Das Immunsystem, ein über den ganzen Körper verteiltes Organ, ist der Wächter unserer Gesundheit. Es wehrt gefährliche Krankheitserreger ab, hält die 100 Billionen
Bakterien in Schach, die der menschliche Organismus natürlicherweise bewirtet, sorgt dafür, dass der Körper seine Betriebstemperatur erhöht, damit es etwa den Grippeviren ungemütlich wird, und schafft nicht funktionstüchtige und geschädigte Körperzellen beiseite.
Viel komplexer als moderne Großrechner, raffinierter und präziser als jeder Geheimdienst, disziplinierter als eine Armee, bietet das Immunsystem Milliarden Abwehrzellen auf, jede nicht größer als einen tausendstel Millimeter. Sie sind für die Erkennung von mehr als 100.000 verschiedenen "Feinden" ausgebildet und kooperieren nach einem fein ausgeklügelten Konzept.
An vorderster Front stehen Fresszellen, weiße Blutkörperchen des so genannten unspezifischen Immunsystems, die im Knochenmark gebildet werden. Sie werden von bestimmten fremden Substanzen, die etwa von Bakterien hergestellt werden und normalerweise nicht im Körper vorkommen, angelockt und verschlingen die Mikroorganismen sofort. Ähnliches geschieht mit manchen Viren. Auch Tumorzellen werden wahrscheinlich auf diese Weise wenigstens eine Zeit lang in Schach gehalten. Doch der Organismus braucht auch noch eine spezifische Abwehr, die in der Lage ist, bestimmte Eindringlinge gezielt zu erkennen. Lymphozyten - andere weiße Blutkörperchen - reifen ebenfalls im Knochenmark heran. Während ein Teil davon schon dort zu so genannten B-Zellen spezialisiert wird, wandern die anderen in die Thymusdrüse ab, wo sie sich zu unterschiedlichen T-Zellen ausdifferenzieren. Sie treten in die Blutbahn ein, von wo aus sie sich über das Netzwerk haarfeiner Lymphgefäße und die Lymphorgane verteilen. Während die B-Zellen Fremdstoffe im Blut und anderen Körperflüssigkeiten, also außerhalb einer Zelle, identifizieren, sind die T-Lymphozyten auf die direkte Abwehr infizierter Zellen spezialisiert.
Egal, ob der feindliche Stoff über den Mund und das Verdauungssystem, die Atemorgane oder die Haut eindringt: Das spezifische Immunsystem speichert Millionen Merkmale eines solchen Fremdlings, den es einmal erfolgreich attackiert hat, meist sind das bestimmte Eiweißstoffe, so genannte Antigene. Dabei agiert ein Teil der B- und T-Zellen als Gedächtniszellen. Rastlos zirkulieren sie im Kreislauf und halten ständig Ausschau. Sobald ein bekanntes Antigen im Organismus wieder auftaucht, sind sie sofort bereit für einen neuerlichen Angriff.
Erst nach und nach verstehen die Mediziner das Wunderwerk Immunsystem. 1882 beobachtete der Russe Elie Metchnikoff erstmals unter dem Mikroskop, wie ein großes weißes Blutkörperchen über ein Bakterium herfiel und es förmlich auffraß. Er taufte es trefflich "Fresszelle".
Motiviert durch diese Entdeckung fahndeten die Wissenschaftler nach weiteren Gesundheitspolizisten des Organismus. 1890 stieß der Deutsche Emil von Behring in Berlin auf die Antikörper. Diese großen, von B-Zellen hergestellten Eiweißmoleküle heften sich an Eindringlinge wie Viren und Bakterien und machen sie unschädlich.
Doch dazu muss erst ein komplizierter Prozess in Gang gesetzt werden: Bestimmte Fresszellen verschlingen Antigene, zerlegen sie und präsentieren die Schnipsel auf ihrer Oberfläche. T-Zellen haben spezielle, Rezeptoren genannte Andockstellen, die wie ein Schloss zum Schlüssel der Antigenteilchen passen. Schnappt dieses Schloss ein, schicken die T-Zellen Botenstoffe aus, die B-Zellen anlocken. Die herangeeilten B-Zellen teilen sich und machen hernach eine erstaunliche Wandlung durch:
Zunächst klein und kompakt, plustern sich die Klone auf und produzieren im Akkord mehr als zehn Millionen Antikörper pro Stunde.
Jeder Antikörper ist auf einen ganz bestimmten Erreger dressiert. Jahrzehntelang rätselten die Wissenschaftler, wie die unermessliche Vielfalt an Antikörpern zustande kommen kann. Schließlich machen sich die rund 35.000 Gene des menschlichen Erbguts gegenüber den annähernd zehn Billionen B-Zellen, die mehr als 100 Millionen verschiedene Rezeptoren ausprägen können, recht dürftig aus. Im Jahr 1976 fand der am Basler Institut für Immunologie forschende Susumu Tonegawa eine Antwort: Die Antikörpergene sind in mehrere Teile zerschnipselt und setzen sich erst in den reifenden weißen Blutkörperchen in immer anderen Variationen zusammen.
