Wie Heuschnupfen-Mittel wirken

Wer allergisch ist, kann spezielle Arzneimittel einnehmen, um die Beschwerden zu lindern. Was Patienten dabei beachten sollten

von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 15.03.2017

Allergie: Der Frühling bereitet manchen Menschen Probleme

iStock/pidloe

Um die lästigen Symptome eines Heuschnupfens abzumildern, gibt es spezielle Medikamente aus der Apotheke, zum Beispiel die sogenannten Antihistaminika. Es gibt sie als Tablette, Tropfen, Spray oder Saft. Der Name leitet sich von der Wirkweise dieser Mittel ab. Sie blockieren im Körper die Andockstellen des Botenstoffes Histamin, der eine zentrale Rolle bei allergischen Reaktionen spielt. Histamin bewirkt unter anderem, dass die Nasenschleimhaut anschwillt und vermehrt Sekret absondert. Zudem ist die Substanz für den lästigen Juckreiz mitverantwortlich.


Antihistaminika wirken bis zu 24 Stunden

Zu den Antihistaminika zählen zum Beispiel die Wirkstoffe Cetirizin und Loratadin. Als Tablette eingenommen, wirken diese Mittel – je nach Arzneistoff – nach etwa einer Stunde. Dafür hält der Effekt bis zu 24 Stunden an. Eine Tablette am Tag reicht daher meist aus. Nehmen Sie das Mittel – sofern nicht anders verordnet – bevorzugt abends vor dem Schlafengehen ein. Erstens wirkt die Tablette genau dann, wenn die meisten Pollen fliegen, also in den frühen Morgenstunden. Zweitens können die Antihistaminika – in seltenen Fällen – müde machen. Das hängt allerdings von verschiedenen Faktoren ab. Unter anderem davon, um welches Präparat es sich handelt und wie viel davon eingenommen wurde.


Frau liegt in Wiese

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Neben Tabletten gibt es auch Augentropfen und Nasensprays, beispielsweise mit dem Arzneistoff Azelastin. Der Vorteil: Die Medizin wirkt direkt am Ort des Geschehens, also in Nase oder Auge. Nebenwirkungen wie Müdigkeit treten seltener auf. Zudem helfen die Mittel sehr schnell, oft bereits nach wenigen Minuten. Dafür hält der positive Effekt nicht so lange an wie bei einer Tablette. Augentropfen und Nasensprays eignen sich vor allem bei akuten Beschwerden.

Cromoglicinsäure vorbeugend anwenden

Vorbeugen lässt sich zum Beispiel mit dem Wirkstoff Cromoglicinsäure. Die Substanz bewirkt, dass weniger Histamin freigesetzt wird und schwächt dadurch die Heuschnupfen-Symptomatik ab. Allerdings benötigt sie eine gewisse Anlaufzeit. Das heißt, das Mittel wirkt nicht sofort, sondern erst nach etwa zwei bis drei Wochen. Beginnen Sie deshalb rechtzeitig mit der Anwendung, wenn Sie die Pollen kennen, auf die Sie allergisch sind. Bei starken Beschwerden kommt vorbeugend auch Beclometason infrage, ein Kortison, das es in niedriger Dosierung rezeptfrei in der Apotheke gibt.

Zur Auswahl und Dosierung der Medikamente sollten Sie sich bei Ihrem Arzt oder Apotheker individuell beraten lassen. Denn nicht alle Wirkstoffe sind für jede Altersgruppe geeignet. Außerdem müssen mögliche Neben- und Wechselwirkungen berücksichtigt werden.

Bevor Sie allergische Beschwerden jedoch selbst behandeln, sollten unbedingt die folgenden Fragen geklärt sein: Handelt es sich tatsächlich um eine Allergie? Und falls ja, wogegen? Reicht es aus, nur die Symptome zu behandeln oder bietet sich eine Hyposensibilisierung an? Dies sollte unbedingt der Arzt klären. Wenn sich Symptome verstärken oder zusätzlich zum Beispiel Atembeschwerden auftreten, sollten Sie sich ebenfalls auf jeden Fall an Ihren Arzt wenden.



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