Listeria

Zusammenfassung:
Von den Listeriosen ist allein Listeria monocytogenes (Listeria nach Lord Lister und monocytogenes eine Monocytose bewirkend) für den Menschen krankheitserregend (medizinisch: pathogen).



Listerien sind zarte, grampositive, kurze, sporenlose, begeißelte Stäbchen, die sehr anspruchslos auf den üblichen Nährböden aerob oder bei verminderter Sauerstoffspannung bei 20° C wachsen. Während die Anzucht und Isolierung aus der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit unproblematisch ist, kann die Anzucht z. B. aus Kot schwierig sein. Die Anzucht erfordert Selektivnährmedien, die Antibiotika und Lithium enthalten. Das wichtigste Merkmal für Listeria monocytogenes ist die Produktion des sogenannten Hämolysins. Dies ist eine Substanz, welche die roten Blutkörperchen auflösen kann. Alle anderen nicht pathogenen Arten sind nicht hämolysierend.

Außer beim Fötus, wo eine Infektion über die Plazenta stattfinden kann, erfolgt die Aufnahme von Listerien durch verunreinigte Lebensmittel. Die Bakterien können durch das sogenannte Listeriolysin die Zellmembran aufweichen, in die Zelle eindringen und sich danach in der Zelle ungehindert vermehren. Die Erkrankung kann stumm, als grippaler Infekt oder bis hin zur Blutvergiftung und Gehirnhautentzündung verlaufen. Während der Schwangerschaft kann diese Infektion zu Fehlgeburten oder zur angeborenen Listeriose beim Kind führen.
 
Letzte Aktualisierung:
01.03.2007 (Patricia Herzberger)
Autor:
Prof. Dr. med. Kurt Bauer
Experten für diese Seite:
Univ. Prof. Dr. Meinhard Haltmayer (Labormedizin)
Dr. med. Michael Heins (Labormedizin)

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