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Laufserie Teil 3:
Warme Beine laufen besser

Auch wenn sogar Profis zuweilen darauf verzichten: Sich warm machen sollte jeder vor dem Joggen

Beim Thema „sich warm machen“ muss ich gleich mit einer Beichte beginnen: Ich verzichte üblicherweise darauf. Zumindest vor dem Laufen. Früher, als Judoka, habe ich meine Muskeln gewissenhaft vorbereitet. Na ja, vor allem deswegen, weil meine Trainer es so wollten.


Aber um es gleich ganz klar und deutlich zu formulieren: Sie hatten damals recht. Beim Judo würde Kämpfen, ohne sich vorher – zumindest etwas – auf die körperliche Belastung vorzubereiten, wahrscheinlich nicht ohne erste Verletzungen enden. Für Joggen und alle anderen Sportarten dieser Welt gilt das auch. Ohne Ausnahme.




Video: Dr. Martin Engelhardt spricht über das Warmmachen vor dem Laufen


Ich musste es erst kürzlich leidvoll erfahren. Nach Jahren betrat ich mal wieder eine Schulsporthalle, um mit ein paar Kumpels ein bisschen Fußball zu spielen. Konditionell war das kein Problem – dem Lauftraining sei dank. Technisch betrachtet, nun denn ... der große Zauberkicker war ich noch nie. Spaß hat es gemacht, sehr sogar, in der Turnhalle.


Was danach kam, war allerdings alles andere als angenehm. Natürlich hatte ich mich nicht vorher aufgewärmt. Ein Versäumnis, das mein Körper mir bitterböse heimzahlte. Schon der Weg nachhause wurde von dem ein oder anderem Zwicken begleitet. Ins Bett habe ich es mit etwas Mühe geschafft. Von dort wieder hinaus am nächsten Morgen hingegen gelang mir nur unter größter Anstrengung und Schmerzen. Es folgte der schlimmste Muskelkater meines Lebens. Kein Wunder! Denn meine Muskeln und Sehnen waren zwar seit einiger Zeit auf das Joggen im Park trainiert. Allerdings: Ständiges Beschleunigen und Bremsen, der harte Boden in der Turnhalle, einen Ball schießen – das alles kannte mein Körper seit Jahren nicht mehr. Wer sich da nicht warm macht – und zudem gleich ständig von Tor zu Tor dem Ball hinterher rennt, wie ich es getan habe – leidet halt danach.

 

Mehrere Tage konnte ich keinen Schritt ohne Schmerzen gehen. An Laufen war drei Wochen lang nicht zu denken. So lange dauerten die Beschwerden am rechten Sprunggelenk. Für Dr. Martin Engelhardt nicht überraschend: „Gerade Überlastungsreaktionen an den Sehnenansätzen führen oft zu länger anhaltenden Ausfällen.“


Warum verzichten viele eigentlich darauf? Faulheit kann es doch eigentlich nicht sein. Schließlich ist man in dem Moment ja gewillt, sich sportlich zu betätigen. Da gibt es noch die Meinung, jede Kraft, die in die Vorbereitung geht, fehlt beim eigentlichen Sport. Falsch, klärt Martin Engelhardt auf. „Leistung büßen Sie beim Warmmachen mit Sicherheit nicht ein.“ Ganz im Gegenteil. Nur mit einer guten Vorbereitung sind Höchstleistungen erst möglich.


Also, auch bei einer bereits eingeübten Sportart lohnt sich das Aufheizen des Körpers. Vielleicht sollte ich es mal beherzigen – mit Blick auf den Halbmarathon. Oder ist es mir doch wieder zu lästig? Da wäre ich zumindest in guter Gesellschaft – mit Martin Engelhardt nämlich. Er nimmt das mit dem Warmmachen ebenfalls nicht so ernst, verrät mir der Orthopäde. Auch Mediziner sind halt nur Menschen.

 

Lesen Sie in Teil 4: Wer seine eigenen Grenzen mutwillig überschreitet, riskiert ernsthaft seine Gesundheit – oder sogar sein Leben



Burkhardr Röper / www.apotheken-umschau.de; 18.06.2009, aktualisiert am 26.06.2010
Bildnachweis: Jupiter Images GmbH/Comstock Images

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