Starke Schmerzen, Schwellung, Fieber: Das kann auch ein Abszess sein – ein schweres Krankheitsbild, das nicht „von ungefähr“ kommt
Wenn Gewebe bei einer bakteriellen Infektion einschmilzt, bildet sich Eiter. Bei einem Abszess ist diese Eiteransammlung abgekapselt. Zum Glück sind Abszesse in der Ära der Antibiotika selten geworden. Werden diese Medikamente bei einer bakteriellen Infektion, zum Beispiel im Halsbereich, rechtzeitig eingesetzt, sind die gerade hier potenziell sehr gefährlichen Abszesse heute meist vermeidbar. Abzesse führen zu inneren oder äußeren Schwellungen am Hals. Die zuständigen Lymphknoten reagieren praktisch immer mit und sind geschwollen. Es kann aber auch von ihnen selbst ein Abszess ausgehen. Weitere Symptome sind Schmerzen, Fieber, eventuell Schüttelfrost, starkes Krankheitsgefühl und, je nach Lage des Abszesses, bedrohliche Krankheitszeichen wie Schluckbeschwerden, Kieferklemme (siehe unten) oder Atembehinderung. Abszesse im Halsbereich können unter anderem bei eitrigen Entzündungen in folgenden Bereichen entstehen:
Im Zuge einer Mandelvereiterung beispielsweise kann sich ein Peritonsillarabszess bilden, also ein Abszess im umliegenden Gewebe. Das Krankheitsbild ist deshalb potenziell gefährlich, weil es durch die inneren Schwellungen zu einer Behinderung der Atmung kommen oder der Abszess sich bis in lebenswichtige Strukturen in der Nachbarschaft ausdehnen kann (Lemierre-Syndrom). Verantwortliche Erreger sind neben den schon genannten Staphylokokken außerdem Streptokokken und andere Bakterien.
Symptome: Kontinuierlich zunehmende Halsschmerzen und Schluckbeschwerden mit Ausstrahlung ins Ohr. Anhaltend Fieber und unangenehmer Mundgeruch. Die Halslymphknoten sind geschwollen. Möglicherweise Kieferklemme. Dann kann der Mund nicht mehr richtig geöffnet werden, sodass das Essen Probleme macht.
Diagnose: Schnelltest auf Streptokokken, manchmal auch Erregeranzüchtung aus dem Eiter. Die Ausdehnung der Abszesse zeigt sich in bildgebenden Verfahren, zum Beispiel einer Magnetresonanztomografie.
Therapie: Chirurgische Abszesseröffnung, Entfernung der Mandeln (Tonsillektomie) und Antibiotikagabe, örtlich desinfizierende Behandlung und Mundspülungen.
Weitere Informationen unter Schwellung am Hals.
www.apotheken-umschau.de;
19.05.2009, aktualisiert am 16.05.2012
Bildnachweis: W&B/Corbis GmbH/ RYF
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