Von Herzschwäche sprechen Ärzte dann, wenn das Herz nicht mehr ausreichend Blut zur Versorgung aller Organe bereitstellen kann. Anfangs ist das nur bei körperlicher Belastung der Fall, im fortgeschrittenen Stadium auch schon im Ruhezustand. Die Patienten bemerken, dass sie immer weniger körperlich belastbar sind und schnell, zum Beispiel schon beim Erklimmen weniger Treppen, kurzatmig werden. Schließlich schwellen die Beine an; sie lagern Wasser ein. Bei fortgeschrittener Herzschwäche sammelt sich das Wasser – es stammt aus vor dem Herzen gestauten Blut – auch in den Lungen und im Bauchraum an.
Ursache einer Herzmuskelschwäche ist sehr häufig die Schädigung des Herzmuskels durch einen Herzinfarkt oder eine akute oder chronische Herzmuskelentzündung. Aber auch ständige Überlastung der (linken) Herzkammer, etwa durch einen zu hohen Blutdruck oder bestimmte Herzklappenfehler, können zur Herzmuskelschwäche führen. Letztlich schwächen die meisten Herzerkrankungen irgendwann die Leistungsfähigkeit des Herzens. Im fortgeschrittenen Stadium ist das für die Lebenserwartung ähnlich bedrohlich wie eine bösartige Krebserkrankung.
Medikamente können bislang nur die Beschwerden einer Herzschwäche lindern und die Verschlechterung verlangsamen, aber nicht aufhalten. Deshalb ist es besonders wichtig, die Hauptschuldigen der Herzschwäche, etwa Bluthochdruck oder Herzkranzgefäßerkrankungen, rechtzeitig und konsequent zu behandeln.
Professor Dr. med. Wolfram Delius, München
Unser Experte beantwortet in der „Sprechstunde Herz, Gefäße, Kreislauf“ viele weitere Fragen rund um die Herzgesundheit.
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.
surfmed/www.apotheken-umschau.de;
15.10.2008, aktualisiert am 12.10.2011
Bildnachweis: W&B/Szczesny