Unterstützt werden die Abwehrzellen dabei von vielen anderen Helfern:
- Enzyme wirken dabei mit, Bakterien zu zerstören.
- Bestimmte Fresszellen betätigen sich als Reinigungsgeschwader, indem sie Infektionsherde säubern und abgestorbene Zellen verschlingen.
- Hormone eilen als Botenstoffe zwischen den einzelnen Kampfschauplätzen hin und her und versorgen das Gehirn mit Informationen über den Schlachtverlauf.
Allergien
Wie jedes ausgeklügelte System ist auch die körpereigene Abwehr störungsanfällig.
Die häufigste Erkrankung des Immunsystems ist jedoch nicht sein Versagen. Vielmehr sein Übereifer macht immer mehr Menschen zu schaffen. Bei einer Allergie gibt das Immunsystem Fehlalarm und reagiert auf harmlose Stoffe mit Abwehrmechanismen, als gälte es, eine übermächtige Armee aufzureiben. Beim ersten Kontakt mit einem solchen Stoff, etwa eingeatmeten Birkenpollen, merkt der Betroffene, der sich später als Allergiker entpuppt, noch nichts davon. Das Immunsystem kommt seiner Aufgabe nach. Es wittert den Fremdstoff und merkt ihn sich, Sensibilisierung wird dieser Prozess genannt. Bei erneutem Kontakt mit derselben Substanz, diesem Allergen, kommt es zu einer massiven Abwehrreaktion. Die zeigt sich - je nach dem Allergen und je nachdem, welche immunologischen Vorgänge ausgelöst werden - mit Schnupfen (
Heuschnupfen),
Asthma, Schock, Hautausschlägen oder Verdauungsproblemen:
SpättypBei der so genannten Spättyp-Allergie treten die Beschwerden - Hautausschläge - mit einer Verzögerung von ein bis vier Tagen nach dem neuerlichen Kontakt mit dem Allergen auf. Auslöser sind etwa Chemikalien wie Inhaltsstoffe von Reinigungsmitteln oder Kosmetika sowie Metalle wie Nickel (
Kontaktekzem,
Nickelallergie). Zuständig für die Reaktion sind T-Zellen, die eine Entzündungsreaktion anstoßen. Das braucht etwas Zeit.
SoforttypBei der häufigeren Soforttyp-Allergie setzen die Folgen der verrückt spielenden Immunabwehr unmittelbar ein. Die harmlosen Übeltäter sind unter anderem Blütenstaub und Hausstaubmilben, Haustiere und Insektengift, Nahrungsmittel (Nahrungsmittelunverträglichkeit) und Medikamente.
In diesem Fall werden massenhaft Antikörper der Klasse Immunglobulin-E zur Abwehr gebildet, die sich dann auf den Eindringling stürzen und ihn unschädlich machen. Die y-förmigen Antikörper docken aber gleichzeitig auch an körpereigene Zellen, Mastzellen, an, die daraufhin verschiedene Stoffe, wie etwa Histamin, freisetzen. Dieses Hormon reizt Nervenendigungen, stimuliert die Schleimabsonderung in den Atemwegen und erweitert Blutgefäße. Ergebnis: Hautjucken und -brennen, verstopfte Nase, lokale Hautrötungen und Gewebsschwellungen bis hin zu einem unter Umständen tödlichen Abfall des Blutdrucks (anaphylaktischer Schock). Beim allergischen Asthma entsteht zudem durch verschiedene Immun-Botenstoffe eine chronische Entzündung der Bronchien.
UrsachenJeder Fünfte reagiert bereits allergisch auf irgendeine Substanz, eine Zahl, die in den letzten Jahren dramatisch gestiegen ist. Die Ursachen für den Häufigkeitsanstieg sind viel untersucht und noch mehr diskutiert worden.
Sicherlich ist eine gewisse ererbte Veranlagung dazu notwendig. Die Neigung, eine Überempfindlichkeit zu entwickeln, liegt bei Menschen, deren beide Elternteile Allergiker sind, zwischen 40 bis 60 Prozent. Ist nur ein Elternteil betroffen, entwickelt sich beim Kind mit einer Wahrscheinlichkeit von 20 bis 40 Prozent eine Allergie.
Bei Menschen, die zu Allergien neigen, ist einerseits die Aktivität von Zellen, die eine zu starke Immunreaktion bremsen, verringert. Andererseits werden zu viele Antikörper und Mastzellen produziert. Entscheidend sind aber offenbar geänderte Lebens- und Umweltbedingungen. Eine epidemiologische Untersuchung in Japan etwa zeigte, dass die dort allgegenwärtigen Zedernpollen den Menschen umso heftigere Beschwerden bereiten, je verschmutzter die Gegend ist, aus denen der Pollen stammt. Vor allem Dieselruß ist in der letzten Zeit ins Kreuzfeuer der Kritik geraten: Er steigert die Produktion von IgE-Antikörpern bei allergischen Prozessen.
