Bei einer Hodentorsion wird innerhalb möglichst kurzer Zeit operiert. Bleibt die Hodentorsion mehr als sechs bis acht Stunden unbehandelt, muss damit gerechnet werden, dass die empfindlichen Keimzellen und Stammzellen (Spermatogonien) im Hoden absterben. Die sogenannten Leydig-Zellen können länger ohne Blutzufuhr auskommen und überdauern etwa zwölf Stunden. Sie produzieren das männliche Sexualhormon Testosteron.
Bei der Operation einer Hodentorsion wird der betroffene Hoden wieder in eine normale Lage gedreht (Entzwirbelung, Detorquierung). Ist die Blutversorgung wieder hergestellt, erholt sich der Hoden oft innerhalb von etwa zwanzig bis dreißig Minuten. Ist der Hoden nach der Hodentorsion nur teilweise geschädigt, wird er im Hodensack belassen. Auch wenn er keine Samenzellen mehr produzieren kann, stellt er doch noch Testosteron her. Nur bei völliger Schädigung (Nekrose) muss er entfernt werden. Im Erwachsenenalter kann dann später eine Hodenprothese eingesetzt werden.
Um einer weiteren Hodentorsion vorzubeugen, wird der Hoden zusätzlich mit dem Hodensack vernäht (Orchidopexie). Dies schränkt seine Beweglichkeit ein. Weil oft angeborene anatomische Risikofaktoren eine Rolle für die Entstehung der Torsion spielen, wird empfohlen in der gleichen oder einer späteren Operation die Fixierung des anderen Hodens vornehmen zu lassen.
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13.09.2005, aktualisiert am 16.06.2011
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