| Das Osteosarkom ist die häufigste Knochenkrebsart. Osteosarkome sind aber trotzdem sehr selten. Die Krankheit bewirkt, dass sich laufend neue bösartige Knochenzellen bilden. Im deutschen Sprachraum erkranken zwei bis drei Menschen pro Million Einwohner und Jahr an der Krankheit. Die Krankheit tritt manchmal schon früh auf. Mädchen sind zum Zeitpunkt der Erkrankung durchschnittlich 14, Jungen 18 Jahre alt. Danach nimmt die Häufigkeit wieder ab. Die Wahrscheinlichkeit steigt jedoch zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr wieder an. |
Ursachen |
| Wie Krebs entsteht, ist nicht restlos geklärt. Viele unterschiedliche Faktoren, darunter genetische Defekte, Lebensgewohnheiten, psychische Probleme und Umweltbelastungen tragen zur Krebsentstehung bei. Die Rolle der Psyche bei Krebs ist nicht eindeutig geklärt. Es gibt jedoch viele Anhaltspunkte dafür, dass seelische Belastungen als Auslöser der Erkrankung nicht unbedeutend sind, dass zwischen Krankheit und Psyche ein Zusammenhang besteht. |
- Die einzigen wirklich nachgewiesenen Risikofaktoren sind radioaktive Strahlen und manche Medikamente (Zytostatika), die bei einer Chemotherapie eingesetzt werden.
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| Begünstigende Krankheiten |
- Bei Morbus Paget entsteht ein Osteosarkom ab dem 40. Lebensjahr häufiger.
- Nach einem hereditärem Retinoblastom - einem familiär bedingten Augenkrebs, der im Kindesalter entsteht - besteht eine 500-fach höhere Wahrscheinlichkeit an einem Osteosarkom zu erkranken
- Auch bei bestimmten erblichen Veränderungen tritt das Osteosarkom wesentlich öfter auf.
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Vorbeugung Da über die Entstehung fast nichts bekannt ist, ist eine gezielte Vorbeugung nicht möglich. |
Beschwerden |
Das Osteosarkom verursacht häufig keine Beschwerden. Wenn Schmerzen in einem Knochen unabhängig von einer Belastung auftreten, sind sie ein Hinweis auf Knochenkrebs. Bei etwa der Hälfte aller Patienten treten Schmerzen im Knie auf, die meist aber als Verletzung interpretiert werden. Bei Schmerzen ist es wichtig, möglichst bald einen Arzt aufzu suchen. Bei einigen Patienten können in einer späteren Phase auch Atemprobleme bestehen. Um festzustellen, ob diese Beschwerden wirklich durch Krebs hervorgerufen werden, sind umfangreiche Untersuchungen notwendig. Viele Patienten sind unsicher und nervös, bis sie das Ergebnis dieser Untersuchungen erfahren. Oft helfen Gespräche mit Angehörigen oder Freunden in dieser schwierigen Zeit. Für manche Patienten kann es auch sinnvoll sein, professionelle psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. |
Diagnose |
Die genaue Diagnose dient der Feststellung der Lage, der Ausbreitung und des Stadiums des Tumors und ist entscheidend für die Wahl der richtigen Behandlung. Untersuchungen sollten von einem darauf spezialisierten Arzt durchgeführt werden. Folgende Untersuchungen können Aufschluss über das Stadium der Erkrankung geben: |
- Bei einer ersten Untersuchung erkundigt sich der Arzt nach der Art der Beschwerden und ihrem Verlauf. Er tastet den Knochen ab und lässt den Patienten Übungen durchführen um Bewegungseinschränkungen zu erkennen.
- Eine Röntgenuntersuchung dient dazu einen Tumor zu entdecken. Kleine Tumoren können durch diese Untersuchung oft nicht festgestellt werden. Um einen Vergleich zu haben wird auch ein Röntgenbild von dem gleichen Knochen auf der andern Körperseite gemacht.
- Die genaueste Untersuchung ist eine Magnetresonanz-Tomografie (MRT). Durch sie lässt sich die Lage des Tumors und seine Ausbreitung in den Knochen und in die Weichteile bestimmen. Früher wurde oft eine Computertomografie an ihrer Stelle gemacht. Sie ist jedoch nicht so genau und deshalb nicht mehr Stand der Technik.
