Eine Behandlung ist immer dann nötig, wenn die Beschwerden häufig oder anhaltend auftreten. Bei einer leichteren Ausprägung des Karpaltunnelsyndroms, kann der Arzt eine Handgelenksschiene für die Nacht verordnen oder entzündungshemmendes Kortison in Tablettenform oder als Spritze in den Karpaltunnel verabreichen. Eine Kortisontherapie sollte nur über einen kurzen Zeitraum hinweg durchgeführt werden. Behandlungen mit Ultraschallwellen scheinen manchmal ebenfalls lindernd zu wirken.
Dann, wenn Taubheitsgefühle und Ausfälle der Muskelfunktion länger anhalten, sich durch die obengenannten Behandlungsmaßnahmen nicht bessern oder den Betroffenen stark belasten, kommt eine Operation in Frage. Dabei spaltet der Chirurg die Bandstruktur (Ligamentum carpi transversum), welche den Karpaltunnel – ähnlich einem Dach – nach oben hin begrenzt. Damit bekommen die im Karpalkanal enthaltenen Sehnen und der Nerv mehr Platz, der Druck auf die Strukturen sinkt.
Die operative Behandlung eines Karpaltunnelsyndroms kann entweder durch eine offene oder durch eine endoskopische Operation (in „Schlüssellochmethode“) erfolgen. Das Ergebnis ist in den meisten Fällen gut. Viele Beschwerden, wie Schmerzen und Taubheitsgefühl in der Nacht bessern sich quasi sofort. Bei einer ausgeprägten Nervenschädigung kann es allerdings etwa ein halbes Jahr dauern, bis die Symptome weitgehend verschwunden sind. Nur sehr selten ist der Nerv so geschädigt, dass trotz Operation Beschwerden zurück bleiben. Ein Muskelabbau, der schon länger als ein Jahr vor der Operation bestand, ist allerdings auch durch den Eingriff nicht mehr rückgängig zu machen.
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13.09.2005, aktualisiert am 06.04.2011
Bildnachweis: W&B/Szczesny
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