Gelangweiltes Immunsystem Immer mehr deutet jedoch darauf hin, dass dem Immunsystem des modernen Menschen ein paar Trainingseinheiten fehlen. Denn ebenso wenig wie der Mensch bei Geburt schon sprechen kann, kommen wir mit einem fertigen Abwehrsystem auf die Welt. Vor allem während der ersten drei Lebensjahre lernt das Immunsystem, körpereigene von körperfremden Substanzen zu unterscheiden und entsprechend zu reagieren.
Der Umstand, dass bei Soforttyp-Allergien der Körper mit der massiven Produktion von IgE-Antikörpern reagiert, denselben, die auch Schmarotzer wie Würmer unschädlich machen, brachte die Forscher auf die Hygiene-Hypothese: Allergien sind in Dritte-Welt-Ländern, wo so gut wie alle Kinder eine Wurminfektion durchmachen, wesentlich seltener, hier zu Lande kommt aber kaum noch jemand mit Parasiten in Kontakt. Durch das relativ sterile Leben in der Stadt und zuweilen auch durch elterlichen Putzfimmel sind Kinder heute auch insgesamt wesentlich weniger Umweltkeimen ausgesetzt.
Schon Ende der 1990er-Jahre konnte die deutsche Kinderärztin Erika von Mutius zeigen, dass Kinder der ehemaligen DDR weniger oft an Allergien litten als die Kleinen in den alten Bundesländern. Ein wesentlicher Schutzfaktor, fand Mutius, war wohl die Praktik der DDR, die Kinder schon mit zwölf Monaten in Babykrippen zu geben. Dort steckten sich die Kinder gegenseitig an und machten Bekanntschaft mit vielen Keimen. Das Immunsystem hatte ein Hochleistungstrainingscamp hinter sich und wusste ein Leben lang zwischen harmlosen und gefährlichen Erregern zu unterscheiden.
Inzwischen machten sich deutsche, österreichische und Schweizer Forscher im Kuhstall auf die Suche nach schützenden Faktoren, da Bauernhofkinder 15 Mal seltener an
Heuschnupfen und allergischem
Asthma leiden als Stadtkinder. Noch suchen die Forscher nach der Stecknadel im Heuhaufen: dem Mikroben-Mix, der verhindert, dass das Immunsystem auf Abwege gerät.
Viele Studien bestätigen aber inzwischen, dass ein bisschen Dreck mehr nützen als schaden kann. So haben Wissenschaftler des Statens Serum Institut in Kopenhagen in einer Studie mit 24.000 schwangeren Frauen und ihren Babys herausgefunden, dass ein Allergieschutz auch darin besteht, viele Geschwister zu haben oder ein Haustier zu halten.
PsycheAber auch psychische Faktoren spielen eine Rolle im Verlauf von Allergien. Als am 17. Januar 1995 ein sekundenlanges Beben die japanische Millionenstadt Kobe erschütterte, wurden nicht nur 150.000 Gebäude verwüstet. Obwohl die Japaner äußerst diszipliniert auf die Zerstörungen und die anschließenden Probleme reagierten, hinterließ die Panik auch bei jenen, die unverletzt geblieben waren, Spuren: In Untersuchungen zeigte sich, dass bei rund 40 Prozent der
Neurodermitis-Kranken die Hautentzündungen unmittelbar nach der Katastrophe neu aufgeflammt waren.
Ein Test am Institut für Psychosomatik an der Universität Gießen kam den Zusammenhängen zwischen Psyche und Immunsystem ein Stück näher. Neurodermitiker reagierten einen Tag, nachdem sie eine freie Rede vor Publikum halten mussten, mit starkem Juckreiz, während die hautgesunden Vergleichspersonen keinerlei körperliche Reaktionen zeigten.
Tatsächlich bestätigten Blutproben, dass sich etliche Stoffe, wie etwa T-Zellen, unter Stress verändern. Bei Neurodermitis-Kranken tun sie das umso stärker und lösen einen Entzündungsprozess aus. Nachweisbar ist diese Entzündung nach psychischen Belastungen bei rund einem Drittel, wenngleich rund 70 Prozent der Neurodermitiker angeben, dass Stress ihre Symptome verschlimmere. Den Hintergründen sind die Forscher auf der Spur.
Behandlung Die Behandlungserfolge halten sich bei Allergien immer noch in Grenzen. Meist lässt sich die überschießende Immunreaktion allenfalls unterdrücken, die Fehlregulation als solche aber nicht umkehren. Mit der so genannten
Hyposensibilisierung versuchen die Mediziner das Immunsystem der Patienten wieder zur natürlichen Toleranz - etwas als fremd erkennen, aber nicht dagegen reagieren - zu trainieren.
Dabei wird der allergieauslösende Stoff zwei bis drei Jahre lang in regelmäßigen Abständen stark verdünnt unter die Haut gespritzt oder geschluckt. In manchen Fällen entwickelt der Körper gegen diese Stoffe dann eine gewisse Toleranz oder reagiert zumindest erst auf beträchtlich höhere Dosen. Weil bei dieser Behandlung aber das Allergen direkt in den Körper eingebracht wird, besteht das Risiko, damit etwa einen anphylaktischen Schock auszulösen.