- Nach den diesen bildgebenden Verfahren wird eine Gewebeentnahme (Biopsie) gemacht. Die entnommenen Proben werden im Labor durch einen Pathologen untersucht. Er stellt fest, ob der Tumor gutartig oder bösartig ist.
- Eine Röntgenuntersuchung und eine Computertomografie (CT) des Brustkorb dienen dem Ausschluss von Lungenmetastasen.
- Die Leber kann mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung oder einer Computertomografie (CT) des Bauchs auf Metastasen untersucht werden.
- Durch eine Szintigrafie kann festgestellt werden, ob der Tumor Metastasen in anderen Knochen gebildet hat.
- Eine Angiografie ist heute nur noch selten zur Feststellung der Tumorausbreitung notwendig. In der Regel wird auf diese Untersuchung verzichtet.
- Ist eine Chemotherapie geplant, wird eine dynamische Magnetresonanz-Tomografie mit Kontrastmittel oder eine Szintigrafie mit Kontrastmittel gemacht. Durch diese Untersuchungen können möglicherweise Größenabgrenzungen zwischen noch nicht kalzifiziertem Narbengewebe und vitalem Tumorgewebe vor und nach einer Chemotherapie verglichen werden.
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Stadien bei Knochenkrebs Nachdem die vollständige Diagnose durchgeführt wurde, steht das Stadium der Krebserkrankung nicht unbedingt fest. Oft kann dieses erst nach einer Operation mit Bestimmtheit angegeben werden, wenn entnommene Lymphknoten oder andere Gewebeproben durch einen Pathologen untersucht worden sind. Die Stadien bei Knochenkrebs werden nach der internationalen TNM-Klassifikation eingeteilt. Diese richtet sich vor allem danach, wie tief der Tumor in das Organ eingedrungen ist, ob Lymphknoten befallen sind oder Metastasen in anderen Organen vorliegen. |
Ergebnisse der Untersuchungen Etwa die Hälfte aller Osteosarkome wird im Kniebereich gefunden. Viele andere Tumoren entwickeln sich in den Wachstumszonen der Röhrenknochen der Extremitäten. Etwa drei Viertel aller Tumoren werden im vorgeschrittenen Stadium 2B gefunden. Jeder zehnte Tumor kann aber schon im Stadium 1A, dem frühesten Stadium entdeckt werden. Krebszellen können vom Blut fortgerissen werden und sich in anderen Organen festsetzen. Beim Osteosarkom vor allem in Lunge, seltener in Knochen oder Leber. Bei ungefähr zehn Prozent aller Patienten werden zum Zeitpunkt der Diagnose Lungenmetastasen festgestellt (Stadium 4B). In seltenen Fällen können sich Tumorzellen über die Lymphbahnen in Lymphknoten ausbreiten. Dort siedeln sie sich an und beginnen zu wachsen. |
Behandlung |
| Die Wahl der Behandlungsmethoden hängt vor allem vom Krebsstadium und von der Aggressivität des Tumors sowie vom Gesundheitszustand und Alter des Patienten ab. Wenn das Stadium des Tumors diagnostiziert ist, schlägt der Arzt die weitere Behandlung vor. Die Auswirkungen der jeweiligen Behandlungsmethoden sind unterschiedlich, daher ist es sinnvoll, eine zweite ärztliche Meinung über die weitere Vorgangsweise einzuholen. |
- Stadium 1: In diesem Stadium ist die Operation Therapie der Wahl.
- Stadium 2: Eine Chemotherapie vor einer Operation ist die Standardvorgangsweise. Dadurch können vorerst nicht operable Tumore soweit gebracht werden, dass sie dann doch operiert werden können. Bei Tumoren, die grundsätzlich operabel sind, kann der Tumor vor dem Eingriff verkleinert werde. Außerdem können möglicherweise bereits vorhandene Tumorabsiedelungen im übrigen Körper behandelt werden. Das erlaubt möglicherweise eine weniger radikale Vorgangsweise.
