In allen diesen Situationen ist grundsätzlich eine Allergie-Impfung, auch "spezifische systemische Immuntherapie" oder "Hyposensibilisierung" genannt, möglich. Sie ist die einzige, derzeit verfügbare Behandlung, die an der Ursache der Allergie ansetzt, nämlich der gestörten Toleranz des Immunsystems gegenüber einem zum Allergen gewordenen Stoff. Das Immunsystem wird dabei mit einer langsam steigenden Dosis an den Allergieauslöser gewöhnt, das heißt, es wird gewissermaßen umprogrammiert und toleranter gemacht. Mit der täglichen Gabe des verdünnten oder chemisch leicht veränderten Allergens unter die Haut, also subkutan, oder als Tropfen- oder Tablettenpräparat unter die Zunge (sublingual, zum Beispiel bei Heuschnupfen) lassen sich bei über 60 Prozent der Betroffenen anhaltende Erfolge erzielen. Dies gilt insbesondere für Erwachsene. Bei Kindern ist die Allergie-Impfung ebenfalls erfolgreich möglich, sei es mit einer sublingualen Tropfen- als auch einer entsprechenden Tablettenbehandlung.
Pollenallergiker beginnen mit der (subkutanen) Hyposensibilisierung normalerweise in der pollenfreien Zeit im Herbst, mit Unterbrechung in der Zeit des Pollenfluges. Die Behandlung soll hier mehrere Jahre dauern. Sind die Betroffenen beschwerdefrei, können sie die Behandlung ganzjährig durchführen. Auch gibt es die Möglichkeit einer Kurzzeittherapie über wenige Wochen oder im besten Fall sogar nur eine Woche (sogenannte Cluster-Immuntherapie), bevor erwartungsgemäß der Pollenflug beginnt.
Eine neuere Form der sublingualen Immuntherapie ist die Gräserimpftablette für Gräserpollenallergiker im Kindes- und Erwachsenenalter, nicht jedoch bei schwerem Asthma. Unter die Zunge gelegt, löst sie sich schnell auf. Sie wird, sofern gut verträglich, einmal täglich über drei Jahre eingenommen. Weitere Einsatzmöglichkeiten des Medikamentes im Rahmen der Allergiebehandlung werden derzeit geprüft.
Die wichtigsten Voraussetzungen für eine Allergie-Impfung sind unter anderem, dass das verantwortliche Allergen oder die Allergengruppe sowie das oder die entsprechenden IgE festgestellt werden konnten, dass der allergische Schnupfen deutlich genug ausgeprägt ist und eine die Symptome lindernde Therapie (siehe unten) nicht ausreicht. Die Allergie-Impfung gilt als sichere Behandlung, bei der aber durchaus auch Nebenwirkungen, zum Beispiel örtliche Reizungen, Schwellungen und andere allergische Beschwerden auftreten können.
Sowohl eine Medikamenten- als auch eine Nahrungsmittelallergie können unter anderem einen allergischen Schnupfen auslösen. Es hilft hier eigentlich nur, den Auslöser so konsequent wie möglich zu meiden. Die Suche nach einem für die Allergie verantwortlichen Nahrungsmittel beziehungsweise dem eigentlich allergenen Bestandteil desselben gestaltet sich oft sehr langwierig und schwierig. Sie wird in der Regel in spezialisierten Zentren durchgeführt.
Bei starker Allergieneigung ist die Ausstattung mit Notfallmedikamenten notwendig, welche die Betroffenen stets mit sich führen sollten. Dies gilt übrigens auch für den Allergiepass, in dem zum Beispiel Allergien auf Medikamente oder auch Naturlatex, worauf an dieser Stelle nicht näher eingegangen werden kann, vermerkt sein sollten.
Beschwerden wie verstopfte Nase, Fließschnupfen oder allergische Augensymptome lassen sich sehr gut durch Antihistaminika lindern (zu Histamin siehe Kapitel "Ursachen – Risikofaktoren)". Infrage kommen unter anderem Arzneistoffe wie zum Beispiel Azelastin, Desloratadin, Fexofenadin, Levocabastin, Levocetirizin. Antihistaminika gibt es, je nach Wirkstoff, zur örtlichen Anwendung als Nasenspray und Augentropfen (möglichst ohne Konservierungsstoffe, da diese selbst Allergien auslösen können; praktisch sind bei Augentropfen auch Einzeldosis-Zubereitungen). Sie stehen aber auch als Tabletten, Schmelztablette, Tropfen oder Sirup zum Einnehmen zur Verfügung. Müdigkeit als Nebenwirkung, die beispielsweise die aktive Teilnahme am Straßenverkehr zum Problem machen könnte, wird bei den neueren Anthistaminika eher selten beobachtet. Eventuell sollte man vorher überprüfen, wie der Körper auf ein entsprechendes Präparat reagiert.
