Bernd Eichinger ist tot. Am Montag beendete überraschend ein Herzinfarkt das Leben des erfolgreichen Filmproduzenten. Als sich das Unglück ereignete, befand sich Eichinger gerade mit Freunden und Familie in Los Angelos beim Abendessen. Der Erfolgsproduzent wurde nur 61 Jahre alt. Das scheint jung zu sein für einen Herzinfarkt.
Herr Delius, ist 61 ein frühes Alter für einen Herzinfarkt?
Eher ja. Die Fälle treten vor allem in älteren Jahren vermehrt auf. Allerdings kann man eine solche Frage schwer allgemein beantworten. Es kommt immer auf die Risikofaktoren des einzelnen an.
Und die wären?
Vor allem Fettstoffwechselstörungen, wie zu hohe Cholesterinwerte, Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes und Rauchen. Zu den multiplizierenden Faktoren zählt unter anderem auch Stress. Der frühe Tod eines Familienangehörigen auf Grund eines Herzinfarktes kann ein Hinweis auf ungünstige genetische Faktoren sein.
Bernd Eichinger erlitt seinen Herzinfarkt während eines Abendessens. Ist das eine typische Situation?
Es gibt keine klassische Herzinfarktsituation. Laut Statistiken treten die Fälle zwar etwas verstärkt in den frühen Morgenstunden auf, aber eigentlich kann es jederzeit passieren. Morgens fährt unser System langsam hoch. Die innere Uhr sorgt für die verstärkte Ausschüttung spezieller Hormone, die Drüsen arbeiten effektiver.
Es gibt auch keine typische Herzinfarkt-Aktivität. Das Unglück kann genauso gut beim Frühstück, wie beim Sport oder Schlafen eintreten.
Was genau passiert überhaupt bei einem Herzinfarkt?
Durch die oben genannten Faktoren oder andere missliche Umstände können sich Ablagerungen an der Herzkranzader bilden. In diesen sogenannten Plaques brodeln Entzündungsreaktionen. Sie sind von einer dünnen Membran überdeckt.
Wenn diese Schicht reißt, dann liegt die Entzündung frei. Vorbeifließende Blutplättchen heften sich an die Stelle und versuchen, die Läsion abzudichten. Dadurch kann es zu einem kompletten Verschluss der Ader kommen.
Die fehlende Durchblutung löst oft starke Schmerzen und ein bösartiges Kammerflimmern aus. Nicht selten führt sie zum Tod. 30 bis 40 Prozent der Herzinfarktpatienten versterben, bevor sie überhaupt in eine Klinik gebracht werden können.
Sophie Kelm / www.apotheken-umschau.de;
26.01.2011, aktualisiert am 26.01.2011
Bildnachweis: Getty Images/Sean Gallup
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