Abnützung, Verschleiß und Verkalkung sind heute die hauptsächlichen Ursachen von – erworbenen – Herzklappenfehlern
Blutdruckmessung beim Arzt: Ein zu hoher Blutdruck kann auf lange Sicht den Herzklappen zusetzen
Die mechanische Belastung der Klappensegel und -taschen im Lauf eines langen Lebens ist ungeheuer groß: Allein an einem 24-Stundentag öffnen und schließen sich die Klappen rund 100.000 mal, wobei die geförderte Blutmenge circa 7.000 Liter in 24 Stunden beträgt. Dennoch halten die Klappen diese Belastung in der Regel aus, sofern sie nicht durch zusätzliche Erkrankungen verändert oder vorgeschädigt sind.
Typisches Beispiel für einen erworbenen Herzklappenfehler ist die Aortenklappenstenose. Hoher Blutdruck oder – heute seltener – früher abgelaufene entzündliche Prozesse an der Klappe nach einem rheumatischen Fieber können Wegbereiter einer Aortenklappenverkalkung und -verengung sein. Die fortschreitende Verkalkung aller drei Taschenklappen schränkt die Öffnungsfläche und die Beweglichkeit der Klappe zunehmend ein, so dass in erster Linie eine Stenosierung, häufig aber auch eine leichte Undichtigkeit an der Klappe resultieren. Die Aortenklappenstenose ist heute der häufigste Herzklappenfehler beim älteren Menschen. Auch eine angeborene Aortenklappenanomalie – die bikuspide Aortenklappe (mit nur zwei Taschenklappen) – kann für eine spätere Verkalkung und Verengung praedisponieren.
Die bakterielle Entzündung – die infektiöse Endokarditis – der Herzklappen ist nach wie vor eine lebensbedrohliche Erkrankung, da sie die Herzklappen zerstört beziehungsweise deren Ventilfunktion bedroht. Vorgeschädigte Herzklappen, wie zum Beispiel durch eine früher abgelaufene rheumatische Klappenentzündung, insbesondere aber auch künstliche Herzklappen oder operativ rekonstruierte Herzklappen, sind besonders gefährdet für eine Endokarditis, wenn es zum Beispiel bei Zahnwurzelbehandlung zu einer verstärkten Ausschwemmung von Bakterien in die Blutbahn kommt. Eine bakterielle Klappenentzündung verursacht meist eine akut einsetzende Undichtigkeit an den Herzklappen.
Auch ein Herzinfarkt kann zur Ursache eines Herzklappenfehlers werden. Geht zum Beispiel als Folge des Herzinfarkts Herzmuskelgewebe zugrunde, welches zugleich die Basis des Halteapparats der Herzklappensegel ist (Papillarmuskel und Sehenenfäden), kann die Klappe (hier: die Mitralklappe) nicht mehr dicht schließen. Erweitert sich die linke Herzkammer nach einem Infarkt, so erweitert sich häufig auch der Klappenring (Mitralklappenring). Wenn sich die Klappensegel in der Systole schließen, reichen die Ränder der Klappensegel nicht mehr aneinander; das heißt, es entwickelt sich eine Mitralklappeninsuffizienz.
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13.09.2005, aktualisiert am 14.04.2010
iStock/leezsnow
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