- Stadium 3: In diesem Stadium gibt es keine Standardvorgangsweise, wenn möglich wird Chemotherapie und nachfolgende Operation angewendet.
- Wieder aufgetretener Krebs: Ist Krebs an der selben Stelle erneut aufgetreten, muss die erkrankte Extremität meist amputiert werden. Zusätzlich wird eine Chemotherapie angewendet und eventuelle Lungenmetastasen operiert, um eine Heilung zu erreichen.
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Heilungschancen Grundsätzlich gilt: Je früher der Krebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Entscheidend für die Heilungschancen sind die Wahl der Behandlungsmethode und die Qualität der Behandlung. Wichtig ist auch, wie gut der Tumor auf eine Chemotherapie anspricht. Aber auch die Größe des Tumors ist von Bedeutung. |
- Stadien 1 und 2: Früher wurde nur operiert. Bei dieser Vorgangsweise konnten nur etwa 20 Prozent aller Patienten damit rechnen, auch nach fünf Jahren noch zu leben. Heute kann durch eine zusätzliche Chemotherapie das bei etwa zwei Drittel aller Patienten erreicht werden.
- Stadium 3: Aber auch die Hälfte aller Patienten, bei denen Metastasen in der Lunge vorhanden sind können damit rechnen, mindestens fünf Jahre nach Auftreten der Krankheit noch am Leben zu sein.
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Chirurgische Maßnahmen Die Operation ist die Standardtherapie beim Osteosarkom in jedem Stadium der Erkrankung. Wenn nicht operiert werden kann, kann möglicherweise eine Chemotherapie den Tumor verkleinern und danach operiert werden. Es gibt grundsätzlich zwei empfohlene Ziele bei der Tumorentfernung: |
- Bei der sogenannten erweiterten Resektion wird nicht nur der vom Tumor befallene Teil des Knochens, sondern zur Sicherheit auch noch einige Zentimeter des umgebenden gesunden Gewebes entfernt. Dieses Verfahren ist für die meisten Patienten Therapie der Wahl.
- Die radikale Resektion umfasst die komplette Entfernung des befallenen Knochens und der Muskeln. Ist ein Gelenk mit betroffen, so muss auch dieses entfernt werden.
Am häufigsten ist das Bein betroffen. Eine ähnliche Vorgangsweise ergibt sich jedoch auch, wenn der Arm betroffen ist. Dann steht die Erhaltung der Funktion der Hand im Vordergrund. Die Schulterfunktion kann dagegen oft nicht erhalten werden - Bewegungseinschränkungen sind die Folge.
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| Bei der Operation stehen drei Vorgangsweisen zur Verfügung: |
- Es kann versucht werden Arm oder Bein zu erhalten
Bei dieser Vorgangsweise bleibt die Form des Arms oder des Beins erhalten. Nach dem Eingriff wäre der Knochen kürzer und die Funktion des Arms oder Beins wäre eingeschränkt. Deshalb wird der entnommene Teil durch ein biologisches oder künstliches Implantat ersetzt (Rekonstruktion). Viele verschiedene Rekonstruktionsverfahren können angewendet werden. Welches die beste Wahl darstellt, hängt von der Lage des Tumors, aber auch von der Erfahrung des Arztes mit einem bestimmten Verfahren ab.
- Segmentamputation: Bei der Segmentamputation wird der entnommene Knochen nicht ersetzt. Die beiden Enden werden wieder zusammengefügt. Die Nerven- und Gefäßverbindungen bleiben erhalten. Das ist wichtig für die Blutversorgung und für die Funktion der operierten Extremität. Der Arm oder das Bein ist nach dem Eingriff jedoch kürzer. Auch bei dieser Operation richtet sich die Vorgangsweise nach der Lage des Tumors und der Erfahrung des Arztes.
- Amputation: Heute wird eine Amputation nur mehr selten gemacht - beim Arm nur bei etwa 15 Prozent aller Patienten. Sie kann jedoch notwendig sein wenn Arm oder Bein schon vor dem Eingriff nicht mehr richtig funktioniert haben, oder wenn der betroffene Körperteil stark angeschwollen war. Der Arm oder das Bein wird dann etwa fünf Zentimeter oberhalb des Tumors amputiert.
