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Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien)
Ursachen

Herzrhythmusstörungen können als harmloses Phänomen bei gesunden Personen, ebenso wie als krankhafte bis lebensbedrohliche Komplikation bei Krankheiten des Herzens und anderer Organe auftreten


Eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen: Vorhofflimmern


Äußere Ursachen für Herzrhythmusstörungen können zum Beispiel sein:


  • Nervosität, Aufregung und Angst
  • Übermäßiger Konsum von Koffein (zum Beispiel in Form von Kaffee oder Cola)
  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Konsum von Drogen und Giften
  • Nebenwirkung einiger Medikamente (zum Beispiel von Schilddrüsenhormonen oder Antidepressiva)
  • Starker Blähbauch (Meteorismus)
  • Fieberhafte Infektionen
  • Reizung des sogenannten Karotissinus-Knotens (Rezeptor an der Hauptschlagader am Hals, der zum Beispiel durch einen engen Schal oder Kragen, Kopfüberstreckung oder Schlag/Druck gereizt werden kann. Die Folge ist eine starke Verlangsamung des Herzschlages bis hin zur Ohnmacht. Bei überempfindlichem Karotissinus spricht man vom Karotissinus-Syndrom)

Organische Ursachen für Arrhythmien sind unter anderem:

  • Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathien)
  • Herz- oder Herzklappenfehler
  • Angeborene oder erworbene Störungen der Herzerregung (zum Beispiel Wolff-Parkinson-White-Syndrom, WPW-Syndrom)
  • Elektrolytstörungen (zum Beispiel Kaliummangel)

 

Formen von Herzrhythmusstörungen

Es gibt viele Formen von Herzrhythmusstörungen: Unterschieden werden zum einen Reizbildungsstörungen (gestörte Bildung der elektrischen Impulse) von den Erregungsleitungsstörungen (gestörte Weiterleitung der Herzerregung). Arrhythmien werden außerdem unterteilt nach ihrem Entstehungsort (Herzvorhof oder Herzkammer).

 

Desweiteren unterscheidet man Herzrhythmusstörungen mit zu langsamem Herzschlag (Bradykardien und Bradyarrythmien, zum Beispiel bei Vorhofflimmern mit Herzfrequenzen unter 60 Schlägen pro Minute) von solchen mit zu schnellem Herzschlag (Tachykardien oder Tachyarrhythmie bei gleichzeitiger Unregelmäßigkeit des Herzrhythmus zum Beispiel in Folge Vorhofflimmerns mit einer Herzfrequenz über 100 Schlägen pro Minute). Herzschläge, die außerhalb des normalen Herzrhythmus auftreten, bezeichnet man als Extrasystolen.

Beispiele für Herzrhythmusstörungen sind:

 

  • Vorhofflimmern, Vorhofflattern: Schnelle, unregelmäßige Impulse im Herzvorhof, die zu unregelmäßigem Pulsschlag führen. Die Folge kann sein, dass sich der Vorhof nicht mehr gleichmäßig zusammenzieht. Das beeinträchtigt den Bluttransport in die Herzkammern, die Pumpleistung des Herzens sinkt. In manchen Winkeln stagniert der Blutstrom vielleicht sogar so stark, dass sich Gerinnsel bilden können. Werden diese über die Schlagader ausgeworfen, können Sie ins Gehirn wandern und dort einen Schlaganfall auslösen.


Andere Optik: Extrasystolen sehen im EKG etwas anders aus als normale Herzschläge

  • Extrasystolen: Diese Extraschläge können entweder vom Vorhof (supraventrikuläre Extrasystolen) oder von der Kammer ausgehen (ventrikuläre Extrasystolen). Extrasstolen sind nicht immer krankhaft. Sie treten in geringer Anzahl bei fast jedem Menschen auf. Nur wenn die Extrasystolen ein bestimmtes Maß überschreiten und der Patient Beschwerden hat, ist eine Behandlung nötig

 

  • Supraventrikuläre Tachykardie: Herzrasen, ausgehend von Impulsen im Herzvorhof

 

  • Ventrikuläre Tachykardie: Herzrasen aufgrund von zusätzlichen Impulsen in der Herzkammer. Ventrikuläre Tachykardien sind ein ernstes Symptom – sie können in ein lebensbedrohliches Kammerflattern beziehungsweise Kammerflimmern übergehen.


Lebensgefährlich: Kammerflimmern

  • Kammerflimmern, Kammerflattern: Unkoordinierte, schnelle elektrische Impulse und Kontraktionen in der Kammer (beim Kammerflimmern über 320 Schläge pro Minute). Das Problem dabei: Die Pumpleistung des Herzens sinkt rapide. Damit liegt quasi ein funktioneller Herzstillstand vor. Ohne Behandlung endet ein Kammerflimmern nach wenigen Minuten tödlich.

  • AV-Block: Eine verzögerte oder blockierte Weiterleitung der Erregung zwischen Herzvorhof und Herzkammer unterschiedlichen Ausmaßes (I., II. und III. Grades) führt zu einem verlangsamten Herzschlag. Ist die Weiterleitung komplett blockiert, kann es zu einem Herzstillstand kommen. Meist ist ein Herzschrittmacher notwendig.

 

  • SA-Block: Verzögerte oder blockierte Erregungsweiterleitung zwischen Sinusknoten und Vorhof (Atrium)

 

  • WPW-Syndrom: Angeborene zusätzliche Erregungsleitung zwischen Herzvorhof und Herzkammer, die zu Herzrasen (Tachykardie) führen kann

 

  • Sick-Sinus-Syndrom: Verlangsamter Herzschlag, manchmal auch abwechselnd Tachykardie und Bradykardie durch eine Störung der Funktion des Sinusknotens


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Mehr Infos im Netz unter

  • www.herzstiftung.de »
  • (www.apotheken-umschau.de ist nicht verantwortlich und übernimmt keine Haftung für Inhalte externer Internetseiten)

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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 13.10.2011
Bildnachweis: W&B/Jörg Neisel

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