Auch die medikamentöse Therapie mit Antihistaminika oder Kortison dämpft die unkontrollierte Reaktion des Immunsystems und kann Symptome wie Juckreiz zwar lindern, aber selbst das nicht nebenwirkungsfrei.
Akupunktur wiederum kann die Symptome von Allergien verringern, packt das Problem aber freilich auch nicht an der Wurzel.
Allergien testenPatch-Test. Um eine allergische Spättyp-Reaktion festzustellen - das sind meist Kontaktallergien -, wird unter anderem der
Patch-Test (Epikutantest) verwendet.
Dazu wird die verdächtigte Substanz auf ein Pflaster aufgebracht und auf den Rücken geklebt. Nach 48 Stunden wird das Pflaster abgenommen und festgestellt, ob es zu einer Hautreaktion gekommen ist. Diese Ablesung wird nach weiteren 24 Stunden, manchmal sogar noch nach einer Woche wiederholt. Die Reaktion - in Form von Hautrötung und Bläschen - wird nach einer Skala bewertet. Für die Diagnose wichtig ist auch die Veränderung der Hauterscheinungen zwischen den Ablesungszeitpunkten. Im Regelfall werden mehrere Substanzen gleichzeitig getestet.
Prick-Test. Allergische Soforttyp-Reaktionen (etwa auf Blütenpollen oder auf Medikamente) werden unter anderen mit dem
Prick-Test festgestellt. In gelöster Form wird die verdächtigte Substanz tröpfchenweise auf den Rücken oder den Unterarm aufgebracht. Anschließend wird mit einer dünnen Nadel oder Lanzette durch den Tropfen in die Haut gestochen, sodass die Substanz in die Haut eindringt. Nach 20 Minuten bzw. sechs Stunden wird festgestellt, ob es zu einer Hautreaktion gekommen ist und wie diese Reaktion aussieht.
Zur Größenmessung der entstandenen Hauterhebungen (Quaddeln) gibt es verschiedene Schablonen. Meist werden mehrere Substanzen gleichzeitig getestet.
Provokationstest. Durch den Provokationstest können die Ergebnisse der beiden anderen Tests überprüft werden. Dazu wird etwa Pollenallergikern eine Testlösung in die Nase gesprüht oder aber ein Tropfen davon ins Auge geträufelt. Dann wird beobachtet, ob Symptome wie Jucken, Schnupfen oder Niesreiz auftreten.
Beim Nahrungsmittel-Provokationstest muss der Betroffene zunächst das verdächtigte Nahrungsmittel für acht bis zehn Tage vom Speiseplan streichen, um es anschließend erneut zu essen. Besteht eine Allergie, sollten sich die Beschwerden zuerst bessern und dann vermehrt wieder auftreten.
RAST. Mit dem RAST (Radio-Allergo-Sorben-Test) können in einer Blutprobe Antikörper der Klasse IgE (
Immunglobuline) festgestellt werden, die bei Allergien eine Rolle spielen.
Anaphylaktischer Schock
Die Anaphylaxie ist die gefährlichste Auswirkung einer allergischen Sofortreaktion. Sie betrifft den ganzen Körper und kann zur schwersten - lebensbedrohenden - Variante, dem anaphylaktischen Schock, führen.
Im Normalfall werden Allergene, die einen anaphylaktischen Schock auslösen, entweder injiziert oder geschluckt. Deshalb ist mit dieser extremen allergischen Reaktion vor allem bei Allergien gegen Medikamente (vorwiegend Antibiotika, Impfstoffe und jodhaltige Röntgenkontrastmittel), Insektengifte oder Nahrungsmittel zu rechnen, wobei besonders erschwerend hinzukommt, dass diese Reaktion unabhängig davon ist, wie viel von dem Allergen in den Körper gelangt.
Beim anaphylaktischen Schock kommt es - wie auch bei anderen Schockarten - zu raschem Blutdruckabfall, Herzrasen und Bewusstlosigkeit. Im schlimmsten Fall kann ein solcher Anfall zu Herz- und Atemstillstand und damit zum Tod führen. Frühwarnsymptome sind: Juckreiz an Kopfhaut und Zunge, Schwellungen an Lippen, Mund und Hals, Blässe, Atemnot, Schweißausbruch, Schwindelgefühl, Herzrasen, Übelkeit und Erbrechen sowie Angstzustände.
Als Faustregel gilt: Je früher nach dem Kontakt mit dem Allergen sich Anzeichen für eine anaphylaktische Reaktion zeigen, desto schwerwiegender wird sie sein. Insbesondere bei Medikamenten- oder Insektengiftallergien sollten die Betroffenen immer einen Allergiepass und ein Notfall-Kit bei sich tragen.
Bei Verdacht auf einen allergischen Schock:
- Sofort den Notarzt rufen.
- Den Betroffenen so legen, dass die Beine höher sind als das Herz. Damit wird verhindert, dass noch mehr Blut in den Beinen versackt.
- Beengende Kleidung lockern.
- Nichts zu essen oder zu trinken geben.
- Puls und Atmung kontrollieren.
- Dem Betroffenen beruhigend zureden.
- Wenn möglich Notfall-Kit verwenden. Diese vom Arzt verschriebene Medikamentenkombination besteht aus trinkbaren Antihistaminika und Kortison sowie Adrenalin als Fertigspritze oder zum Inhalieren.
