So läuft normal die Reizübertragung im Herzen ab: Damit das Herz schlägt, übertragen spezialisierte Zellen elektrische Impulse auf den Muskel. Diese Reizübertragung erfolgt in einer stets festgelegten Reihenfolge. Dadurch entsteht eine koordinierte Pumpbewegung. Zuerst ziehen sich die beiden Vorhöfe zusammen, wobei das Blut in die Kammern gelangt. Danach treiben die Kammern das Blut aus dem Herzen in die großen Blutgefäße. Von da gelangt das Blut über den Kreislauf in alle Organe des Körpers.
Beim Vorhofflimmern breitet sich die Erregung im Herzvorhof unkoordiniert aus. Die Erregung „kreist“ gewissermaßen in den Vorhöfen. Die Frequenz ist mit 350 bis 600 Impulsen pro Minute so hoch, dass die Vorhöfe sich in dieser Zeit nicht mehr zusammenziehen. Vielmehr ähnelt die Bewegung unrhythmischen Zuckungen. In der Folge wird das Blut nicht mehr richtig weitergepumpt.
Ein Vorhofflattern liegt vor, wenn die Herzvorhöfe 250 bis 300 mal pro Minute schlagen.
Man unterscheidet verschiedene Arten von Vorhofflimmern:
• Anfallsartiges (paroxysmales) Vorhofflimmern: In der Regel verschwinden die anfallsweise auftretenden Herzrhythmusstörungen nach wenigen Stunden (Tagen) von selbst.
• Anhaltendes (persistierendes) Vorhofflimmern: Das Herz findet unbehandelt nicht zu seinem normalen Rhythmus zurück. Durch spezielle Maßnahmen kann das persistierende Vorhofflimmern jedoch beseitigt werden und so wieder ein normaler Herzrhythmus (Sinusrhythmus) hergestellt werden.
• Permanentes Vorhofflimmern: Die Herzrhythmusstörungen lassen sich durch die üblichen Maßnahmen nicht mehr beseitigen.
Zu den häufigsten bekannten Ursachen, die gleichermaßen als Risikofaktoren für diese Herzrhythmusstörung gelten, gehören:
• Bluthochdruck (Hypertonie)
• Krankhaft veränderte Herzklappen
• Erkrankungen des Herzmuskels (Kardiomyopathie)
• Koronare Herzkrankheit (KHK)
• Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
• Übermäßiger Konsum von Alkohol oder Nikotin
• Angeborene Herzfehler (zum Beispiel Defekte der Vorhofscheidewand, die nicht operativ verschlossen wurden)
Bei ungefähr 16 Prozent der Patienten lässt sich keine zugrunde liegende Krankheit finden.
Zudem nimmt das Vorhofflimmern mit zunehmendem Alter zu. Von den über 80-Jährigen entwickeln etwa sechs bis zehn Prozent die Herzrhythmusstörung.
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01.03.2010, aktualisiert am 02.09.2010
Bildnachweis: W&B/Jörg Neisel
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