Bei Tumoren im Schädel oder Gesichtsbereich kann meist keine der beiden Vorgangsweisen (erweiterte oder radikale Resektion) gewählt werden. Daher beschränkt sich der Chirurg auf die Tumorentfernung ohne einen genügend großen Sicherheitsabstand einzuhalten. Die Gefahr, dass an der Tumor an derselben Stelle nochmals auftritt steigt dadurch. Oft wird deshalb eine nachfolgende Strahlentherapie gemacht, um das Risiko zu senken. Dass Knochenkrebs daraufhin später tatsächlich seltener wiederkommt, konnte jedoch nicht nachgewiesen werden. Tritt der Tumor in Becken auf, ist eine Operation schwierig. Nur bei der Hälfte aller Patienten kann eine erweiterte Resektion im Gesunden durchgeführt werden. Die Amputation der betroffenen Hälfte des Beckens ist das Standardverfahren. Es wird versucht mit neuen Techniken den Eingriff je nach Lage des Tumors durch andere weniger radikale Verfahren zu ersetzen. Muss jedoch eine Amputation vorgenommen werden, stehen unterschiedliche Wiederherstellungsverfahren zur Verfügung. Dadurch bleibt das Gehen - wenn auch in eingeschränktem Maß - möglich. Tumoren in der Wirbelsäule sind sehr selten. Wenn sie auftreten kann der betroffene Wirbelkörper entfernt werden, um eine erweiterte Resektion im Gesunden zu erreichen. Dies ist nur möglich, wenn die Nerven und angrenzende Weichteile noch nicht befallen sind. Die entstandene Lücke wird durch einen Metallkorb überbrückt. Oft wird aber ein kleinerer Eingriff gewählt. Sind Metastasen die Ursache für einen Tumor in der Wirbelsäule, ist die Operation nicht Therapie der Wahl.
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Die Wahl der Betäubung Für die Operation ist eine Vollnarkose notwendig. Eine gut durchgeführte Schmerzbehandlung während und nach der Operation verringert die Beschwerden beträchtlich. |
Risiken und Komplikationen Durch den Eingriff ist es notwendig lange Zeit zu liegen. Wundliegen oder ein Blutgerinnsel (Thrombose) können entstehen. Obwohl die Operation und Wiederherstellung ein relativ schwieriger Eingriff ist, ist die Sterblichkeits- und Komplikationsrate in spezialisierten Kliniken relativ gering. Daher ist es wichtig, eine geeignete Klinik aufzusuchen. |
Nach der Operation Je nachdem, welcher Teil des Körpers operiert wurde, ist die Situation nach der Operation unterschiedlich. Wurde Bein oder Wirbelsäule operiert ist es oft lange Zeit nicht möglich, aufzustehen. Daher ist ein Katheter notwendig. Die Ernährung stellt außer bei Eingriffen an der Wirbelsäule meist kein Problem dar, da der Verdauungstrakt nicht betroffen ist. |
Strahlentherapie Die Behandlung kann als unterstützende (adjuvante) Strahlentherapie nach einer Operation eingesetzt werden, wenn eine weite Resektion im Gesunden nicht möglich war. Möglicherweise zurückgebliebene Krebszellen sollen dabei zerstört werden. Dadurch kann das Risiko vermindert werden, dass der Krebs an dieser Stelle erneut auftritt. Die Behandlung wird vor allem bei Patienten gemacht, bei denen der Tumor im Schädel- oder Gesichtsbereich gelegen ist. Die Bestrahlung erfolgt in der Regel von außen durch einen Linearbeschleuniger. Sie wird einige Wochen lang fünfmal pro Woche, meist ambulant durchgeführt. |