Autoimmunerkrankungen
Doch auch auf andere Weise kann das Immunsystem außer Kontrolle geraten.
Die funktionierende Abwehr steht und fällt mit der Fähigkeit der Lymphozyten, Fremdstoffe von körpereigenen Zellen unterscheiden zu können. Üblicherweise lernen sie das in einer ihrer wichtigsten Ausbildungsstätten, der Thymusdrüse. Verdächtige Objekte werden von T-Zellen zunächst einmal mit dem erlernten Muster des "Körpereigenen" verglichen: Nur wenn es davon abweicht, erfolgt der Auftrag zur Vernichtung des Fremdkörpers. Abwehrsöldner, die während ihrer Schulung im Thymus dabei ertappt werden, auf ein körpereigenes Protein zu reagieren, werden im Normalfall aus dem Verkehr gezogen.
Genetische oder umweltbedingte Faktoren können diese Spielregeln außer Kraft setzen und damit verheerende Autoimmunkrankheiten hervorrufen. Die fehlorientierten Zellen entwischen aus der Thymusdrüse und siedeln sich im Lymphsystem an. Da sie bestimmte körpereigene Zellen als fremd einstufen, wird dadurch eine Immunantwort ausgelöst, die sich fatal auswirkt. Bei Rheuma greifen die Immunzellen die Gelenke an und erzeugen schmerzhafte Entzündungen (
rheumatoide Arthritis), bei
multipler Sklerose attackieren sie die Hülle der Nervenzellen, was bei den Betroffenen zunächst zu Seh- und Sprachstörungen und schließlich zu in Schüben fortschreitenden Lähmungen führt.
Was zu den Entgleisungen der sonst so perfekt agierenden Gesundheitswächter führt, ist erst in Ansätzen bekannt. Einige Experten vermuten, die T-Zellen würden in solchen Fällen nur unzureichend geschult.
Andere wieder gehen davon aus, dass einige Bakterien sich im Tarngewand körpereigener Strukturen in den Organismus einschmuggeln und die Abwehrzellen damit derart verwirren, dass diese dann auf eigenes Gewebe losgehen.
Ein weiteres Erklärungsmuster basiert auf der Annahme, dass nach erfolgreicher Bekämpfung einer Infektion der Befehl zum Rückzug der Abwehrzellen nicht erfolgt und die eigentlich schon siegreichen Veteranen ihre Angriffe unbehelligt und quasi in einer Endlosschleife weiterführen.
Kampf gegen Infektionen
Zu den wichtigsten Errungenschaften der Schulmedizin gehört sicherlich die Vorbeugung und Bekämpfung übertragbarer Erkrankungen. Durch Impfungen oder Medikamente, die Krankheitserreger direkt vernichten, gehören Seuchen wie die Pocken oder die Pest der Vergangenheit an.
Doch die Waffen der Schulmedizin gehen manchmal nach hinten los. Flächenbombardements mit Antibiotika haben die Bakterien abtötenden Medikamente bereits in vielen Fällen unwirksam gemacht. Drei Viertel der Stämme des Bakteriums
Staphylococcus aureus - verantwortlich etwa für Wundinfektionen - sind bereits gegen Penicillin resistent. Infektionskrankheiten, die ein halbes Jahrhundert lang zuverlässig mit Antibiotika bekämpft werden konnten, stellen plötzlich wieder eine lebensbedrohende Gefahr dar.
Denn Bakterien sind Verwandlungskünstler, und die neuen, resistenten Stämme können entweder das Antibiotikum direkt inaktivieren oder es wieder aus ihren Zellen hinauspumpen. Zudem können sich andere Erreger, wie das Fieberblasen verursachende Herpes-Virus, der völligen Ausrottung entziehen. Sie werden durch das Immunsystem oder Medikamente zwar eingedämmt, die verbliebenen Viren fallen aber in einen Winterschlaf und warten auf ihre Chance. Die kommt, sobald das Immunsystem geschwächt ist.
HIV-Infektion und AIDSDas erst Anfang der 80er-Jahre entdeckte
HI-Virus ist inzwischen ohne Zweifel der bestuntersuchte Krankheitserreger überhaupt. Zunächst einmal funktioniert die Immunabwehr beim Eindringen eines HI-Virus in den Körper in bewährter Weise: Die Abwehrsöldner werden auf den Plan gerufen. Doch sie werden selbst von HIV infiziert und gehen zugrunde, weil sich das Virus in ihnen vermehrt. Je mehr Abwehrzellen gebildet werden, desto größer ist die Virusvermehrung.
Oft dauert es zehn Jahre, bis sie das Immunsystem dermaßen zerstört haben, dass die Betroffenen der Ansteckung mit anderen Erregern hilflos ausgeliefert sind und es zu verschiedensten lebensgefährlichen Infektionen und bestimmten Tumoren wie dem
Kaposi-Sarkom kommt.
