Anmelden | Registrieren
Drucken

Pest

Ratte

Rattenflöhe können den Erreger der Pest auf den Menschen übertragen

Zusammenfassung:
Die von alters her gefürchtete Pest ist eine lebensgefährliche, hoch infektiöse bakterielle Erkrankung. Der Erreger wird durch Rattenflöhe auf den Menschen übertragen. Von Mensch zu Mensch kann sie sich über Tröpfchen-Infektion mit unheimlicher Geschwindigkeit verbreiten. So entvölkerte die historische Pestepidemie im 14. Jahrhundert ganze Landstriche Europas. Heute ist die Pest beim Menschen selten geworden, aber längst nicht ausgerottet. Der Erreger hält sich in hochgelegenen, trockenen Regionen Asiens, Afrikas und Amerikas vor allem in wild lebenden Nagetieren.
Die Pest tritt meist als Beulen- oder Lungenpest auf. Der Befall mit Pestbakterien führt zur Geschwürbildung der Lymphknoten (Pestbeulen) bzw. zu Abszessen und Ödemen in der Lunge. Unbehandelt entwickelt sich innerhalb weniger Tage meist eine Blutvergiftung (Pestsepsis) mit tödlichem Ausgang.
Heute ist die Pest heilbar, wenn sie rechtzeitig erkannt und ausreichend mit Antibiotika behandelt wird. Zur Vorbeugung existieren sowohl ein Impfstoff als auch eine medikamentöse Prophylaxe.


Die von alters her gefürchtete, mythenumwobene Pest ist eine durch Bakterien verursachte Infektionskrankheit. Ihren Namen (lateinisch "pestis" für "Seuche, Verderben") trägt sie zu Recht, denn sie ist sowohl lebensgefährlich als auch hochgradig ansteckend. Sie gehört zu den "Zoonosen", ursprünglich auf Tiere beschränkte Infektionen, die auch auf Menschen übertragen werden können. Im Falle der Pest sind es Rattenflöhe, die den Erreger weitergeben und so den schlechten Ruf der Nagetiere begründet haben.
Die verheerende Seuche wütete schon im Griechenland der Antike. Als Ursprungsgebiet gelten die Steppen des innerasiatischen Beckens. Im christlichen Mittelalter breitete sich der "schwarze Tod" mit rasender Geschwindigkeit vom Mittelmeer bis Norwegen aus. Wahrscheinlich saßen die Pesterreger damals in flohverseuchten Pelzwaren aus den innerasiatischen Steppen; über die Handelswege und mit infizierten Schiffsratten landeten sie dann in den Mittelmeerhäfen. Man schätzt, dass zu den Hochzeiten der historischen Pandemie, zwischen 1347 und 1352, etwa ein Drittel der Bevölkerung Europas an der Pest starb. Der großen folgten noch mehrere "kleine" Epidemien, die jedesmal ganze Landstriche entvölkerten. Im 18. Jahrhundert verschwand die Pest allmählich aus Europa.
Mitte des 19. Jahrhunderts verbreitete sich die Pest von Asien aus erneut; wieder waren es vor allem Schiffsratten, die die Seuche in die Häfen der Welt verschleppte. In Indien fielen noch in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts hunderttausende Menschen der Pest zum Opfer, in Madagaskar blieb sie bis heute "heimisch".
Heute gelten vor allem wild lebende Nagetiere (in den USA z.B. Präriehunde) in den Bergwäldern, Steppen und Savannen Nord- und Südamerikas (Rocky Mountains, Venezuela, Brasilien), in Zentral-, Ost- und Südafrika, Madagaskar sowie in Zentral- und Südostasien als Reservoir der Pest. Menschen, die in diesen Regionen leben, können jedoch auch heute noch an der Pest erkranken. Ein erhöhtes Risiko haben z.B. Jäger, Holzfäller und Forstleute. "Ausgerottet" ist die Pest keinesfalls - im Gegenteil: In Madagaskar steigt die Zahl der Erkrankungsfälle, dort sind bereits Resistenzen des Pesterregers gegen Antibiotika aufgetreten, und die Kontrolle über Ratten und Flöhe ist schwierig.
 

Diese Informationen können den Besuch beim Arzt nicht ersetzen, sondern können Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden.

Letzte Aktualisierung:
18.04.2007 (Inge Smolek)


Quelle: surfmed; 13.09.2005, aktualisiert am 18.03.2010
Bayer CropScience/ddp

© Wort & Bild Verlag GmbH & Co KG