Chemotherapie Durch die Chemotherapie konnte beim Osteosarkom die Heilungsaussichten deutlich gesteigert werden. Sie wird einerseits als vorbereitende (neoadjuvante) Chemotherapie vor einer Operation eingesetzt um den Tumor zu verkleinern und das Wiederauftreten von Krebs zu verhindern und/oder andererseits als unterstützende (adjuvante) Chemotherapie nach einer Operation, um die Krankheit zu heilen. Der Vorteil einer Chemotherapie vor einer Operation ist, dass ein Zeitgewinn für eine genaue Planung der Operation ermöglicht wird. Außerdem kann so möglicherweise verhindert werden, dass der Arm oder das Bein ganz oder teilweise amputiert werden muss. Die Chemotherapie wird vor allem bei Krebs in den Stadien 2 und 3 eingesetzt. Kann aber auch dann eingesetzt werden, wenn eine weite Resektion im Gesunden nicht möglich war und daher ein erhöhtes Risiko für ein erneutes Auftreten von Krebs besteht. Die Chemotherapie wird in Zyklen verabreicht, wobei zwischen den Zyklen behandlungsfreie Abschnitte liegen. Die Medikamente werden während der Behandlungszeit in der Regel an mehreren aufeinander folgenden Tagen verabreicht. Die bei der Chemotherapie eingesetzten Substanzen (Zytostatika) hemmen die Teilung der Zellen und können ihre Absterberate erhöhen. Dabei werden verschiedene Zytostatika kombiniert. Bei der derzeitigen Standardtherapie nach dem sogenannten COSS-86-Schema werden die Medikamente Doxorubicin, das auch unter dem Namen Adriamycin bekannt ist, sowie Methotrexat, Cisplatin und Ifosfamid eingesetzt. Die Behandlung beginnt mit einer vorbereitenden ("neoadjuvanten") Chemotherapie. Die Operation erfolgt etwa in der zehnten Woche nach dem Beginn der Chemotherapie. Die Chemotherapie endet einige Monate nach der Operation. Neben der Standardtherapie werden zahlreiche Studien bei denen neue Medikamente eingesetzt werden durchgeführt. |
Risiken und Komplikationen Nebenwirkungen der Chemotherapie bei Knochenkrebs sind zahlreich und hängen von den eingesetzten Zytostatika ab. |
Palliative Maßnahmen bei nicht heilbarem Krebs Kann Knochenkrebs nicht geheilt werden, kann der Tumor oft Schmerzen verursachen. Meist bilden sich auch Metastasen in der Lunge, die Probleme beim Atmen bereiten. Bei sehr fortgeschrittener Erkrankung können in der Folge auch Metastasen in Weichteilen, Gehirn oder Leber entstehen. Die Folgen können Schmerzen und neurologische Störungen sein, die sich durch Ausfallserscheinungen bemerkbar machen können. |
Chirurgische Maßnahmen Zur Linderung der Beschwerden die durch den Tumor selbst verursacht werden, kann eine Amputation durchgeführt werden. Neu ist die Operation der Vertebroplastie/Osteoplastie. Dabei wird ein geschwächter, und dadurch schmerzender Knochen mit Knochenzement verstärkt. Gleichzeitig erfolgt meist eine Chemotherapie. Lungenmetastasen können durch eine Operation entfernt werden. Treten sie erneut auf, sind nochmalige Operationen möglich. |
Chemotherapie Die Chemotherapie ist das Standardverfahren zur Linderung der Beschwerden, die durch Metastasen entstehen. Um das zu erreichen, kann neben der Standardtherapie können auch noch andere Medikamenten verwendet werden. Ein Anwendungsgebiet der Chemotherapie sind Lungenmetastasen. Spricht der Tumor auf eine Chemotherapie nicht an, und können Metastasen nicht operiert werden, ist eine Amputation nicht die Therapie der Wahl. Oft wird dann eine Strahlentherapie eingesetzt. |
Strahlentherapie Bei Schmerzen die durch den Tumor verursacht werden, kann eine Strahlentherapie den Tumor verkleinern. Zusätzlich kann noch Interferon eingesetzt werden. Auch bei Weichteilmetastasen bringt eine Strahlentherapie Besserung. Die Schmerzen verschwinden üblicherweise innerhalb von ein paar Tagen. Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Bekämpfung von Metastasen im Gehirn, die zu starken Kopfschmerzen, Sehstörungen, Lähmungen führen können. |
