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Blutvergiftung
Diagnose

Körperliche Untersuchung und Blutwerte liefern dem Arzt wichtige Hinweise für die Diagnose


Eine Blutuntersuchung hilft, die Diagnose Blutvergiftung zu sichern

Beim Verdacht auf eine Blutvergiftung ist eine rasche Diagnose wichtig. Leider sind die Anzeichen der Krankheit gerade zu Beginn oft mehrdeutig, so dass die Diagnose nicht leicht zu stellen ist. Es gibt auch keinen einzelnen Parameter, der beweisend für eine Sepsis wäre.

Der Arzt wird sich zur Krankengeschichte des Patienten informieren und ihn untersuchen, unter anderem Blutdruck, Puls, Atemfrequenz und Körpertemperatur messen. Eventuell deuten die Symptome (siehe Kapitel Symptome) bereits auf eine Sepsis hin. Ist der Gesundheitszustand besorgniserregend, muss der Patient sofort ins Krankenhaus eingewiesen werden.


Blutuntersuchungen

Die Werte von Entzündungsparametern im Blut (darunter Procalcitonin, PCT) können erhöht sein. Die Zahl der weißen Blutkörperchen weicht oft von der Norm ab, kann erhöht oder erniedrigt sein. Die Blutwerte lassen auch erahnen, ob die Organfunktion bereits gestört ist – ob sich also eine schwere Sepsis abzeichnet. So kann zum Beispiel die Zahl der Blutplättchen (Thrombozyten) erniedrigt oder der Nierenfunktionswert auffällig sein (erhöhtes Serumkreatinin). Eventuell ist eine Übersäuerung im Blut nachweisbar, oder der Sauerstoffgehalt ist erniedrigt.

 

Suche nach dem Infektionsherd

Manchmal ist die Infektionsquelle sofort an bestimmten Krankheitszeichen erkennbar: zum Beispiel wenn das Gewebe um eine Wunde stark gerötet, geschwollen und überwärmt ist und die Stelle Schmerzen bereitet.

Doch nicht immer ist die Sache so einfach. Oft wissen die Ärzte zunächst nicht, wo die Infektion ihren Ausgang genommen haben könnte. Je nach Fall setzen sie dann bildgebende Verfahren wie Ultraschall-Untersuchungen (Sonografie) oder die Computertomografie ein. Auf den Aufnahmen erkennen sie zum Beispiel Flüssigkeits- oder Eiteransammlungen in Körperhöhlen oder Organen – mögliche Hinweise auf den Infektionsherd.

Erkranken Patienten auf der Intensivstation an einer Sepsis, könnte die Infektionsquelle zum Beispiel ein kontaminiertes Plastikröhrchen (Katheter) gewesen sein, über das der Harn abgeleitet wird oder das für Infusionen in die Blutgefäße genutzt wird. Oft infizieren sich Patienten auch über den Beatmungsschlauch, so dass sich eine Lungenentzündung entwickelt hat. Um sie festzustellen, kann ein Röntgenbild der Lunge angefertigt werden. Zur Diagnostik ist eventuell auch eine Spiegelung der Bronchien (Bronchoskopie) hilfreich: Bei der Bronchoalveoläre Lavage (BAL) wird Sekret aus den tieferen Atemwegen ausgespült und auf Erreger untersucht.

Nicht immer finden die Ärzte heraus, was die Sepsis ursprünglich ausgelöst hat. Manchmal bleibt die Infektionsquelle unbekannt.

Erregernachweis

In jedem Fall versuchen die Ärzte, den Krankheitserreger zu identifizieren. Dazu nehmen sie möglichst noch vor Therapiebeginn Blut ab. Das Blut wird unter bestimmten Bedingungen in einem Wärmeschrank aufbewahrt (sogenannte Blutkultur) und nach einigen Stunden untersucht. Die Krankheitserreger haben sich dann soweit vermehrt, dass es möglich ist, sie genauer zu bestimmten. So können die Ärzte auch testen, welche Medikamente am besten gegen die Krankheitserreger wirken, und ob die bereits begonnene Therapie greift. Ist das nicht der Fall, muss die Behandlung angepasst werden.

Ist in den Blutkulturen kein Krankheitserreger nachweisbar, kann trotzdem eine Sepsis vorliegen. Und umgekehrt ist mit einem Befund in einer Blutkultur nicht in jedem Fall der Auslöser der Blutvergiftung identifiziert. Die Befunde müssen deshalb immer im Zusammenhang mit weiteren Untersuchungsergebnissen betrachtet werden. Regelmäßige Blutkulturen erlauben eine Verlaufskontrolle.

Auch Wundabstriche, Urin-, Gewebe-, Nervenwasser- oder andere Flüssigkeitsproben aus dem Körper können im Labor auf Erreger untersucht werden.



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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 27.06.2010
Bildnachweis: W&B/ Frommann/ Hep-Net9399

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