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Wie sehen Bakterien aus?

Bakterien sind winzig klein. Mit dem bloßen Auge kann man sie nicht erkennen – wir machen die Krankheitserreger für Sie sichtbar


Feuchte Spülschwämme sind ein Paradies für Bakterien

Bakterien lauern überall. Nicht nur auf Toiletten oder im Spüllappen. Auch unser Körper ist – sowohl von innen als auch von außen – dicht von Bakterien besiedelt. Klingt ekelig, ist aber lebensnotwendig. Zum Beispiel als Bestandteil der Haut- oder Darmflora tragen sie wesentlich mit zum Funktionieren unseres Körpers bei.

Bakterien können aber auch Krankheitserreger sein. Sie schummeln sich über diverse Wege in unseren Körper. Und wenn unser Immunsystem die Keime nicht schnell genug vernichten kann, dann rebelliert etwa der Darm oder eitert eine Wunde.

Bakterien sind so winzig klein, dass wir sie mit dem bloßen Auge nicht erkennen können. In unser Bildergalerie zeigen wir Ihnen Mikroskopaufnahmen zehn bekannter Bakterien und erklären, welche Krankheiten die Erreger hervorrufen.


Die bekanntesten Bakterien

  • Salmonellen

    Das Wort Salmonellen stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Bakterien, die den Darm besiedeln". Es gibt verschiedene Salmonellen-Arten. Nichttyphoidale Salmonellen lösen eine Salmonellose oder auch Salmonellen-Gastroenteritis aus. Typische Symptome sind Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen und Fieber. Besondere Vorsicht ist bei Babys, Schwangeren, Immungeschwächten und alten Menschen geboten.

    Anstecken kann man sich über verunreinigte Lebensmittel, hier ist die Gefahr besonders groß bei Speisen mit rohem Ei, wie Speiseeis, Tiramisu oder Mayonnaise oder auch bei rohem Fleisch. Manchmal kommt es auch zu einer Ansteckung von Mensch zu Mensch oder über Tiere.

    Nach einigen Tagen ist das Schlimmste meist überstanden. Wichtig ist ausreichender Flüssigkeitsersatz durch viel Trinken. In besonderen Fällen behandelt der Arzt die Infektion gegebenenfalls mit einem Antibiotikum.

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  • Chlamydien

    Eine Clamydien-Infektion ist nicht selten. Die Bakterien können zum Beispiel den Genitalbereich, die Harnorgane, aber auch Augen oder Lunge befallen.

    Eine Infektion im Bereich der Harn- und Geschlechtsorgane kann zu Unfruchtbarkeit führen und es gibt Hinweise darauf, dass sie das Risiko für Frühgeburten erhöht. Das Gemeine daran: Die Krankheit verläuft oft ohne Symptome. Das heißt, der Patient bemerkt dann nichts von den Schädlingen und geht dementsprechend auch nicht zum Arzt. Die Infektion ist  ansteckend. Übertragen wird diese Art von Chlamydien meistens beim Sex.

    Der Frauen- oder Männerarzt kann bei Verdacht einen Test durchführen. Mit einem Antibiotikum lassen sich die Erreger ausmerzen.

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  • Borrelien

    Borrelien sind die Verursacher der Lyme-Borreliose, einer Krankheit, die durch einen Zeckenbiss übertragen werden kann. Bei vielen Infizierten bildet sich ein roter, in der Mitte blasser werdender Fleck rund um die Bissstelle. Allerdings kann man sich auf das Symptom nicht verlassen – häufig bleibt es auch aus.

    Eine Borreliose muss der Arzt mit Antibiotikum behandeln, sonst drohen diverse Spätfolgen. Eine nicht geheilte Krankheit kann auch noch nach Jahren Symptome verursachen. Von einer Borreliose betroffen sein können zum Beipiel Gelenke, Nerven, Hirnhaut oder das Herz.

    Deutschlandweit trägt ungefähr jede fünfte erwachsene Zecke die Bakterien in sich. Aber nicht jeder Biss einer infizierten Zecke hat die Infektion mit Lyme-Borreliose zur Folge. Je schneller man die Zecke entfernt, desto besser ist die Chance, nicht zu erkranken.

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  • Escherichia coli

    Escherichia coli ist ein Bakterium, das im menschlichen Darm vorkommt. Die Bakterien unterstützen zum Beispiel die Produktion von Vitamin K im Darm.

