Wer regelmäßig seine Hoden gründlich selbst untersucht, erhöht die Chance, den Hodenkrebs in einem frühen und gut behandelbaren Stadium zu entdecken.
Liegt ein Verdacht auf Hodenkrebs vor, untersucht der Urologe zunächst die Hoden und klärt mögliche Risikofaktoren des Patienten ab.
Daran schließt sich eine schmerzlose Ultraschall-Untersuchung des Hodens und der Bauchorgane an, mit der der Arzt einen möglichen Tumor bildlich darstellen kann.
Eine Blutabnahme kann Auskunft über sogenannte Tumormarker geben. Viele Hodentumore produzieren verstärkt das Eiweiß Alpha-Fetoprotein (AFP). Daneben können erhöhte Blutwerte des Hormons Beta-Humanes Chorion-Gonadotropin (ß-HCG) auf Hodenkrebs hindeuten.
Mit diesen Tumormarkern lässt sich nicht zweifelsfrei auf Hodenkrebs schließen, da sie nicht bei allen Betroffenen gebildet werden. Erhöhte Tumormarker sind aber für die Verlaufskontrolle während der Therapie sehr wichtig.
Nur eine Gewebeprobe (Biopsie) kann die Diagnose Hodenkrebs eindeutig bestätigen oder ausschließen. Dabei entnimmt der Arzt durch einen kleinen chirurgischen Eingriff etwas Hodengewebe und lässt dies im Labor unter dem Mikroskop untersuchen.
Bei klinischem Verdacht auf eine Ausbreitung der Erkrankung in andere Organe (Metastasenbildung) sind weitere bildgebende Verfahren (z.B. CT, MRT) erforderlich.
Kurzfassung der Stadieneinteilung
Auf Basis der TNM-Klassifikation und der Entwicklung der Tumormarker nach der Operation erfolgt eine Einteilung in sogenannte klinische Stadien – benannt nach dem englischen "Clinical Stage = CS. Die Stadien CS I und CS II A/B werden als niedrige Stadien bezeichnet:
| CS I | kein Hinweis auf Lymphknotenmetastasen oder Fernmetastasen und Normalisierung der Tumormarker im Blut nach der Hodenentfernung |
|
CS II A
|
Lymphknotenmetastasen, die im Bereich hinter dem Bauchfell liegen, bis maximal zwei Zentimeter im Querdurchmesser Siehe oben, jedoch zwischen zwei und fünf Zentimeter im Querdurchmesser |
| ab CS II C bis CS III C | Lymphknotenmetastasen über fünf Zentimeter Durchmesser und/oder Fernmetastasen |
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13.09.2005, aktualisiert am 27.06.2010
Bildnachweis: W&B/Winfried Fischer
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