Ergänzende Maßnahmen Komplementärmedizinische Verfahren können helfen, die Lebensqualität zu verbessern oder die Nebenwirkungen der Standardtherapie zu reduzieren. Eine vollständige Auflistung und Einteilung der komplementärmedizinischen Verfahren in anerkannte, zweifelhafte, nicht allgemein anerkannte oder gesichert nutzlose therapeutische Verfahren ist angesichts der mangelhaften Datenlage kaum durchführbar. Eine Auswahl und Bewertung bestimmter Therapieformen wird aber dennoch angeführt: Diese Bewertung der Einschätzung kann sich in den nächsten Jahren sicherlich wieder verändern und stellt auch derzeit keine Konsensmeinung dar. Die Akupunktur kann Schmerzen lindern und die oft durch die Chemotherapie verursachte Übelkeit und das Erbrechen verringern, Entspannungstechniken können Muskelverspannungen lösen, Angst und Hoffnungslosigkeit reduzieren. Autogenes Training zusammen mit Hypnose verringert die Nebenwirkungen der Chemotherapie. Außerdem kann der Patient durch diese Verfahren lernen, seine Schmerzen zu kontrollieren und auch selbst zu lindern. Die Misteltherapie kann bei einer Chemotherapie als Ergänzung hilfreich sein. Biofeedback kann Schmerzen, Schlafstörungen, Nervosität und Angst, die durch die Erkrankung entstanden sind, lindern. Günstig auf die Heilung wirkt sich eine vollwertige Ernährung bei Krebs aus. Jede Art von Fasten dagegen ist bei einer Krebserkrankung gefährlich, da das zu einer Schwächung des Immunsystems führt. Weil zwischen Krankheit und Psyche Zusammenhänge bestehen, ist auch eine psychologische Begleitung von Krebspatienten heilungsfördernd. Eine Beratung durch einen Psychoonkologen oder einen speziell ausgebildeten Psychologen kann helfen, das seelische Gleichgewicht wieder zu finden. Physikalische Medizin kann die Durchblutung fördern, Entspannung bringen und die Regulierung des Lymphsystems nach der Operation deutlich beschleunigen. Krebsschmerztherapie kann Schmerzen deutlich lindern. |
Rehabilitation Ob es für den Patienten vorteilhaft ist, nach der Behandlung eine Rehabilitationsklinik aufzusuchen, hängt von seiner Situation ab. Viele Patienten sehnen sich danach, wieder in den Kreis der Familie zurückzukehren, andere ziehen den Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik vor. Aber auch ambulante Rehabilitationsmaßnahmen sind möglich. Ziel von Rehabilitationsmaßnahmen nach der Behandlung ist es, dem Patienten wieder die Teilnahme am Berufs-, Familien- und Sozialleben zu ermöglichen. Je nach Patient und Schwere der Erkrankung bzw. der Krankheitsfolgen liegt der Schwerpunkt auf einer Wiedereingliederung in das Berufsleben oder auf einer Förderung sozialer Kontakte. Durch Rehabilitationsmaßnahmen kann der Patient lernen, sein Leben an die neue Situation anzupassen, mögliche Beschwerden zu lindern und mit Problemen richtig umzugehen. Eine gute Rehabilitation kann erfolgreich Schmerzen bekämpfen, die Lebensmöglichkeiten durch spezielles Training verbessern und neue Lebenserfahrungen ermöglichen. Auf den Patienten abgestimmte Übungen lassen diesen wieder an Körperkraft gewinnen, tragen aber auch dazu bei, das Selbstbewusstsein zu steigern. Dadurch kann Mobilität und Selbstständigkeit erreicht werden, wodurch weniger Pflege nötig wird. Bevorzugt wird die aktive Bewegungstherapie, aber auch passive Behandlungen sind möglich. |
Leben mit der Krankheit |