Zwar gibt es bereits Medikamente, die die Lebenserwartung auf über 20 Jahre ausdehnen. Von der Hoffnung, einen allgemein wirksamen Impfstoff zu entwickeln, sind die Forscher inzwischen jedoch abgerückt. Die Fähigkeit des Virus, sich schnell zu verwandeln und damit der Immunantwort auch auf andere Weise zu entgehen, ist eine schwer überwindbare Hürde.
Krebs
Das Immunsystem richtet sich aber nicht nur gegen von außen eindringende Erreger. Es bekämpft auch Körperzellen, die in irgendeiner Weise nicht der Norm entsprechen.
T-Lymphozyten, auf die Abwehr innerhalb der Zellen spezialisiert, erkennen auch veränderte Eiweißmoleküle einer Krebszelle (
Krebs). Beim gesunden Menschen wird eine solche Tumorzelle dann zerstört, so wie ein Grippevirus erkannt und aktiv bekämpft wird. Wenn dieser Abwehrmechanismus versagt, können sich die wild gewordenen Krebszellen dennoch weiter vermehren, zudem tritt gerade im fortgeschrittenen Stadium das Phänomen der Immunsuppression immer stärker auf - die natürlichen Abwehrkräfte werden weiter zurückgefahren.
Schuld daran ist der Erfindungsreichtum der Tumorzellen, wenn es darum geht, die Abwehrzellen zu täuschen oder mit ausgeklügelten Methoden an ihrem Einsatz zu hindern. Einmal tarnen sich die entarteten Zellen mit einem bestimmten Oberflächenmolekül, das sie den Immunzellen als Verbündeten erscheinen lässt, dann wieder sondern sie eine Substanz ab, die die Abwehrsöldner in träge Lethargie versetzt.
Schließlich ballen sich die Tumorzellen auch derart dicht zu Geschwüren zusammen, dass die Lymphozyten es kaum durchdringen können. Immer mehr dieser Vorgänge sind erforscht und die wachsende Kenntnis der Mechanismen schlägt sich in Behandlungsmethoden und Medikamenten nieder. Manche Krebsarten, wie etwa
Darmkrebs oder
Brustkrebs, sind - sofern sie rechtzeitig erkannt und behandelt werden - heute heilbar.
Dämpfer für das Immunsystem
Die letzten hundert Jahre der grob gesagt 200.000-jährigen Menschheitsgeschichte wurden für die körpereigene Abwehr des Menschen zu einer noch nie da gewesenen Bewährungsprobe. Bevölkerungswachstum, weltweite Mobilität, Industrialisierung, Denaturalisierung der Umwelt machen Anpassungsleistungen in einem Tempo notwendig, die das Immunsystem bisweilen überfordern. Der westliche Lebensstil tut noch ein Übriges.
BelastungenWer unter Stress steht, sieht nicht nur abgekämpft aus, auch seine Abwehrkräfte bekommen einen Dämpfer.
Dabei versteht die Wissenschaft heute unter Stress nicht mehr nur Zeitdruck, sondern alles, was belastet und die Stimmung dauerhaft trübt. Dazu gehört etwa auch das dumpfe Gefühl, Lebensaufgaben aus eigener Kraft nicht meistern zu können. Wer sich unangenehmen Situationen hilflos ausgeliefert fühlt, wer unsicher ist und meint, immer alles falsch zu machen, wird öfter krank.
Bei einer Beobachtung in einem Altenheim wurde etwa festgestellt, dass der Verbrauch von Schlafmitteln wesentlich zurückging und der allgemeine Gesundheitszustand der Bewohner sich deutlich besserte, wenn die alten Menschen bei der Gestaltung der Räume mitreden konnten und eine Wahlmöglichkeit bei den Mahlzeiten und den Freizeitaktivitäten hatten. Auch wenn die Aktivität bei der Problemlösung ins Leere läuft, man auf keinen grünen Zweig kommt, schlägt sich das auf den Gesundheitszustand nieder.
Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde beobachtet, dass nervöse und überaktive Tuberkulosekranke geringere Heilungschancen hatten als gelassene. Dass negative Gefühle das Immunsystem angreifen, ist inzwischen nicht nur bei Allergien, sondern auch bei Krebs bestätigt.
Längst können die Auswirkungen im Labor gemessen werden: Über sehr komplizierte neurophysiologische Wege nimmt die Psyche Einfluss auf die Funktion von Körperzellen. Bei Angst, Ärger oder Stress verringert sich die Anzahl der T- und B-Zellen, auch die Entzündungsstoffe nehmen ab. Forscher der Universität von Wisconsin ließen in einem Versuch ihre Probanden den besten oder schlimmsten Moment ihres Lebens aufschreiben. Währenddessen wurden ihre Hirnströme und die Körperreaktionen auf ihre Gefühle gemessen. Anschließend bekamen sie eine Grippe-Schutzimpfung. Zwei und vier Wochen sowie ein halbes Jahr danach wurde die Zahl der als Reaktion auf die Impfung gebildeten Antikörper gemessen. Jene Teilnehmer, die die stärksten negativen Gefühle beim Niederschreiben ihrer Erinnerungen gehabt hatten, zeigten die schwächste Immunantwort.
