Campylobacter

Die Infektion kann über verunreinigte Nahrungsmittel (insbesondere Geflügel, Milch oder Wasser) erfolgen

Zusammenfassung:
Campylobacter (aus dem Griechischen: gekrümmte Bakterien) sind begeißelte, bewegliche, mehrfach gebundene, gramnegative Schraubenbakterien. Campylobacter jejuni und Campylobacter coli sind weltweit die häufigsten Erreger von Darmentzündungen (medizinisch: Enteritis, Enterokolitis und Proktitis).









Seltener werden Blutvergiftung (medizinisch: Sepsis), Gehirnhautentzündung (medizinisch: Meningitis), der Venenentzündung (medizinisch: Thrombophlebitis), der Gelenke (medizinisch: Arthritis) oder das Guillain-Barré-Syndrom (eine aufsteigende Lähmung) beobachtet. Campylobacter (Helicobacter) pylori ist eine mögliche Ursache von Gastritis und Ulcus und gilt als Risikofaktor für das Magencarcinom (Magenkrebs). Campylobacter fetus ssp. intestinalis ist auch als Verursacher u.a. von Fehlgeburten (medizinisch: Aborten) beschrieben worden.

Die Übertragung erfolgt durch Aufnahme von mit den Bakterien verunreinigten Nahrungsmitteln (insbesondere Geflügel, Milch oder Wasser). Auch Tiere (die diese Bakterien nur tragen aber nicht erkranken) können die Erreger zum Menschen bringen; ebenso bereits erkrankte Personen. Besonders gefährdet sind Patienten, die einer großen Anzahl Erreger, z. B. durch nicht richtig gekochtes Geflügel, ausgesetzt sind. Weiters solche, die einen Mangel an Magensäure haben, sowie Patienten mit einem Antikörpermangel (medizinisch: Hypogammaglobulinämie) oder einem gestörtem Immunsystem. Die Erkrankung tritt häufiger in den warmen Monaten auf. Vorbeugend sollte man bei der Nahrungsmittelzubereitung auf Hygiene achten. Milch sollte nur pasteurisiert getrunken, der Konsum von Leitungswasser gänzlich unterlassen werden.

Bei einer Darmentzündung werden Stuhlproben untersucht, bei hohem Fieber können die Erreger auch in Blutproben nachgewiesen werden. Bei Infektionen außerhalb des Magen-Darm-Trakts sollte Material von der vermuteten Erregerlokalisation zur Untersuchung eingesetzt werden. Die vorläufige Identifikation erfolgt mikroskopisch.
 
Letzte Aktualisierung:
01.03.2007 (Patricia Herzberger)
Autor:
Prof. Dr. med. Kurt Bauer
Experten für diese Seite:
Univ. Prof. Dr. Meinhard Haltmayer (Labormedizin)
Dr. med. Michael Heins (Labormedizin)

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