Wer genießt es nicht, im Sommer draußen zu essen? Doch Insekten können einem dabei auf die Nerven gehen
Nicht schon wieder. Kaum wollen wir den Erdbeerkuchen kosten, schwirrt eine Wespe heran. Und landet zielsicher auf der Torte. Abwehrstrategien – ob mit Gabel, Speisekarte oder Hand – scheitern meist. Dafür wehrt sich das Insekt, und zwar weitaus effektiver als der Mensch. Wer schon einmal von einer Wespe gestochen wurde, weiß, wie schmerzhaft diese Bekanntschaft ist.
Doch nicht nur Wespen stechen, wenn sie sich bedroht fühlen. Auf die gleiche Art reagieren auch Bienen, Hummeln und Hornissen. Ein Tier, das beißt, wenn es bedrängt wird, ist die Kreuzotter. Moskitos, Bremsen, Zecken und Flöhe haben völlig andere Absichten, wenn sie sich uns nähern. Sie benötigen Blut, um sich weitervermehren zu können. Damit sie an ihr Lebenselixier herankommen, stechen sie uns. Sonst belästigen die kleinen Blutsauger vor allem Tiere.
Ein Insektenstich schmerzt, juckt oder brennt zwar gehörig, ist meist aber nicht weiter schlimm. Es sei denn, jemand reagiert allergisch auf Insektenstiche. „Das größte allergene Potenzial haben Wespenstiche“, sagt Dr. Matina Herholz, Hautärztin und Allergologin aus Frankfurt. Für Insektengiftallergiker kann ein Stich sogar lebensgefährlich werden. Wichtig deshalb: Bemerken Sie, dass die betroffene Gliedmaße nach dem Stich stark anschwillt, sollten Sie unbedingt rasch einen Arzt aufsuchen. Bildet sich zusätzlich ein Hautausschlag oder leiden Sie an Juckreiz, Atemnot, Schwindel, Herzklopfen oder Schwellungen im Gesicht und Mund, müssen Sie sogar einen Notarzt rufen. In diesem Fall kann ein anaphylaktischer Schock vorliegen.
Ist die Allergie noch nicht bekannt, kann der Arzt dies feststellen und mit einer entsprechenden Therapie beginnen. „Eine Hyposensibilisierung gegen Wespengift verläuft zu fast 100 Prozent erfolgreich“, erklärt die Allergologin. Prinzipiell kann auch ein Bienen-, Hornissen- und Hummelstich eine allergische Reaktion hervorrufen. Dies kommt jedoch seltener vor.
Gefahr besteht nach einem Insektenstich auch dann, wenn das Insekt an oder in den Mund gestochen hat. Denn die Schwellung kann so stark werden, dass Erstickungsgefahr droht. Gehen Sie deshalb rasch zum Arzt – das gilt auch, wenn sich der Stich am Auge befindet.
Wie die Tiere aussehen, wie sich Stich oder Biss äußern können und welches Gefahrenpotenzial zum Beispiel Zecken oder Kreuzottern haben, erfahren Sie in der Bildergalerie unten.
Was hilft nach einem harmlosen Pikser? „Ein kühler, feuchter Umschlag hat eine unglaublich hohe antientzündliche Wirkung“, rät Herholz. Auch eine aufgeschnittene Zwiebel kühlt und befeuchtet. Allerdings können deren Inhaltsstoffe die betroffene Hautstelle reizen. Cremes und Gele mit sogenannten Antihistaminika lindern den Juckreiz. Niedrig dosiertes Hydrokortison wirkt dabei etwas stärker und dämmt zusätzlich die Entzündung ein. Lassen Sie sich dazu bei Arzt oder Apotheker beraten.
Welches Insekt hat gestochen?
Bienen
Bienen schwirren normalerweise in Wiesen herum – stets auf der Suche nach Blütennektar und Pollen. Laufen wir barfuß durchs Gras, können wir deshalb aus Versehen auf eine Biene treten. Pikst das Insekt, bleibt der Stachel in der Haut stecken. Die Haut schwillt an, rötet sich, schmerzt und brennt. Zudem kann die Stelle jucken.
Bienen greifen – wie gesagt – im Grunde nie von selbst. Sie verteidigen sich mit ihrem Stachel, wenn sie sich bedroht fühlen. Kommt Ihnen eine Biene zu nah, sollten Sie daher Ruhe bewahren. Versuchen Sie nicht, dass Tier einzufangen oder nach ihm zu schlagen. Eine Biene stirbt übrigens, wenn sie gestochen hat.
Wichtig: Da sich im Stachel das Bienengift befindet, sollten Sie diesen vorsichtig mit einer Pinzette entfernen. Sind Sie allergisch auf Bienengift, verständigen Sie sofort einen Arzt.
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Bremse
An schwül-heißen Sommertagen treiben sich Bremsen gerne auf feuchten Weiden herum. Nähern sie sich einem potenziellen Opfer – zum Beispiel einem Mensch, einem Pferd oder einer Kuh – greifen sie fast lautlos an. Mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen stechen sie zu und zapfen Blut. Ein Bremsenstich schmerzt intensiv, brennt und juckt. Die Haut schwillt an und rötet sich. „Zudem findet sich oft eine kleine Vertiefung in der Mitte des angeschwollenen Bereichs“, sagt Herholz.
