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AV-Block:
Ursachen und Risikofaktoren

Meist ist Eine Alterung (Degeneration) des Leitungssystems schuld. Manchmal können Herzerkrankungen, Medikamente oder veränderte Mengen an Blutsalzen einen AV-Block zur Folge haben


Je älter ein Mensch wird, desto mehr lässt die Herzfunktion nach

Das Herz – ein etwa faustgroßer Muskel – hat die Aufgabe, das Blut in den Kreislauf zu pumpen. Es besteht aus insgesamt vier Hohlräumen, den beiden kleineren Vorhöfen und zwei größeren Kammern. Zwischen Vorhöfen und Kammern befinden sich jeweils Herzklappen, die wie Ventile verhindern, dass das Blut zurückfließt. Die beiden Herzkammern wiederum sind durch die Herzscheidewand voneinander getrennt. Um das Blut durch den Körper zu befördern, muss sich der Herzmuskel koordiniert und rhythmisch zusammenziehen. Normalerweise passt das Herzauch den Herzrhythmus an die jeweiligen Bedingungen – wie Ruhe oder körperliche Anstrengung – an.

Spezialisierte Zellen im Bereich des rechten Vorhofs bilden den sogenannten Sinusknoten. Die elektrischen Impulse, die hier entstehen, geben den normalen Herzrhythmus (Sinusrhythmus) vor. Von hier breitet sich die Erregung über die beiden Vorhöfe aus und trifft schließlich auf den sogenannten AV-Knoten (Atrioventrikular-Knoten). Er befindet sich in der Herzscheidewand. Schließlich erreicht die Erregung über weitere spezielle Muskelfasern (His-Bündel und Purkinje-Fasern) die Muskulatur der Herzkammern.


Durch einen AV-Block wird die Reizübertragung des Herzens an einer bestimmten Stelle gestört. Die Erregung wird langsamer oder gar nicht mehr von den Vorhöfen auf die Herzkammern übertragen. Die Anzahl der Herzschläge pro Minute reduziert sich dabei – häufig schlagartig – von normalerweise 60 bis 80 auf unter 40 Schläge.

Ein AV-Block kann in drei Schweregraden auftreten:

•    AV-Block I. Grades: Die Reizübertragung funktioniert noch, ist jedoch zeitlich verzögert.

•    AV-Block II. Grades: Nur noch jede zweite, dritte oder vierte Erregung wird übertragen. Hierbei werden zwei Unterformen unterschieden, der Typ Wenckebach und der Typ Mobitz

•    AV-Block III. Grades:  Die Impulse werden nicht  mehr von den Vorhöfen auf die Kammern übertragen.

Folgende Faktoren können einen AV-Block verursachen:

Am häufigsten ist einfach das Alter schuld. Je älter ein Mensch wird, desto mehr lässt auch die Funktion des Reizleitungssystems im Herzen nach.

Selten kommen folgende Auslöser infrage:

Herzinfarkt: Hierbei verstopfen ein oder mehrere Herzkranzgefäße. Als Folge werden die von ihnen versorgten Bereiche des Herzmuskels nicht mehr ausreichend durchblutet und gehen zugrunde. Sind Gewebeteile betroffen, die die elektrischen Impulse von den Vorhöfen an die Kammern weiterleiten (AV-Knoten), kann es zu einem AV-Block kommen.

Herzmuskelentzündung: Durch die Entzündung können Narben im Herzgewebe entstehen. Das veränderte Gewebe ist nicht mehr imstande, die sich ausbreitende Erregung im Herzen weiterzuleiten.

Herzklappenerkrankung: Diese kann als folge eines verkalkten Reizleitungssystems auftreten, zum Beispiel bei der Aortenklappenstenose.

Störungen im Elektrolythaushalt des Körpers: Blutsalze (Elektrolyte) wie Natrium und Kalium stehen stets in einem bestimmten Verhältnis zueinander. Sie spielen bei der Reizübertragung eine wichtige Rolle, wobei Natrium die Übertragung anregt, Kalium diese dagegen blockiert. Bestimmte Krankheiten (zum Beispiel Nierenerkrankungen) können die Menge der Blutsalze verändern. Befindet sich zu viel Kalium im Blut (Hyperkaliämie), kann das zu einem AV-Block führen.

Medikamente: Insbesondere Mittel, die die Schlagkraft des Herzens beeinflussen oder den Herzrhythmus verlangsamen, können unter Umständen einen AV-Block verursachen. Dazu gehören unter anderem alle Beta-Blocker aber auch Digitalis-Präparate und Kalziumkanalblocker wie Verapamil.

Das Herz von Sportlern schlägt langsamer, zum Teil mit etwa 40 Schlägen pro Minute im Ruhezustand. Das liegt jedoch nicht an einem AV-Block, der durch eine Krankheit bedingt ist, sondern an ihrem gut trainierten Herz. Es pumpt das Blut einfach effektiver in den Körperkreislauf und arbeitet deshalb mit einer niedrigeren Frequenz.



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www.apotheken-umschau.de; 01.03.2010, aktualisiert am 02.09.2010
Bildnachweis: Jupiter Images GmbH/Comstock Images

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