An der Universität Trier bekam eine Gruppe von herpesanfälligen Versuchspersonen eine Reihe unappetitlicher Bilder vorgeführt: Schmutzwäsche oder verdreckte Gläser. Die anderen durften derweil Angenehmes ansehen. Ein bis zwei Tage später zeigten sich bei den Traktierten Fieberblasen an den Lippen - die Symptome des Herpes-Virus, das zwar bei den meisten Menschen ständig im Körper schlummert, aber erst aktiv wird, wenn das Immunsystem es nicht mehr in Schach halten kann.
Im Einzelnen müssen die Mechanismen noch erforscht werden, doch eine Vielzahl von Daten gibt bereits einen Gesamteindruck des Puzzles: Durch negative Gefühle - wie etwa Ekel - wird im Zwischenhirn der Hypothalamus, die Stresszentrale, die die Ausschüttung verschiedener Hormone steuert, aktiviert. Daraufhin produziert die Nebennierenrinde das Stresshormon Cortisol, zu viel davon hemmt die T-Zellen, Viren können sich ungehindert vermehren.
LebensstilDass auch wenig Bewegung und unausgewogenes Essen sich fatal auf das Immunsystem auswirken, zeigen neuere Forschungen über Entzündungsprozesse.
Die Schlüsselrolle dabei spielen Abwehrstoffe und Zytokine - Botenstoffe, die die Information weitertragen, dass ein Fremdstoff zu bekämpfen ist. Befallen etwa Viren oder Bakterien den Körper, werden sie aktiv und die Erreger werden mit Eiter ausgemerzt, etwa bei einer Zahnfleischentzündung. Gleichzeitig bildet die Leber das so genannte
C-reaktive Protein (CRP).
Sind die Erreger bekämpft, wird das Verteidigungssystem zurückgefahren - normalerweise. Doch verschiedene Faktoren, unter anderem ein sitzender Lebensstil, Rauchen und Übergewicht oder
Bluthochdruck, sorgen dafür, dass der Prozess unaufhörlich weiterläuft, die Botenstoffe weiterfunken und weiterhin CRP produziert wird, auch wenn der Eindringling längst beseitigt ist.
Die Entzündung, von der vorerst nichts zu merken ist, breitet sich aus und schädigt andere Körperzellen, beispielsweise die Blutgefäße. Solche Entzündungsprozesse werden in der letzten Zeit unter anderem für Arteriosklerose,
Alzheimer oder Autoimmunerkrankungen verantwortlich gemacht. Auch bei der Entstehung von
Krebs könnten sie eine entscheidende Rolle spielen.
Das Immunsystem stärken
Da das Immunsystem einem komplizierten Regelwerk unterliegt, sind viele Faktoren für sein Funktionieren ausschlaggebend. Einige davon können aktiv beeinflusst werden. Klar ist, dass eine gesunde Lebensführung sich positiv auf die Gesundheit auswirkt.
Bewegung. Schon nach 30 Minuten Training steigt die Zahl wichtiger Abwehrzellen im Blut um ein Drittel. Das verstärkt die Infektabwehr und reduziert das Risiko, etwa an einem Tumor zu erkranken.
Ernährung. Ausgewogene Ernährung schützt vor Mangelzuständen. Bei einem Mangel an Vitamin A beispielsweise ist die Aktivität von T-Zellen und natürlichen Killerzellen herabgesetzt. Die Vitamine C und E schützen Zellen - auch Immunzellen - vor dem Angriff und der Zerstörung durch freie Radikale.
Zu viel Alkohol verzögert hingegen das Einwandern von Fresszellen in entzündetes Gewebe.
Psyche. Ein Mitte der 80er-Jahre durchgeführtes Experiment zeigte die positive Wirkung von Lachen. Die Konzentration von
Immunglobulin A im Speichel war bei den Versuchspersonen deutlich gestiegen, nachdem sie einen Film gesehen hatten, bei dem sie sich vor Lachen buchstäblich bogen. Diese Antikörper, die Bakterien und Viren bekämpfen, sind beispielsweise wichtig in der Vorbeugung von Atemwegserkrankungen. Bei Menschen, die sich selber als glücklich bezeichnen, sind weniger Zytokine, Botenstoffe, die etwa Fieber auslösen, nachweisbar.
Schlaf. Das Immunsystem braucht ausreichend Schlaf, denn es kommt in der Nacht so richtig auf Touren. Bei Menschen, die in einem Versuch drei Tage nicht schlafen durften, reagierte das Immunsystem mit Symptomen wie bei einer Bakterien- oder Virusinfektion.
ABC des Immunsystems
AllergenAn sich harmlose Substanz - meist ein Eiweißbestandteil -, die bei entsprechend disponierten Menschen eine allergische Reaktion hervorrufen kann. Eine allergieauslösende Wirkung ist für rund 20.000 Substanzen bekannt.
AllergieÜberschießende Reaktion des Immunsystem, bei der unschädliche Substanzen wie gefährliche Fremdstoffe abgewehrt werden.
Antigen
Substanz - z. B. bestimmte Moleküle in der Zellwand eines Virus -, die vom Immunsystem als fremd erkannt wird und dadurch eine spezifische Immunantwort auslöst.
