Zusammenfassung:
Stressfrakturen sind mit zwei Prozent aller Knochenbrüche zwar selten, nehmen aber aufgrund allgemein steigender sportlicher Betätigung - vor allem des Laufens - zu. Oft sind die Schmerzen unspezifisch und werden lange Zeit fehlgedeutet oder erst spät als eine Stressfraktur erkannt. Bei einer Stressfraktur im Mittefußbereich schmerzt das Auftreten, der Fuß kann anschwellen. Die Konsequenz ist, dass sich dann aus den anfangs mikroskopisch kleinen Rissen ein echter Bruch ergeben kann. Wird eine Stressreaktion frühzeitig erkannt, hilft eine längere Trainingspause mit einer Ruhigstellung durch eine Orthese. Stressfrakturen anderer Knochen sind erheblich seltener.
Ursachen |
| Ermüdungsbrüche oder Stressfrakturen entstehen im Gegensatz zu den echten Knochenbrüchen nicht durch einen Unfall, sondern durch eine kontinuierliche unphysiologische Überbelastung des Knochens. Besonders häufig sind die Mittelfußknochen und das Schienbein betroffen. Stressfrakturen sind das Endresultat eines vermehrten Knochenstoffwechsels. Der Knochen versucht, die ständige Mehrbelastung auszugleichen, schafft dies aber nicht und kann den Bruch nicht mehr verhindern. Dabei entstehen zuerst mikroskopisch feine Risse im Knochen, die bei weiterer Belastung immer größer werden können. Als Risikofaktoren für Stressfrakturen wird eine Ermüdung der Muskulatur angesehen, ferner Achsfehlstellungen oder Fehlformen des Fußes, wie beispielsweise ein Hohlfuß. Drehen die Füße beim Laufen nach außen, werden Schien- und Wadenbein bei jedem Schritt stärker gegeneinander verdreht. Diese Fehlbelastung kann einen Ermüdungsbruch des Schienbeines begünstigen. |
Vorbeugung Um Stressfrakturen vorzubeugen, ist es vor allem nötig, im Training die physiologische Belastbarkeit nicht chronisch zu überschreiten. Optimal angepasste und gedämpfte Schuhe, die Fehlstellungen durch Einlagen und Zurichtungen ausgleichen, beugen Stressfrakturen ebenfalls vor. |
Beschwerden |
| Bei einer Stressfraktur treten oft recht unspezifische Schmerzen am äußeren Fußrand oder am Schienbein auf. Die Beschwerden können nach dem Laufen wieder abklingen und bei neuerlicher Belastung wieder stärker werden. Bei einer Stressfraktur im Mittefußbereich schmerzt das Auftreten, der Fuß kann anschwellen. |
Diagnose |
| In der Anamnese und bei der körperlichen Untersuchung kann die überlastende (Trainings)-Situation genau erhoben werden. Ist der Verdacht auf eine Stressfraktur angezeigt, können mittels Szintigrafie oder Computertomografie die Mikrorisse oft schon sechs Wochen vor einem positiven Röntgenbefund erkannt werden. |
Behandlung |
| Wird eine Stressreaktion frühzeitig erkannt, hilft eine längere Trainingspause mit einer Ruhigstellung durch eine Orthese. Hat sich aus der Stressfraktur ein echter Bruch gebildet, können Fuß oder Schienbein mit einem starren Verband ruhig gestellt werden. |
Medikamentöse Behandlung Die medikamentöse Behandlung dient zur Schmerzreduktion. Analgetika oder kortisonfreie Schmerzmittel (NSAR) helfen. |
Physikalische Therapie Lokale Kältetherapie hilft gegen Schmerzen. Frühzeitige Mobilisation durch Bewegungstherapie hilft Muskelschwächen zu vermeiden |
Chirurgische Maßnahmen Vor der Operation sollte immer eine zweite Expertenmeinung über die Sinnhaftigkeit eines Eingriffes eingeholt erden. In seltenen Fällen, etwa bei Berufsfußballern oder anderen Berufsgruppen, kann die Fixierung mit einer Schraube zur rascheren Heilung und früheren Belastbarkeit angezeigt sein. |
Die Wahl der Betäubung Die Operation kann mit lokaler Betäubung oder in Vollnarkose durchgeführt werden. Örtliche Betäubung belastet den Organismus weniger. Eine gut durchgeführte Schmerzbehandlung während und nach der Operation verringert die Beschwerden beträchtlich. |
Risiken und Komplikationen In für diese Operationen spezialisierten Kliniken sind Komplikationen selten. |
Nach der Operation Eine Ruhigstellung für drei Wochen mittels einer speziellen Schiene ist ausreichend. |
| Letzte Aktualisierung: 04.05.2007 (Inge Smolek) |
| Autor: Norbert Regitnig-Tillian |
| Experten für diese Seite: OA Dr. med. Georg Rappold (Unfallchirurgie) Dr. Thomas Sycha (Pharmakologie) OA Dr. med. Peter Zenz (Orthopädie) |
Quelle: surfmed; 13.09.2005, aktualisiert am 07.09.2007
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