Auch nach einer erfolgreichen Behandlung des Knochenkrebses bleibt der Patient in einer schwierigen Situation. Spätestens jetzt ist es wichtig, sich mit der Tatsache auseinanderzusetzen, dass das Leben nun einen anderen als den früher gewohnten Gang nehmen wird. Viele Menschen haben Angst vor einem neuerlichen Auftreten des Krebses. Oft entstehen dadurch Schlafstörungen. Es ist wichtig zu versuchen, diese Ängste anzunehmen und in eine positive Richtung zu lenken. Bei einigen treten im Laufe der Zeit Depressionen auf. Sowohl für den Patienten als auch für nahe stehende Personen ist es wichtig, auf eine solche Situation vorbereitet zu sein, sich ihr zu stellen und Hilfe zu suchen. Gespräche mit Angehörigen, Freunden oder auch einem geschulten Therapeuten können helfen, Ordnung in die Gedanken zu bringen. Für die Bewältigung der seelischen Belastungen kann auch professionelle Hilfe notwendig sein. |
Die Schmerzen besiegen Kann der Krebs nicht besiegt werden, entstehen durch das Tumorwachstum und durch das Wachstum der Metastasen meist Schmerzen. Eine gut ausgewogene Krebsschmerztherapie kann dagegen viel ausrichten, ohne zusätzliche Schäden zu verursachen. Physikalische Medizin und eine Massagetherapie können die Beschwerden ebenfalls lindern. |
Isolation vermeiden Die Behandlung von Knochenkrebs ist sehr belastend. Vor allem bei Patienten, bei denen der Eingriff im Gesichtsbereich erfolgt ist, oder jene, bei denen Bewegung nicht mehr so möglich ist wie vor dem Eingriff, ziehen sich bewusst oder unbewusst zurück. Es ist wichtig, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Hilfe und Tipps von Personen, die ebenfalls von der Krankheit betroffen waren, können bei Selbsthilfegruppen gefunden werden. Sollte es nicht möglich sein, den Beruf wieder auszuüben, ist es dennoch erstrebenswert, dass der Patient wenigstens einen Teil seines Alltags aufrecht erhält, um Selbstwertgefühl und soziale Kontakte zu behalten. |
Betreuung zu Hause Ist eine Heilung der Krankheit nicht möglich, wünschen sich viele Erkrankte eine Betreuung und Pflege in den eigenen vier Wänden. Ihnen stehen finanzielle Leistungen und fachliche Unterstützung zu (Pflegeversicherung). Wenn die persönlichen Voraussetzungen für die häusliche Pflege stimmen, ermöglicht die Zusammenarbeit mit einem ambulanten Pflegedienst eine optimale pflegerische Betreuung auch außerhalb der Klinik. Wer für eine gute Organisation der Pflege sorgt und sich das nötige Wissen über die Pflegepraxis aneignet, kann die Belastungen in Grenzen halten. Dazu trägt auch eine individuelle Anpassung der Wohnung bei. |
Nachuntersuchungen Nachuntersuchungen dienen einerseits dem Auffinden neu auftretender Tumoren, andererseits sollen die Folgen der Behandlung erkannt und beseitigt werden. Innerhalb der ersten drei bis fünf Jahren nach der Diagnose werden Nachsorgeuntersuchungen in Abständen von drei bis sechs Monaten durchgeführt. Die Untersuchungen umfassen: |
- Eine körperliche Untersuchung durch den behandelnden Arzt.
- Durch eine Röntgenuntersuchung des betroffenen Knochens kann ein erneutes Auftreten von Krebs an derselben Stelle entdeckt werden.
- Lungenmetastasen können durch eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs gefunden werden.
- Durch eine Szintigrafie kann festgestellt werden, ob der Tumor Metastasen in anderen Knochen gebildet hat.
- Von den ursprünglich befallenen Knochen kann eine Magnetresonanz-Tomografie (MRT) gemacht werden um ein lokales Wiederauftreten eines Tumors zu finden.
- Möglicherweise werden noch weitere Untersuchungen wie eine Ultraschalluntersuchung der Leber oder eine Computertomografie gemacht.
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| Bei wenig aggressiven Tumoren von Grad G1 sind weniger oft Nachuntersuchungen notwendig als bei Tumoren vom Grad 2 bis 4. Da Knochenkrebs auch spät noch einmal auftreten kann werden die Untersuchungen bis zu zehn Jahre nach der Behandlung durchgeführt. |