Ja, die Ausrüstung – da scheiden sich die Geister. Ich zum Beispiel bin da eher Minimalist. Ein gutes Schuhwerk war lange Zeit das einzige, was ich speziell für das Jogging besaß. Darauf sollte auch niemand verzichten. Falls Sie es noch nicht gelesen haben sollte: Folge 7 der Laufserie beschäftigt sich ausführlich mit dem Thema.
Um es gleich klar und deutlich zu formulieren: Alles was jetzt folgt, ist optional. Soll heißen, man braucht es nicht wirklich. Ihre Zeiten werden sich nicht verbessern, weil sie mit einem atmungsaktiven Hemd oder anatomisch irgendwie geformten Strümpfen joggen. „Das kann den Komfort erhöhen und ist natürlich auch unter modischen Aspekten zu sehen“, sagt Martin Engelhardt. Mehr aber nicht.
Video: Bis auf die Schuhe ist jegliche Ausrüstung optional, meint Martin Engelhardt
Gut, dann reden wir mal über Laufstrümpfe, ganz einfach deswegen, weil ich welche besitze. Warum? Warum nicht, die sind vergleichsweise günstig und ich fühle mich wohl darin. Ein Freund von mir hat mal behauptet, ohne geeignete Strümpfe bekommt er Blasen an den Füßen beim Wandern. Glaube ich ehrlich gesagt nicht. Aber wer weiß. Vielleicht stimmt es ja doch. Ich gehe mit ganz normalen Strümpfen wandern, ohne Folgeschäden davonzutragen. Beim Joggen habe ich Laufstrümpfe an, aber auf meine Zeiten hat das mit Sicherheit keinen Einfluss.
Als nächstes soll es um Pulsuhren gehen. Ja genau, weil ich eine besitze. Aber erst seit diesem Frühjahr. Warum? Weil ich es interessant finde, meinen Puls während eines Laufens zu verfolgen. Ich bin ganz allgemein ein kleiner Technik-Freak und zudem noch Medizinjournalist – das dürfte Grund genug sein. „Für Menschen, die technisch interessiert sind, kann solch eine Uhr motivierend sein“, sagt Martin Engelhardt. Und für noch eine Gruppe von Läufern empfiehlt Engelhardt eine Pulsuhr: „Wenn Sie mal mit dem Herzen Probleme hatten“. Solche Patienten sollten ganz allgemein darauf achten, nur im Rahmen ihrer körperlichen Verfassung zu joggen. Wie hoch der Puls schlägt und ob das Herz regelmäßig pocht ist eine gutes Verfahren, das Pumporgan zu überwachen
Beim Thema Puls muss ich jetzt übrigens unbedingt auf eine viel diskutierte Regel unter Läufern kommen: die „200 minus Alter“-Formel. Der maximale Puls sollte das Ergebnis dieser Formel nicht übersteigen. Mein Maximum liegt also bei 163. Tatsächlich? Herr Engelhardt, klären Sie auf! „Das ist nur eine allgemeine Richtlinie“, so der Mediziner. Wie hoch der Puls – also die Belastung des Herzens – sein sollte, hängt von vielen Faktoren im Körper ab. Das lässt sich mit solch einer simplen Formel nicht berechnen. Auf den eigenen Körper hören ist meist die bessere Methode. Und mein Gefühl sagt: Bei einem kurzen Endspurt vetrage ich zuweilen auch mal Tempo 180. Aber nur kurz!
Seit einigen Wochen setzte ich die Pulsfunktion meiner Uhr übrigens nicht mehr ein, denn die arbeitet nicht mehr korrekt. Der Brustgurt scheint nur noch jeden zweiten Schlag von meinem Herz zu registrieren. Das Ding ist tatsächlich nach ein paar Einsätzen kaputt gegangen. Und wissen Sie was? Ich finde das garnicht schlecht, denn ohne dem Wissen über meinen Puls laufe ich viel entspannter.
Ein Indiz mehr für mich, auf Zubehör besser zu verzichten. Also keine Kompressionsstrümpfe, Funktionswäsche aus Polyesterfasern, Kniebandagen (wer Kniebeschwerden hat, sollte zumindest vorübergehend auf das Laufen verzichten), Radar-Tachometer und was es sonst noch so alles gibt. Gute Laufschuhe und Spaß am Joggen – mehr brauche ich nicht.
B.Röper / Apotheken-Umschau.de;
18.06.2009, aktualisiert am 26.06.2010
Bildnachweis: PhotoDisc/RYF
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