Neisseria

Zusammenfassung:
Neisseria gonorrhoeae (Gonokokken) ist der Erreger der häufigsten Geschlechtskrankheit, der Gonorrhoe (Tripper). Neisseria meningitidis verursacht ca. 20 Prozent aller übertragbaren Hirnhautentzündungen (medizinisch: Meningitiden).



Neisseria gonorrhoeae
Neisseria gonorrhoeae (Gonokokken) ist der Erreger der häufigsten Geschlechtskrankheit, der Gonorrhoe (Tripper). Er kann eine Harnröhrenentzündung, Gebärmutterhalsentzündung, Eileiterentzündung, Mastdarmentzündung, Gelenkentzündung, Bindehautentzündung, Rachenentzündung oder Beckenentzündung hervorrufen. Mikroskopisch erscheint er in der Gramfärbung (Färbemethoden) negativ und in der typischen Semmel- oder Kaffeebohnenform. Während der akuten Infektionsphase findet man die Gonokokken in den weißen Blutkörperchen (medizinisch: Leukozyten), so dass die Keime teilweise besser mit einer speziellen Färbung (medizinisch: Methylenblaufärbung) nachgewiesen werden können. Die Anzucht erfolgt auf feuchten, reichhaltigen Nährmedien. Zur Unterdrückung der Begleitflora werden Antibiotika hinzu geführt. Da die Gonokokken gegenüber Temperaturerhöhung und Austrocknung sehr empfindlich sind, sollte der Eiter sofort in entsprechende Spezialtransportböden (nach Stuart oder Amis) überführt werden. Die Antikörperidentifizierung erfolgt durch weitere biochemische Nachweismethoden.

Neisseria meningitidis
Neisseria meningitidis verursacht ca. 20 Prozent aller übertragbaren Hirnhautentzündungen (medizinisch: Meningitiden).
Meningokokken sind gramnegative, an einer Seite etwas abgeflachte, paarweise auftretende Kugelbakterien. Sie sind unterschiedlich groß und lassen sich unterschiedlich anfärben. Im Gehirn-Rückenmarkflüssigkeitspräparat finden sich in- und außerhalb der Zellen gelegene Erreger. Sie sind einfacher als Gonokokken anzuzüchten. Die weitere Differenzierung der Anzüchtung der Meningokokken entspricht den bei den Gonokokken eingesetzten Verfahren. Neben einer Hirnhautentzündung kann Neisseria meningitidis eine Blutvergiftung, Lungenentzündung, Harnröhrenentzündung oder Gelenkentzündung hervorrufen. Für beide Erreger sind auch immunologische Nachweismethoden wie die sogenannte Co-Agglutination und die Fluoreszenzmikroskopie gebräuchlich.
 
Letzte Aktualisierung:
01.03.2007 (Patricia Herzberger)
Autor:
Prof. Dr. med. Kurt Bauer
Experten für diese Seite:
Univ. Prof. Dr. Meinhard Haltmayer (Labormedizin)
Dr. med. Michael Heins (Labormedizin)

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