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Karies:
Therapie

Fluorid kann den Zahnschmelz remineralisieren, reicht aber oft nicht aus, um die Karies zu stoppen. Der Zahnarzt muss die betroffene Stelle dann aufbohren und wieder verschließen


An einem Gipsmodell kann ein Zahntechniker eine Krone, hier aus Gold, genau anpassen

Wird Karies im Vorstadium (Initialstadium) entdeckt, kann sich der Zahnschmelz durch Gabe von Fluorid wieder erholen. Zuvor muss der Zahnarzt den Zahnbelag (Plaque) jedoch gründlich entfernen.

Außerdem wichtig: Auf zu viel Zucker verzichten, ausreichend trinken, um die Speichelproduktion anzuregen, sowie die Zähne gründlich und regelmäßig reinigen. Die Zahnpasta sollte immer Fluorid enthalten.


Ist der Zahn bereits beschädigt, muss der Zahnarzt die Stelle aufbohren und die Karies entfernen. Anschließend setzt er eine Füllung ein um den Zahn wieder zu verschließen. Als Füllungsmaterial kommen im direkten Verfahren (dabei verschließt der Zahnarzt die betroffene Stelle direkt im Mund mit dem Füllungsmaterial) Amalgam und  Kunststoff infrage. Im indirekten Verfahren (im Labor hergestellt) verschiedene Keramiken oder Metalllegierungen (u.a. aus Gold). Die Materialien unterscheiden sich nicht nur optisch, sondern auch in der Verarbeitung und den Kosten.

Die Haltbarkeit hängt sehr stark von der richtigen Indikationsstellung und der Verarbeitung ab. Kunststoff-Füllungen sollen zehn bis 15 Jahre halten, Amalgam und indirekte Restaurationen (Inlays) können 30 Jahre und länger halten.

Eine neue Methode stellt die Infiltration einer nicht zu weit fortgeschrittenen Karies mit Kunststoff dar. Auf diese Weise kann Karies ohne Bohren und ohne Füllung gestoppt werden. Die Kosten werden allerdings (noch) nicht von den Krankenkassen übernommen.

Amalgam gerät immer wieder in die Kritik. Es besteht aus Metallpulver, das mit flüssigem Quecksilber vermischt wird. Obwohl das Quecksilber in der festen, auskristallisierten Füllung gebunden ist, kann man nicht ausschließen, dass dennoch Spuren davon freigesetzt werden. Bei empfindlichen Menschen kann dies möglicherweise Gesundheitsstörungen hervorrufen. Amalgam ist nach wie vor als Zahnfüllungsmaterial zugelassen, weil mit dem Tragen, Legen und Entfernen von Amalgam keine nicht vertretbaren gesundheitlichen Risiken verbunden sind. Das Entfernen intakter Füllungen wird dagegen nicht empfohlen.


Patienten sollten für sich entscheiden, welches Füllungsmaterial sie bevorzugen. Ein ausführliches Gespräch mit dem Zahnarzt hilft bei der richtigen Wahl.

Ist der Zahn sehr stark durch Karies geschädigt, kann dies das Einsetzen einer künstlichen Krone erfordern. Der Zahnarzt muss eine Wurzelbehandlung durchführen, wenn die Karies die Pulpa angegriffen hat.

Manchmal wird dies erst Jahre nachdem die Karies beseitigt wurde nötig. Zähne können – wegen der Zerstörung der Nerven – symptomlos absterben. Schmerzen treten dann auf, wenn das umgebende Knochengewebe an der Wurzelspitze entzündlich reagiert. Der Zahn wird aufbissempfindlich und erscheint häufig verlängert.

Schmerzhemmende Medikamente lindern zwar Zahnschmerzen, sollten aber nur kurzfristig zum Einsatz kommen. Denn die Ursache der Schmerzen beseitigen sie nicht.



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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 03.03.2011
Bildnachweis: W&B/Ley/Zahntechnik Köstner

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