden.
Viele Migränepatienten berichten von einem Beginn der Schmerzen im Nacken, die dann im weiteren Verlauf halbseitig zur Stirn ausstrahlen, sowie von zusätzlichen Nackenverspannungen. Diese sind aber nicht Ursache des Kopfwehs, sondern eher eine Folge: Die Migräne projeziert sozusagen Schmerzen in den Nacken.
Spannungskopfschmerzen
Spannungskopfschmerzen äußern sich meist als drückende oder ziehende beidseitige Kopfschmerzen. Die Schmerzintensität ist leicht bis mäßig, alltägliche Aktivitäten sind möglich oder nur leicht eingeschränkt und verschlimmern die Schmerzen nicht. Während andere Begleitsymptome wie Übelkeit und Erbrechen bei Spannungskopfschmerzen normalerweise nicht auftreten, kann es jedoch zu einer leichten Licht- oder Lärmempfindlichkeit kommen (nicht beides zugleich!).
Beim Spannungskopfschmerz unterscheidet man drei verschiedene Verlaufsformen:
1. selten auftretender und vorübergehender (episodischer) Schmerz: an weniger als einem Tag pro Monat (also weniger als zwölf Tage pro Jahr)
2. häufig auftretender und vorübergehender (episodischer) Schmerz: an mehr als einem aber weniger als 15 Tagen pro Monat auftretender (mindestens 12 aber weniger als 180 Tage im Jahr) Kopfschmerz über mindestens drei Monate hinweg
3. anhaltender (chronischer) Kopfschmerz vom Spannungstyp: an mindestens 15 Tagen pro Monat über mindestens drei Monate hinweg (mehr als 180 Tage im Jahr).
Clusterkopfschmerz
Clusterkopfschmerzen treten gehäuft über Wochen (daher die Bezeichnung nach dem englischen „cluster“ = Haufen) bis zu achtmal täglich auf, charakteristischerweise auch in der Nacht. Die einzelnen Kopfschmerzattacken dauern zwischen 20 und 180 Minuten. Sie treten oft zur gleichen Stunde im Tagesverlauf auf, häufig ein bis zwei Stunden nach dem Einschlafen oder in den frühen Morgenstunden.
Die Betroffenen empfinden heftigste, einseitige Kopfschmerzen, meist im Bereich der Stirn oder des Auges. Sie veranlassen sie dazu, sich zu bewegen und zum Beispiel umherzugehen oder mit dem Oberkörper zu schaukeln. Diese „Bewegungsunruhe“ ist typisch für das Krankheitsbild. Ebenfalls typisch ist, dass die Schmerzen immer von weiteren Symptomen wie einem tränenden oder geröteten Auge, einer laufenden Nase, einer Wasseransammlung im Augenlid oder einem Horner-Syndrom (hängendes Oberlid, verengte Pupille und eingesunkenes Auge) begleitet werden. Diese Symptome treten immer auf derselben Kopfseite auf wie die Schmerzen.
In der überwiegenden Zahl der Fälle von Clusterkopfschmerz findet sich die episodische Form, bei der über wenige Wochen bis Monate Phasen mit täglichen Attacken auftreten. Dazwischen liegen beschwerdefreie Zeitspannen, die Monate bis Jahre anhalten können. Dauert die Clusterperiode ein Jahr und mehr an, ohne zwischenzeitliche schmerzfreie Phasen, oder dauern die beschwerdefreien Phasen weniger als 2 Wochen, so spricht man vom chronischen Clusterkopfschmerz.
Paroxysmale Hemikranie und SUNCT-Syndrom
Paroxysmale Hemikranie und SUNCT-Syndrom unterscheiden sich vom Clusterkopfschmerz im Wesentlichen durch die Häufigkeit und Dauer der Attacken. Genaueres dazu lesen Sie im Kapitel „Ursachen und Risikofaktoren (1)“ unter paroxysmale Hemikranie und SUNCT-Syndrom.
www.apotheken-umschau.de;
13.09.2005, aktualisiert am 08.12.2011
Bildnachweis: Jupiter Images GmbH/Ablestock
Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Diabetes Ratgeber mit den Schwerpunkten Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit
BABY und Familie mit Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vorsorge, Kinderkrankheiten, Homöopathie und Erziehung