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Schlüsselbeinbruch: Die wichtigsten Fakten

Ein gebrochenes Schlüsselbein ist keine Seltenheit. Welche Symptome auftreten, wie die Therapie aussieht, wann Ärzte zu einer Operation raten


Ein Schlüsselbeinbruch löst heftige Schmerzen aus

Das Schlüsselbein zählt zu den Knochen, die sich Menschen am häufigsten brechen. „Zehn Prozent aller Frakturen sind Schlüsselbeinbrüche“, sagt Dr. Peter Gutsfeld, Leiter der Abteilung für Unfallchirurgie und Sportorthopädie am Klinikum Garmisch-Partenkirchen. Der Grund: Man fällt relativ oft auf den Arm oder die Schulter. Das Schlüsselbein, lateinisch Klavikula genannt, verbindet den Schultergürtel mit dem Rumpf und wird bei einem solchen Sturz stark belastet.

Bricht sich ein Kind oder ein junger Mensch das Schlüsselbein, ist meist ein Sportunfall schuld. „Skifahren und Radfahren sind da typische Sportarten“, weiß Unfallchirurg Gutsfeld. Bei Älteren reicht es schon aus, wenn sie stolpern oder ausrutschen und auf die Schulter fallen. Starke Schmerzen treten besonders auf, wenn der Verletzte versucht, den Arm oder die Schulter zu bewegen. Die betroffene Stelle schwillt an und verfärbt sich bläulich. Ein weiteres Symptom: „Der Bereich fühlt sich instabil an und es kann krepitieren, wenn man das Schlüsselbein mit der Hand betastet“, so Gutsfeld. Krepitieren bedeutet so viel wie knirschen.


Gefährlich ist ein gebrochenes Schlüsselbein im Normalfall nicht. Nur wenn durch die Fraktur Nerven oder Gefäße verletzt werden, was zu Komplikationen führen kann. Auch ein offener Bruch, bei dem der Knochen die Haut durchdringt, kommt eher selten vor.

Therapie: konservativ oder operieren?

Ob der Arzt eine Klavikulafraktur konservativ behandelt oder eine Operation veranlasst, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Experte Gutsfeld betont: „Kinder sollten in der Regel konservativ therapiert werden.“ Dies gelte ebenso für "einfache Schlüsselbeinbrüche", bei denen keine komplexen Frakturformen vorliegen und sich das Schlüsselbein nur wenig (oder gar nicht) aus der normalen Lage verschoben hat.

Konservativ bedeutet: Ruhig halten und von selbst verheilen lassen. Ruhigstellen können Ärzte das Schlüsselbein, indem sie spezielle Schlauchverbände oder einen sogenannten Rucksackverband verordnen. Diese Varianten sollen die Schulter tagsüber nach hinten ziehen und den zur Körpermitte gerichteten Teil der Klavikula nach unten zurückdrücken. So wächst das Schlüsselbein möglichst gerade zusammen. Dieser Prozess dauert zwischen vier und sechs Wochen.

Das Problem dieser Methode: Das Schlüsselbein lässt sich mit den Verbänden nur begrenzt in seine normale Position schieben. Der Bruch kann schief zusammenwachsen, eine Fehlstellung (meist eine Verkürzung) bleibt. Um diese unerwünschte Folge zu vermeiden, kommt für manche Verletzte – nach einem ausführlichen Gespräch mit dem Chirurgen – auch eine Operation infrage. Ein weiterer Vorteil: „Man ist rasch wieder schmerzfrei und kann in den Alltag zurückkehren“, so der Unfallchirurg. Nachteil: Es sind zwei operative Eingriffe nötig. Bei der ersten Operation wird das Schlüsselbein üblicherweise mit einer winkelstabilen Platte stabilisiert. Meist ein Jahr später entfernt der Operateur das Implantat wieder.

Manchmal lässt sich ein Eingriff nicht umgehen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn sich das Schlüsselbein stark verschoben hat, wenn ein Trümmerbruch vorliegt oder wenn Gefäße oder Nerven durch den Bruch verletzt wurden. Selten kommt es vor, dass die Klavikula während der konservativen Therapie nicht verheilt. Auch dann muss operiert werden.



Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de; 23.11.2011
Bildnachweis: Thinkstock/Stockbyte

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