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HIV-Infektion und AIDS:
Therapie

Eine Kombination aus mindestens drei speziellen Medikamenten kann der HIV-Infektion entgegenwirken. HIV-Positive müssen die Mittel aber ihr Leben lang einnehmen


Sogenannte antiretrovirale Arzneimittel helfen bei einer HIV-Infektion

Ist der HIV-Test (siehe Kapitel Diagnose) positiv ausgefallen, müssen Patienten nicht unbedingt sofort Medikamente einnehmen. Solange die Infektion ohne jegliche Krankheitszeichen verläuft und die T-Helferzellen noch gute Werte (> 350 T-Helferzellen/Mikroliter) aufweisen, wird in der Regel nicht behandelt. Treten jedoch Symptome auf oder das HI-Virus vermehrt sich zunehmend, müssen HIV-Infizierte spezielle Arzneimittel einnehmen. Da der Auslöser von AIDS zur Gruppe der Retroviren zählt, nennt sich die Behandlungsmethode antiretrovirale Therapie.

Heilbar ist eine HIV-Infektion bislang leider nicht. Allerdings gibt es mittlerweile mehr als 20 Medikamente gegen HIV. Sie verhindern, dass die Viren in die T-Helferzellen eindringen und hemmen die Virusvermehrung. Die Erkrankung wird dadurch sozusagen eingefroren, das Fortschreiten des Immundefektes wird verhindert.


Unter einer solchen Kombinationstherapie, die auch hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART) genannt wird, kann sich das Immunsystem sogar erholen. Betroffene Menschen werden nach Beginn dieser Therapie seltener krank. Das Risiko an AIDS zu erkranken verringert sich deutlich.

Die hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART) besteht in der Regel aus drei verschiedenen Medikamenten, die gegen die HI-Viren zum Einsatz kommen. Prinzipiell wirkt jeder dieser Arzneistoffe auch einzeln gut. Das Problem ist jedoch, dass die Viren gegen einen einzelnen verabreichten Wirkstoff relativ rasch Verteidigungsmechanismen entwickeln. Die Folge: Resistenzen entstehen und das Medikament wirkt so nicht mehr ausreichend. Eine Kombination mehrerer Arzneistoffe, die das Virus auf unterschiedlichen Wegen angreifen, verringert die Gefahr von Resistenzen deutlich.

Die Wahl der Medikamente hängt zum einen von den Bedürfnissen des Patienten (z.B. einmal-tägliche oder zweimal-tägliche Therapie) ab, zum anderen von Begleiterkrankungen (es gibt unter anderem Wechselwirkungen mit Mitteln gegen Bluthochdruck). Aber auch mögliche Resistenzen gegen das Virus müssen berücksichtigt werden. Vor Beginn einer Therapie sollte daher immer ein sogenannter HIV-Resistenztest durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass die Medikamente auch wirken.

Insgesamt stehen heute fünf verschiedene Klassen von HIV-Medikamenten zur Verfügung: Nukleos(t)idhaltige reverse Transkriptasehemmer (NRTI), Nicht-Nukleosidhaltige reverse Transkriptasehemmer (NNRTI), Proteasehemmer (PI), Fusionsinhibitoren, CCR5-Rezeptorantagonisten und Integrasehemmer. Für Menschen, die bislang nicht behandelt worden sind, empfehlen die Deutsch-Österreichischen Fachgesellschaften zunächst eine Kombination aus NRTI und NNRTI beziehungsweise PI (siehe Tabelle).

 

Kombinationspartner 1 Kombinationspartner 2
NRTI-Kombination: NNRTI:
Tenofovir / Emtricitabin Efavirenz
Abacavir / Lamivudin Nevirapin
  PI:
  Atazanavir / Ritonavir
  Darunavir / siehe oben
  Fosamprenavir / s.o.
  Lopinavir / s.o.
  Saquinavir / s.o.



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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 14.12.2011
Bildnachweis: Ingram/ RYF

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