In seltenen Fällen können Bremsen die Lyme-Borreliose übertragen.
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Moskito
Erst summt es, dann juckt es. Moskitos schwirren gerne des Nächtens durchs Schlafzimmer. Immer auf der Suche nach der besten Hautpartie ihres Opfers. Mit ihrem Stechrüssel bohren sie sich in die Haut und saugen Blut. Haben wir das Surren nicht ohnehin schon wahrgenommen, wachen wir spätestens nach dem Stich auf. Denn die Stelle juckt. Zusätzlich bildet sich eine kleine Beule, die oft erwärmt ist. Ansonsten sind Moskitostiche überwiegend ungefährlich.
Sind Sie allerdings in warmen Ländern oder den Tropen unterwegs, können Stechmücken sehr wohl Krankheiten übertragen – unter anderem Malaria. Vor einer Reise sollten Sie sich daher beim Arzt oder in der Apotheke beraten lassen.
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Zecken
Die kleinen Spinnentiere warten im Gestrüpp, im Unterholz oder auf hohen Gräsern. Gehen wir daran vorbei, krallen sich Zecken zum Beispiel an Bein oder Arm fest. Von dort krabbeln sie umher, bis sie eine geeignete Einstichstelle gefunden haben. Zecken sind zwar winzig klein, doch verbleiben sie auf der Haut, um weiter Blut zu saugen. Juckt also eine Stelle auf der Haut, ist leicht gerötet und Sie erkennen einen dunklen Punkt, könnte es sich um eine Zecke handeln. Überprüfen Sie das und entfernen Sie das Tier mit einer Pinzette vorsichtig. Sind Sie sich unsicher, lassen Sie die Zecke am besten vom Arzt beseitigen.
Normalerweise sind Zeckenstiche nicht weiter tragisch. Allerdings können manche Tiere Borreliose oder die Frühsommermeningoenzephalitis (FSME) übertragen.
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Kreuzotter
Ein Kreuzotterbiss ruft eine starke Schwellung an der Bissstelle hervor und kann heftige Schmerzen bereiten. Die Stelle kann sich blaurot verfärben. Manchmal bewirkt das Gift, dass es einem übel wird, der Kopf schmerzt, der Kreislauf absackt, Atembeschwerden und Schweißausbrüche auftreten. Meistens gibt die Schlange jedoch nur winzige Giftmengen ab, wenn sie beißt. Die Symptome äußern sich dann nur schwach. „Lebensbedrohliche Vergiftungen kommen äußerst selten vor“, sagt auch Dagmar Eckart, Biologin am Giftinformationszentrum der Universitätsmedizin Mainz.
Die Expertin rät, dass Sie nach einem Kreuzotterbiss auf jeden Fall ruhig bleiben und eine Giftinformationszentrale kontaktieren sollten. Außerdem räumt Eckart mit Schlangenbissmythen auf: „Sie dürfen die Wunde weder aussaugen noch ausschneiden.“ Ebenso verboten: Abbinden oder einen Druckverband anlegen. Stattdessen sollten Sie die betroffene Gliedmaße absolut ruhigstellen, also am besten schienen und flach lagern. Suchen Sie umgehend einen Arzt oder eine Klinik auf, der sich den Biss ansieht und gegebenenfalls behandelt.
Kreuzottern kommen unter anderem im bayerischen Voralpenland, in der Eifel, im Taunus, im Hochschwarzwald sowie in Teilen Niedersachsens vor. Die Vipern stehen unter Artenschutz. Normalerweise treffen wir sehr selten auf die Giftschlangen oder bemerken sie gar nicht. Sie halten sich in Feuchtgebieten auf und suchen an heißen Tagen im Gebüsch oder unter Steinen Schutz. Kommen wir einer Kreuzotter zu nah oder treten aus Versehen auf sie, kann sie uns beißen. Natürlich nicht aus Angriffslust, sondern um sich zu verteidigen.
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Flöhe
Wir sind zum Glück nicht das primäre Opfer von Flöhen. Die wenige Millimeter kleinen Plagegeister haben sich auf haarige Gesellen spezialisiert – also zum Beispiel Hunde und Katzen. Zwischen den Haaren können sie sich mit ihrem flachen Körper optimal hin und her bewegen. Manchmal passiert es allerdings, dass ein Floh vom Haustier auf die menschliche Haut gelangt.
Flohstiche äußern sich in kleinen roten Pünktchen auf der Haut, die sehr intensiv jucken. Oft treten an der betroffenen Stelle gleich mehrere Stiche dicht nebeneinander auf. Kratzen wir daran, können sich die Miniwunden leicht entzünden. Deshalb empfehlen sich juckreizstillende Gels, die gleichzeitig kühlen.
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Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de;
18.06.2010, aktualisiert am 09.02.2012
Bildnachweis: Fotolia/ChrisSes/2010, Fotolia/Yanik Chauvin/2009, istock/Sergey Toronto, iStock/Kzenon
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