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Therapien bei Inkontinenz

Die passende Behandlung kann Inkontinenz heilen oder zumindest bessern


Gegen Blasenschwäche gibt es Mittel und Therapieansätze

Elektrostimulation und Biofeedback

Elektrostimulationsgeräte unterstützen die Beckenbodengymnastik, indem sie die Muskulatur des Beckenbodens anregen. Mithilfe von Biofeedback lässt sich die Muskelaktivität des Beckenbodens auf einem Bildschirm darstellen. Auf diese Weise kann die Anspannung der Muskulatur im Ruhezustand und bei Bewegung trainiert und am Bildschirm kontrolliert werden.



Gegen verschiedene Formen der Inkontinenz helfen unterschiedliche Wirkstoffe

Medikamente

Die medikamentöse Therapie richtet sich nach der Art des Blasenleidens. Gegen Belastungsinkontinenz steht der Wirkstoff Duloxetin zur Verfügung. Er stärkt die Schließmuskulatur der Blase. Bei Dranginkontinenz haben sich seit vielen Jahren verschreibungspflichtige Anticholinergika wie Oxybutynin, Propiverin oder Tolterodin bewährt. Sie lockern den verspannten Blasenmuskel und senken so den Drang zur Blasenentleerung. Wenn sie nicht anschlagen, setzen Urologen neuerdings auch Botulinumtoxin A gegen starke Drangsymptome ein.


Blasentraining

Bei Dranginkontinenz hilft ein Blasentraining, die Kontrolle über die Blase zurückzugewinnen. Der Patient entleert seine Blase nach einem individuell festgelegten Zeitintervall – unabhängig davon, ob Harndrang besteht oder nicht. Ziel ist, die Blase zu entleeren, bevor der Drang zu groß wird. Beim Training sollten Sie die Hilfe eines ausgebildeten Inkontinenzberaters in Anspruch nehmen.



Vaginalkonen sollen das Beckenbodentraining unterstützen

Vaginalkonen

Vaginalkonen sind kleine Gewichte, die sich Frauen in die Scheide einführen. Sie sollen das Beckenbodentraining unterstützen. Beim Üben müssen die Muskeln des Beckenbodens so angespannt werden, dass die Konen nicht herausfallen.



Diskrete Beratung in der Apotheke

Beratung in der Apotheke

Aus falscher Scham greifen viele Betroffene zu „selbst gestrickten“ Lösungen: Sie verwenden Damenbinden, die aber den Urin nicht richtig aufsaugen und dadurch später unangenehm riechen. „Lassen Sie sich in der Apotheke unter vier Augen beraten“, empfiehlt Apothekerin Birgitta Seemüller aus Holzkirchen bei München. „Wir informieren über spezielle Inkontinenzhilfsmittel und finden anhand von Produktmustern für jeden die richtige Lösung.“


Hilfsmittel für Frauen

Spezielle Slipeinlagen in unterschiedlichen Größen nehmen viel Flüssigkeit auf und sind trotzdem diskret. Pessare sollen die Lage von Harnröhre und Blase verändern und so die Inkontinenz verringern. Sie müssen individuell angepasst werden.  


Hilfsmittel für Männer

Bei Überlaufinkontinenz sind Tropfenfänger sinnvoll. Über den Penis gestülpt, nehmen sie kleine Urinmengen auf. Kondomurinale eignen sich bei starker Inkontinenz. Sie leiten größere Mengen Harn in einen Beutel ab.


Operation

Wenn alle nicht-operativen Wege ausgeschöpft sind, sollte ein chirurgischer Eingriff erwogen werden. Für Männer und Frauen stehen unterschiedliche Techniken zur Verfügung. Bei der Kolposuspension, dem gängigsten herkömmlichen Verfahren bei Frauen, befestigt der Operateur die Scheidenvorderwand neu hinter dem Schambein. Alternativ hat sich die minimalinvasive TVT-Technik etabliert. Nach diesem Prinzip lässt sich mittlerweile auch die männliche Inkontinenz behandeln.



Dr. Luitgard Marschall, Apotheken Umschau; 16.08.2010
Bildnachweis: Visum Foto GmbH/A. Vossberg, doc-stock GmbH/giro-press, W&B/Martin Ley, Panthermedia/Jasper Grahl

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