Nach einem ausführlichen Gespräch über die Beschwerden und die Vorgeschichte (Anamnese) sowie einer gründlichen körperlichen Untersuchung kann die Entfernung und feingewebliche Untersuchung eines verdächtigen Lymphknotens weiteren Aufschluss geben.
Gewebeprobe (Biopsie): Um die Diagnose zu sichern und andere Krankheiten auszuschließen, entnimmt der Arzt einen geschwollenen Lymphknoten und lässt ihn mikroskopisch untersuchen. Im Fall der Hodgkin-Krankheit finden sich typische entartete Lymphzellen, sie werden Hodgkin-Zellen und Reed-Sternberg-Zellen genannt.
Subtypen der Hodgkin-Krankheit: Abhängig von der Art und dem Ausmaß der nachgewiesenen Lymphzellen, unterscheiden Mediziner verschiedene Typen des Morbus Hodgkin. Diese Klassifizierung ist für die Ärzte vor allem in Bezug auf Behandlung und Prognose wichtig:
- nodulär sklerosierender Typ (mit über 50 Prozent die häufigste Form)
- lymphozytenreicher klassischer Typ (etwa vier Prozent der Fälle)
- lymhozytenarmer klassischer Typ (mit etwa ein Prozent relativ selten)
Weitere Untersuchungen bei Morbus Hodgkin sind wichtig, um das Stadium und die Ausbreitung der Krebserkrankung im Körper zu ermitteln, und um andere Erkrankungen auszuschließen. Dies sind unter anderem Ultraschall-Untersuchungen (Sonografie), Röntgen-Untersuchungen, Computertomografie, sowie Blut- und Knochenmark-Untersuchungen.
Ann-Arbor-Klassifikation: Das Stadium der Hodgkin-Krankheit wird nach der so genannten Ann-Arbor-Klassifikation eingeteilt. Es berücksichtigt, welche Lymphknotengebiete befallen sind und ob sich der Lymphdrüsenkrebs auf andere Organe ausgebreitet hat.
Der Zusatz E beschreibt das Vorliegen eines lokal begrenzten extranodalen Befalls, also einem Befall eines Körperorgans, das nicht zum lymphatischen System gehört.
Der Zusatz „B“ hinter dem Stadium (also zum Beispiel Stadium II B) bedeutet, dass außerdem B-Symptome (Fieber, Gewichtsabnahme und Nachtschweiß) vorliegen. Ein „A“ signalisiert das Fehlen dieser Symptome. All diese Informationen sind wichtig für die Ärzte, um die bestmögliche Therapie zu planen.
Eine neuere Form der Einteilung geht nach Risikogruppen vor. Hier spricht man von einem frühen oder lokalisierten Stadium, wenn ein Ann-Arbor Stadium I oder II, A oder B ohne weitere Risikofaktoren vorliegt. Ist das Lymphom nach Ann-Arbor in Stadium I oder II einzuordnen und bestehen weitere Risikofaktoren, wie ein großer Tumor im Brustraum, ein Befall von nicht-lymphatischen Organen, eine Beteiligung von mehr als drei Lymphknotenregionen oder eine erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit, so gilt dies als intermediäres Stadium. Alle Lymphome der Ann-Arbor Stadien III und IV sowie die Lymphome des Stadiums IIB, bei denen ein großer Tumor im Brustraum zu finden ist oder nicht lymphatische Organen befallen sind, gelten als fortgeschritten.
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13.09.2005, aktualisiert am 04.10.2011
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