Es gibt nicht „den einen“ perfekten Laufschuh. Jeder Jogger unterscheidet sich: bezüglich der Fußlänge und -breite, darin wie häufig und auf welchem Untergrund man läuft usw. Die Suche nach dem idealen Schuh ist daher eine sehr individuelle Angelegenheit – und kann ganz schön schwierig sein. Bei der Wahl Ihres Laufschuhs sollten Sie aber weder mit der Zeit noch mit dem Geld knausern: Gute Qualität ist die wichtigste Voraussetzung dafür, dass Sie Spaß am Laufen haben und dass das Training Ihnen gut tut. Ein ungeeigneter Laufschuh strapaziert Gelenke und Füße und verschafft Ihnen letztlich mehr Blasen als Freude am Sport.
Die richtige Größe
Ziemlich banal, aber umso wichtiger: Ihr Schuh muss die richtige Größe haben. Dabei sollten Sie beachten, dass Ihr Fuß nach vorn Spielraum hat, denn beim Laufen schiebt sich der Fuß leicht nach vorne (im Mittel zwischen 0,5 und 1,5 cm). Ist kein Platz da, werden die Zehen gegen den Schuh gedrückt. Entscheiden Sie sich deshalb im Notfall für das etwas größere Modell.
Bei den wenigsten Menschen sind beide Füße gleich groß. Bei der Wahl des Schuhs, sollten Sie die Größe aber dem größeren Fuß anpassen. Zu viel Platz im Schuh können Sie durch dickere Strümpfe oder engere Schnürung ausgleichen. Allerdings auch nur begrenzt: Deutlich zu große Schuhe schaden den Füßen, denn da müssen sich Ihre Zehen kramphaft Halt suchen.
Sohle
Wichtig zu wissen ist, dass der menschliche Körper sich an die Belastung beim Laufen anpassen kann. Laufen auf hartem Untergrund wie Asphalt “trainiert” somit Knochen, Bänder und Muskeln. Das Stütz- und Bewegungssystem muss aber sehr langsam an die Belastung gewöhnt werden.
Jeder Laufschuh sollte gut gedämpft sein, da Läufer ihre Gelenke bei jedem Schritt mit dem zwei- bis dreifachen Körpergewicht belasten. Solche Dämpfungen sind zum Beispiel Gel- oder Luftkissen als Zwschensohlenmaterialien.
Gute Laufschuhe haben ein leicht erhöhtes Fersenteil und sind am Zehenteil nach vorne abgerundet. So kann der Fuß bei jedem Schritt gut von der Ferse über den Ballen abrollen.
Achten Sie aber darauf, dass Ihr Laufschuh nicht zu hoch wird (also, kein hoher Abstand zwischen Boden und Ferse). Denn sonst ist die Stabilität des Rückfußes niedriger.
Laufen Sie häufig im Wald oder auf Wiesen, sollten Sie darauf achten, dass Ihre Laufschuhe ein griffiges Profil haben. So vermeiden Sie es auszurutschen.
Art der Schnürung
Aber auch der beste Sportschuh nützt nichts, wenn er falsch gebunden ist. Denn erst durch die richtige Schnürtechnik wird der Fuß optimal im Schuh fixiert.
„Wichtig ist, dass der Fuß im Schuh fest gehalten wird und dass die Schnürung den Fuß hinten in der Fersenkappe hält, damit der Rückfuß stabil bleibt“, erklärt Professor Frank Mayer von der Universitätsklinik Freiburg.
Um die Schnürung zu verbessern, können Sie folgendes versuchen:
Wer schmale Füße hat, sollte seine Schuhe folgendermaßen schnüren: Die Schnürsenkel von der Schuhoberseite durch die Löcher führen. So lässt sich der Schuh fester ziehen.
Wer breite Füße hat, fädelt die Schnürsenkel besser durch die Schuhinnenseite ein.
Wer Blasen hat, bei dem sollte der Schuh sehr fest sitzen. Am besten ist hier eine Überkreuzschnürung.
Beachten Sie jedoch, dass die Schnürung ein Funktionselement des jeweiligen Schuhs ist. Eine Änderung kann zu einer veränderten Schuhfunktion führen.
Sie sollten darauf achten, dass der Schuh zwar gut sitzt, aber nicht zu fest geschnürt ist. Das kann zu Beschwerden führen.
Welches Modell soll's sein?
Welches Modell von welcher Marke der „beste“ Laufschuh ist, muss jeder für sich entscheiden. Dabei sollten Sie auf Dämpfung, Rückfußstabilität, Vorfußflexibilität, eine gute Passform, Materialbeschaffenheit und Verarbeitung achten.
Teuer heißt nicht unbedingt gut. Die Stiftung Warentest fand heraus, dass die teuersten Modelle nicht unbedingt die besten sind. Die teuersten der getesteten Modelle lagen nur in der Mittelgruppe. Zwei mittelpreisige Schuhe (um die 100 Euro) belegten die Spitzenpositionen. Dafür war aber der billigste getestete Schuh auch der schlechteste.
Ein, zwei oder drei Paar Schuhe?
Sie haben das perfekte Paar Laufschuhe für sich gefunden und wollen jetzt immer nur in denen laufen? Das ist gar nicht so eine gute Idee, auch wenn der Schuh optimal ist. „Ein Laufsportler sollte mehrere Modelle gleichzeitig verwenden“, rät Mayer. Der Grund: Trägt ein Läufer mehrere verschiedene Schuhe, wird über den ständigen Wechsel der Bedingungen am Fuß die Anpassungsfähigkeit des Stütz- und Bewegungssystems (sensomotorische Fähigkeiten) geschult.
Die Haltbarkeit der Laufschuhe hängt einerseits davon ab, wie häufig Sie laufen und andererseits davon, welches Modell Sie tragen. Häufig ist ein Ersatz einmal jährlich notwendig.