So schützen Sie sich vor Zecken

Die ersten Zecken sind aktiv. Sie können FSME und Borreliose übertragen. Unser Video zeigt, wann eine Impfung hilfreich ist und wie Sie Zecken richtig entfernen

von Redaktion: Corinna Hilss, Kamera: Andreas Kerle, Schnitt: Eric Demiriz, Text: Simone Herzner, aktualisiert am 09.03.2016
Produktion: W&B

Zwischen Februar und Dezember – also praktisch das ganze Jahr – ist der gemeine Holzbock inzwischen in Wiesen und Wäldern aktiv. Zecken können FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), das ist eine virale Hirnhautentzündung, und Borreliose übertragen. Besonders nach warmen Wintern gibt es sehr viele Zecken. Milde Temperaturen bieten den lästigen Spinnentieren ideale Bedingungen.

2016 sind in Bayern bereits drei FSME-Fälle (Stand: Anfang März 2016) bekannt geworden: Im Stadtkreis Bamberg sowie in den Landkreisen Augsburg und Main-Spessart ist jeweils durch einen Zeckenstich die gefährliche Infektionskrankheit übertragen worden. "Das ist für die Jahreszeit nicht ungewöhnlich. 2015 gab es um diese Zeit auch schon einige FSME-Fälle", sagt eine Sprecherin des Bayerischen Gesundheitsministeriums. Umso wichtiger ist es, sich jetzt bereits gegen FSME impfen zu lassen.

Im Video erklären Experten, wie Sie sich vor Zecken schützen

 


Zum Vergrößern auf die Lupe klicken: FSME-Risikogebiete in Deutschland (Quelle: Robert Koch-Institut)

W&B/Martina Ibelherr

Dr. Nikolaus Frühwein, Arzt für Allgemeinmedizin und Impfexperte aus München, und Apotheker Dr. Martin Allwang, erklären, welche Gefahren von Zecken ausgehen, welche Vorsichtsmaßnahmen Sie bei einem Ausflug ins Grüne treffen sollten und wie Sie eine Zecke nach einem Stich richtig entfernen. Menschen, die in FSME-Risikogebieten (siehe Karte) leben oder Urlaub machen, können sich durch eine Impfung gegen FSME schützen.

Borreliose weit häufiger als FSME

Gegen Borreliose gibt es keine Impfung. Die Krankheit nach einem Zeckenstich ist aber häufiger als FSME, zumal Borreliose nicht auf bestimmte Risikogebiete begrenzt ist, sondern überall in Deutschland vorkommen kann. Gesicherte Zahlen, wie häufig es zur Borreliose-Übertragung durch eine Zecke kommt, gibt es nicht. "Die Übertragung dauert aber mindestens 12 Stunden, bis sie von der Zecke auf den Menschen übergeht. Das heißt, wenn man sich gründlich absucht und die Zecke möglichst schnell entfernt, kann man eine Borreliose unter Umständen vermeiden", erklärt Dr. Frühwein.

Wie Sie eine Borreliose-Infektion erkennen können

Ob Sie nach einem Zeckenstich mit Borreliose infiziert sind, erkennen Sie zum Beispiel an grippe-ähnlichen Symptomen oder einer sogenannten Wanderröte. Die Symptome sind aber häufig nicht eindeutig – und nicht immer führt eine Infektion mit dem Erreger überhaupt zu Symptomen und zum Ausbruch der Krankheit. Gehen Sie im Zweifelsfall zum Arzt. Bei begründetem Verdacht verschreibt dieser eine Therapie mit einem Antibiotikum.


Mit speziellen Zangen lassen sich Zecken leicht entfernen

W&B/Martina Ibelherr

Fazit: Zecken sind lästige Parasiten – und sie können Krankheiten übertragen. Ein Zeckenstich (Tatsache: Zecken beißen nicht, sie stechen!) ist unangenehm, aber kein Grund zur Panik. Wenn Sie möglichst mit langen Hosen über Wiesen gehen oder im Wald spazieren und, sollte doch einmal eine Zecke gestochen haben, diese rasch entfernen, senken Sie die Gefahr einer Infektion. Lassen Sie sich in den Spaß an der Natur nicht verderben!



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