Andere Arzneistoffe sind die Cromone: Cromoglicinsäure und Nedocromil. Sie werden sozusagen schon im Vorfeld von Histamin aktiv, denn sie stabilisieren die Mastzellen, die ja im Rahmen der allergischen Reaktion dazu veranlasst werden, in großem Umfang Histamin und andere Botenstoffe auszuschütten. Cromone stehen in vielen Anwendungsformen zur Verfügung, etwa als Lösung, Pulverkapseln oder Dosieraerosol zur vorbeugenden Inhalationsbehandlung bei allergischem Asthma, als Nasenspray und Augentropfen zur Abschirmung von Nase und Augen, oder auch als Kapseln zum Einnehmen, beispielsweise gegen allergische Beschwerden bei Nahrungsmittelallergien. Auch Cromone können gegen saisonalen und ganzjährigen Schnupfen helfen. Sie gelten aber als schwächer wirksam und sind zum Beispiel nicht zur Behandlung eines akuten Asthmaanfalls geeignet. Pollenallergiker sollten sich damit schon bis zu zwei Wochen vor dem mutmaßlichen Ausschwärmen der Pollen wappnen. Topisch an der Nasenschleimhaut, also allergischen Fließschnupfen unterbindend, wirkt auch Ipratropiumbromid.
Bei ausgeprägten Beschwerden empfehlen sich Kortisonpräparate, zum Beispiel Beclomethason oder Fluticason, vorzugsweise örtlich als Nasenspray. Wer erfahrungsgemäß besonders stark geplagt sein wird, sollte schon einige Tage vor dem erwarteten Pollenflug zum Kortisonspray greifen.
Zu den häufigsten Nebenwirkungen bei der Anwendung der genannten Nasensprays gehören Kopfschmerzen, trockene Schleimhäute und Nasenbluten. Im Einzelfall, und dies gilt für jedes Medikament, bitte den Arzt oder Apotheker vor der Einnahme zu den möglichen Nebenwirkungen befragen.
Gelegentlich sind auch abschwellende Präparate, sogenannte Sympathikomimetika, sinnvoll. Sie sollen aber nur kurzfristig, maximal 10 Tage, eingesetzt werden, weil sonst mit gegenteiligen Effekten zu rechnen ist. Vorsicht mit diesen Arzneimitteln ist insbesondere bei Bluthochdruck, Unruhezuständen oder Herzrhythmusstörungen geboten. Bei Heuschnupfen in Verbindung mit Asthma wird der Arzt eventuell eine Basistherapie mit dem sogenannten Leukotrien-Antagonisten Montelukast vorschlagen.
Die gute Nachricht ist, dass die Entwicklung beim Heuschnupfen keineswegs immer unveränderlich oder sogar ungünstig sein muss, sondern dass sich diese Allergie mit zunehmendem Alter auch bessern kann. Sie kann allerdings manchmal auch noch im Erwachsenenalter erstmals auftreten.
Ein Drittel aller Schwangeren wird gegen Ende der Schwangerschaft auch von einer behinderten Nasenatmung geplagt. Oftmals ist das tatsächlich schwangerschaftsbedingt (sogenannte Schwangerschafts-Rhinitis) und nach der Entbindung schlagartig wieder weg. Natürlich kann auch mal eine Erkältung dahinterstecken ... oder ein allergischer Schnupfen. Hier könnten, abgesehen von einem Aufenthalt in pollenarmer Seeluft (bei Heuschnupfen), was sich aber leider nicht immer einrichten lässt, eventuell Cromone als Nasenspray helfen. Allerdings liegen keine wissenschaftlich überprüften Erfahrungen bei der Anwendung in der Schwangerschaft vor. Je nach Präparat wird insbesondere im ersten Drittel der Schwangerschaft von dem Gebrauch abgeraten oder auf eine sehr strenge Abwägung zwischen Nutzen und Risiko für Mutter und Kind gepocht. Dies gilt umso mehr, wenn die Schwangere an Asthma leidet und Kortison oder Anthistaminika benötigt. Der Frauenarzt ist hier auf jeden Fall der richtige Ansprechpartner. Gegen die "Schwangerschafts-Rhinitis" können Nasentropfen und -spülungen mit physiologischer Kochsalz- oder Meersalzlösung helfen. Empfohlen wird auch die Pflege der Nasenschleimhaut mit einer Dexpanthenol-haltigen Salbe.
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16.11.2005, aktualisiert am 20.03.2012
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