Da das Herz bei akutem Vorhofflimmern keine ausreichenden Blutmengen mehr in den Kreislauf pumpt, muss der Herzrhythmus möglichst schnell normalisiert oder zumindest die rasche Herzschlagfolge verlangsamt werden. Spezielle Medikamente können die rasche Überleitung auf die Herzkammern verlangsamen und dadurch die Herzfrequenz senken. Dazu zählen Beta-Blocker, die an bestimmten Stellen des Herzens (beta-Rezeptoren) andocken und darüber die Herzfrequenz beeinflussen. Kalziumkanalblocker wie Verapamil greifen ebenfalls an speziellen Andockstellen im Herz an. Herzglykoside wie Digitoxin kommen seltener zum Einsatz.
Will man bei anhaltendem Vorhofflimmern den normalen Herzrhythmus herstellen, bedarf es eines Elektroschocks (elektrische Kardioversion). Das Instrument wird auf die Brustwand aufgesetzt und gibt in einer bestimmten Pumpphase des Herzens einen elektrischen Impuls ab. So lässt sich der Herzschlag meist wieder normalisieren. Für ein erst seit kurzem bestehendes Vorhofflimmern (Tage!) steht als Alternative zur elektrischen die medikamentöse Kardioversion zur Verfügung. In der Nachbehandlung werden zum Erhalt des normalen Rhythmus Antiarrhythmika eingesetzt.
Gelingt es mit diesen Methoden nicht, dauerhaft das Vorhofflimmern zu unterbinden, kommt ein spezielles Verfahren zum Einsatz – die sogenannte Katheterablation. Dazu schiebt ein Arzt im Rahmen einer Operation einen sehr dünnen, langen Schlauch (Herzkatheter) über ein großes Blutgefäß – meist vom Bein aus – bis zum Herzen vor. Damit werden in der überwiegenden Zahl der Fälle die Einmündungsstellen der Lungenvenen in die Vorhöfe des Herzens mithilfe des Herzkatheters verödet.
Besonders wichtig: die Blutgerinnung kontrollieren. Da die Herzrhythmusstörung die Strömungsverhältnisse im Blut verändert, besteht die Gefahr, dass sich Blutgerinnsel (Thrombosen) bilden. Arzneimittel, die die Blutgerinnung hemmen (zum Beispiel Phenprocoumon oder Acetylsalicylsäure), können dies verhindern.
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01.03.2010, aktualisiert am 02.09.2010
Bildnachweis: W&B/Christine Schneider
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