Antikörper
Immunglobuline, die nach dem Kontakt mit einem Antigen von B-Zellen gebildet werden. Es gibt verschiedene Klassen, z. B. Immunglobulin -(Ig) A und (Ig) E. Manche Antikörper gehen von der Mutter auf das Ungeborene oder über die Muttermilch auf das Kind über - so profitiert das Kind vom Immunsystem seiner Mutter (Nestschutz).
Autoimmunerkrankung
Erkrankung, bei der das Immunsystem falsch programmiert ist. Es stuft körpereigene Zellen als fremd ein und attackiert sie. Wie viele Krankheiten auf eine solche Autoimmunreaktion zurückzuführen sind, kann bisher nicht genau gesagt werden. Bislang sind es mehr als 60, sehr seltene, aber auch Volkskrankheiten wie Rheuma.
B-Zellen
Lymphozyten (weiße Blutkörperchen), die im Knochenmark heranreifen, Antigene erkennen und Antikörper produzieren. Ein Teil davon agiert als Gedächtniszellen.
CRP
C-reaktives Protein, in der Leber gebildetes Eiweiß, setzt sich auf feindliche Zellen, nicht funktionstüchtige Körperzellen oder auf schädigende Stoffe und stößt einen Entzündungsprozess an.
Fresszellen
Weiße Blutkörperchen, Abwehrzellen des unspezifischen Immunsystems (Granulozyten, Makrophagen und Mastzellen), lösen eine entzündliche Reaktion aus.
Granulozyten
Fresszellen, weiße Blutkörperchen, die als Bestandteile des Eiters Infektionsherde säubern sowie Keime und abgestorbene Zellen verschlingen und dabei selbst zugrunde gehen.
Histamin
Als Botenstoff arbeitendes Gewebshormon. Es gibt das Signal zu den Kontraktionen von Darm und Gebärmutter, zur Absonderung von Magensaft, zur Erweiterung kleiner Blutgefäße sowie der Herzkranzgefäße und zur Freisetzung von Adrenalin. Gleichzeitig wichtigster Entzündungsstoff bei allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen; spielt eine bedeutende Rolle bei Medikamenten- allergien und Nesselausschlag.
IgA
Immunglobuline der Klasse A, Antikörper, die vor allem im Verdauungs- und Atmungstrakt gebildet werden und gegen Bakterien, Viren und Giftstoffe wirken (
Immunglbobuline).
IgE
Immunglobuline der Klasse E, Antikörper, die im Lymphsystem gebildet werden und vor allem in der Haut und in Schleimhäuten, wie etwa im Verdauungstrakt, vorkommen. Sie dürften vor allem in der Abwehr von Wurminfektionen eine Rolle spielen. Ihre Konzentration ist bei Allergien stark erhöht.(
Immunglbobuline)
Lymphokine
Botenstoffe, die verschiedene Elemente des Immunsystems mobilisieren.
Natürliche Killerzellen. NK-Zellen, Leukozyten (weiße Blutkörperchen). Manche beschleunigen die Teilung von T-Zellen, unterstützen B-Zellen und fördern Entzündungsreaktionen. Andere bohren Löcher in die Zielzelle und sondern Stoffe ab, die infizierte Zellen abtöten.
Makrophagen
Fresszellen, durchstreifen den Körper, verschlingen Antigene, zerlegen sie und schleppen die Bestandteile auf ihrer Oberfläche mit sich. Andere Zellen, etwa T-Zellen, erkennen diese Antigenteilchen und reagieren entsprechend.
Mastzellen
Weiße Blutkörperchen, wandern vom Blut ins Bindegewebe und haben viele Botenstoffe, unter anderem Histamin, gespeichert. Trifft eine Mastzelle auf ein Allergen, so heftet sie sich daran und schüttet ihr ganzes Histamin aus, um dessen Elimination in Gang zu setzen.
Spezifisches ImmunsystemDer entwicklungsgeschichtlich jüngere Teil des Immunsystems. Nach Erkennen eines Antigens beginnen T-Zellen und B-Zellen mit ihrer Arbeit. Das spezifische Immunsystem hat eine Gedächtnisfunktion. Es kann auch körpereigene Zellen, wie Tumorzellen, angreifen.
T-ZellenLymphozyten (weiße Blutkörperchen), reifen im Thymus heran, greifen mit Krankheits- erregern infizierte Zellen direkt an. Produzieren keine Antikörper. Einige davon werden zu Gedächtnis- zellen.
Unspezifisches ImmunsystemVerschiedene Fresszellen und natürliche Killerzellen, die etwa Bakterien in sich aufnehmen und zerstören können, sowie Botenstoffe, die andere Immunzellen anlocken. Das unspezifische Immunsystem reagiert beim ersten Kontakt mit dem Fremdstoff, hat aber keine Gedächtnisfunktion.
ZytokineEiweißmoleküle, die als Botenstoffe zur Aktivierung oder Deaktivierung von Zellen beitragen; manche von ihnen lösen Fieber oder Entzündungen aus, andere übertragen die Information, dass eine Immunabwehr zurückgefahren werden soll.