Fuchsbandwurm
Leider wird ein Fuchsbandwurm-Befall meist so spät entdeckt, dass eine Operation nicht mehr möglich ist. Da das Larvengewebe tumorartig wächst sollte nur operiert werden, wenn wie bei einem Tumor ein auseichender Sicherheitsabstand eingehalten werden kann. Das heißt der eigentliche Herd plus zwei Zentimeter umgebendes Gewebe müssen entfernt werden. Das ist häufig nicht möglich. Auch bei einer kompletten Entfernung des befallenen Gewebes ist eine Nachbehandlung mit Medikamenten notwendig. Die sogenannten Bezimidazole sollen eventuell verbliebenes Parasitengewebe abtöten.
Etwa 70 Prozent der Patienten können nicht operiert werden. Die Therapie der Wahl ist in diesen Fällen eine meist lebenslange Behandlung mit Benzimidazolen. Diese Wirkstoffe können das Wachstum des Parasiten aufhalten, ihn in den meisten Fällen jedoch nicht komplett töten. Zur Verlaufskontrolle ist eine PET-CT-Untersuchung (siehe Kapitel Diagnose) sinnvoll. So lässt sich die Aktivität des Parasiten einschätzen. Bei fehlender Aktivität kann die Behandlung mit Medikamenten eventuell pausiert werden.
Eine Schwangerschaft sollte vor Beginn der Therapie mit Benzimidazolen ausgeschlossen und eine sichere Verhütung während der Behandlung gewährleistet sein, da die Medikamente das ungeborene Kind schädigen können. Begleitende Kontroll-Untersuchungen sind notwendig, um den Krankheitsverlauf zu beobachten. Benzimidazole müssen zu fetthaltigen Mahlzeiten eingenommen werden. Nicht selten kommt es zu Blutbild- und Lebewertveränderungen oder zu einem Haarausfall. Die Therapie muss daher gut überwacht werden, regelmäßige Blutuntersuchungen sind erforderlich.
Hundebandwurm
Stellt der Arzt eine Infektion mit dem Hundebandwurm fest, so sind verschiedene Behandlungsstrategien möglich. Sofern keine Symptome auftreten, kann abwarten sinnvoll sein. Manchmal heilt eine Infektion mit Echinococcus granulosus von selbst aus. Weiterhin kann mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Benzimidazole behandelt werden.
Oft ist es bei Hundebandwurm-Befall auch möglich, die Bandwurm-Zysten in einer Operation zu entfernen. Dabei wird die Zyste zusammen mit der Kapsel und Teilen der Leber entnommen. In manchen Fällen werden die Zysten zuvor mit Alkohol oder anderen sterilisierenden Mitteln ausgespült, um ein Ausstreuen der Hundebandwurm-Finnen zu vermeiden. Zu diesem Zweck werden vor und nach der Operation außerdem Benzimidazole verabreicht.
Eine weitere Möglichkeit ist es, die Zyste mit einer Nadel anzustechen, den Inhalt abzuziehen und eine abtötende Substanz in die Zyste einzuspritzen, die anschließend wieder abgezogen wird. Gleichzeitig sollte allerdings immer mit Medikamenten behandelt werden.
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13.09.2005, aktualisiert am 27.06.2010
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