Staphylokokken

Zusammenfassung:
Staphylokokken (Traubenkokken) gehören zur Familie der so genannten Mikrococceae. Sie sind grampositive, unregelmäßig traubenförmige, Haufen bildende aerobe ovale bis kugelförmige Kokken. Auf gewöhnlichen Nährböden lassen sie sich aerob und anaerob gut anzüchten. Es gibt drei für den Menschen wichtige Erreger.



Staphylococcus aureus (goldgelb wachsend), Staphylococcus epidermidis (auf der Haut wachsend) und Staphylococcus saprophyticus (als Parasit oder auf organischer Substanz lebend). Die Erreger geben verschiedene Substanzen (Enzyme und Toxine) in die Umgebung ab, um besser eindringen und überleben zu können.

Staphylococcus aureus
Staphylococcus aureus ist ein goldgelb wachsender Keim, der eine so genannte Plasma-Koagulase-Aktivität besitzt. Das heißt, er ist in der Lage, Plasma zu verklumpen. Er wächst in runden, weiß bis goldgelb gefleckten Kolonien auf den Nährböden.
Gefürchtet sind der sogenannte Methicillin-resistente (MRSA) oder oxacillinresistente Staphylococcus aureus (ORSA). Diese gehören zu den im Krankenhaus oder Pflegeheim erworbenen (medizinisch: nosokomialen) schweren Infektionen. Typische Staphylococcus aureus Infektionen sind lokale eitrige Infekte, Abszesse, Wundinfektionen, wie auch Knochenerkrankungen (Osteomyelitis) oder Mastitis, Lungenentzündung, Lebensmittelvergiftungen, schwere Hautentzündungen und das toxische Schock-Syndrom.

Staphylococcus epidermidis
Staphylococcus epidermidis dominiert als Erreger bei Infektionen im Zusammenhang mit implantierbaren Fremdkörpern wie Kathetern, Herzklappen, Schrittmachern, Elektroden usw. Er ist in der Lage, einen Biofilm zu bilden und sich irreversibel an Plastikoberflächen zu binden. Er bildet eine Schleimsubstanz, die ihn vor Antibiotika schützt.
Die Differenzierung zwischen den einzelnen Staphylococcusarten erfolgt biochemisch.
 
Letzte Aktualisierung:
01.03.2007 (Patricia Herzberger)
Autor:
Prof. Dr. med. Kurt Bauer
Experten für diese Seite:
Univ. Prof. Dr. Meinhard Haltmayer (Labormedizin)
Dr. med. Michael Heins (Labormedizin)

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