    Allerdings gibt es viele verschiedene Stämme von Echerichia coli – einige davon können beim Menschen Krankheiten auslösen. Einer dieser Stämme ist EHEC, von denen es wiederum verschiedene Typen gibt. Die EHEC-Bakterien können unter anderem  schwerwiegende, blutige Magen-Darm-Erkrankungen verursachen. An die Epedemie, die Deutschland im Jahr 2011 heimsuchte, erinnern sich viele Menschen mit Schrecken. Zur Erinnerung: Die Keime haben sich damals durch verunreinigte Bockshornkleesamen ausgebreitet, die in der Sprossenproduktion eingesetzt werden.

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  • Milchsäurebakterien

    Milchsäurebakterien bevölkern verschiedene Körperbereiche des Menschen. Zum Beispiel den Intimbereich der Frau oder auch den Darm. Es gibt viele verschiedene Stämme, allen gemein ist, dass sie Zucker zu Milchsäure abbauen. Neben den gesundheitlich wichtigen, gibt es aber auch krankmachende Milchsäurebakterien.

    Eine dritte Gruppe der Milchsäurebakterien nutzten wir in der Lebensmittelherstellung im Bereich der Probiotika. Sie sollen nach dem Verzehr das Immunsystem des menschlichen Darmes unterstützen. Inwieweit Probiotika den Verdauungsvorgang lebend überstehen und damit überhaupt nützlich für den Darm sind, ist allerdings bis heute nicht hundertprozentig geklärt.

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  • Streptokokken

    Streptokokken können verschiedene Krankheiten auslösen. Zum Beispiel Mandelentzündung, Lungen- oder Mittelohrentzündung, Scharlach und auch eine Wundrose. Es gibt aber auch Steptokokken, mit denen wir Menschen einträchtig zusammenleben. Wegen ihres Aussehens nennt man Streptokokken auch umgangsprachlich "Kettenkokken".

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  • Bakterium Helicobacter Pylori

    Helicobacter pylori

    Lange Zeit gingen Ärzte davon aus, dass der Magen eine keimfreie Zone sei. Der saure pH-Wert machte das Überleben von Mikroorganismen undenkbar. Umso größer war die Verwunderung, als man das Bakterium Helicobacter pylori im Magen entdeckte. Die Keime schützen sich vor der Magensäure, indem sie sich in den Magenschleim eingraben und mit Stoffwechselprodukten für ein alkalischen ph-Wert in ihrer Umgebung sorgen.

    Bei befallen Patienten kann Helicobacter pylori eine chronische Entzündung der Magenschleimhaut hervorrufen, darauf basierend kann es zum Beispiel zu Erkrankungen wie Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren kommen. Anfängliche Anzeichen einer Infektion sind meist mehrdeutig, zum Beispiel leichte Oberbauchschmerzen, gelegentlich Übelkeit oder Erbrechen. Experten gehen davon aus, dass beinahe die Hälfte der menschlichen Weltbevölkerung mit Helicobacter pylori belastet ist. Das Bakterium wird schwerpunktmäßig mit Antibiotika behandelt.

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  • Clostridien

    Clostridien können eine Vielzahl ziemlich unangenehmer Krankheiten auslösen. Zum Beispiel Tetanus, Lebensmittelvergiftung oder Wundbrand. Außerdem haben Clostridien noch einen weiteren Angriffsort: Wenn die Darmflora eines Menschen durch die Einnahme von Antibiotika geschwächt ist, machen sich dort manchmal Clostridien breit. Sie können dann schwere Durchfälle auslösen. In diesem Fall muss der Arzt die Krankheitserreger mit einem speziellen Antibiotikum behandeln.

    Die Sporen von Clostridien sind äußerst hitzestabil. Sie sterben bei unzureichender Hitzebehandlung nicht ab. Deswegen können sie mitunter Speisen und sogar Dosenkonserven verseuchen.

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  • Staphylokokken

    Staphylokokken gehören zur natürlichen Haut- und Schleimhautflora des Menschen. Trotzdem können sie krank machen.

    Staphylokokkus aureus kann unter anderem Furunkel, Wundinfektionen oder eine Blutvergiftung verursachen. Besonders problematisch sind die sogenannten MRSA (multi-resistenter Staphylococcus aureus). Diese Bakterien sind gegen viele Antibiotika resistent geworden und schwer zu behandeln.

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  • Pneumokokken

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass jährlich rund zwei Millionen Menschen infolge einer Pneumokokkeninfektion sterben. Besonders gefährdet sind Senioren, Säuglinge und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Die Bakterien verursachen zum Beispiel eine Mittelohr-, Nasennebenhöhlen- oder Lungenentzündung. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission STIKO die Impfung gegen Pneumokokken für alle Kinder ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat.

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Bildnachweis: iStock/AxelKock, Mauritius/Fichtl/Marker

Sophie Schöninger / www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 03.09.2012,
Bildnachweis: iStock/AxelKock, Mauritius/Fichtl/Marker

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